Von der Gaudeamushütte durch das Klamml zur Gruttenhütte

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Wanderung: Wochenbrunner Alm bei Ellmau – Gaudeamushütte – Klamml – Gruttenhütte – Wochenbrunner Alm

Ellmau am Wilden Kaiser ist der Ausgangsort für viele Wanderungen und Klettertouren am Wilden Kaiser. Bekannt ist das Ellmauer Tor, ein etwa 2000 Meter hoch liegender Bergsattel, der sich oberhalb von Ellmau tief in die Wand des Kaisergebirges einschneidet. Heute gibt es eine für diese wilde Gegend noch gemäßigte Unternehmung, die allerdings auch sehr steile Passagen und kurze Kletterei beinhaltet. Für Wanderer und größere Kinder ist es eine wirklich großartige und sehr abwechslungsreiche Wanderung, die sich deutlich von anderen Touren abhebt. Dazu gibt es gleich drei Almen und Hütten und dazu einen fantastischen Ausblick auf den Wilden Kaiser.

Das Ziel der Wanderung - Die Gruttenhütte, hier mit Nebel statt Fels im Hintergrund

Das Ziel der Wanderung - Die Gruttenhütte, hier mit Nebel statt Fels im Hintergrund

Allerdings mussten wir auf diesen Ausblick lange warten, weil eine zähe Wolkenbank anden Bergspitzen klebte.

Startpunkt der Wanderung ist die Wochenbrunner Alm, die etwa auf halber Höhe zwischen Ellmau und der Gaudeamushütte liegt. Den Aufstieg vom Tal sparen wir uns also diesmal. Die Wochenbrunner Alm ist sowohl eigenständiges Ausflugsziel als auch Wanderparkplatz für verschiedene Wander- und Klettertouren im Wilden Kaiser. Zunächst nutzen wir nur den Parkplatz und heben uns die Alm selbst zum Abschluss der Wanderung auf. Vom Parkplatz aus sollte man noch einmal hoch sehen, dort liegt die Gruttenhütte, der höchste Punkt der heutigen Wanderung. Bis kurz vor der Hütte werden wir sie nicht mehr sehen.

An der letzen Kehre zum Parkplatz startet der Weg 812 hinauf zur Gaudeamushütte, die nur knapp 200 Höhenmeter oberhalb der Wochenbrunner Alm liegt. Der Weg ist breit und gut, teilweise schon relativ steil, aber immer sehr gut zu gehen. An den grasenden Kühen vorbei wandert man gemütlich in einer guten halben Stunde hinauf zur Gaudeamushütte.

Leicht zu erreichen - Die Gaudeamushütte

Leicht zu erreichen - Die Gaudeamushütte

Diesen Teil des Weges kann man, im Gegensatz zu den weiteren Teilstücken, sogar mit geländegängigen Kinderwagen gehen.

Das Ellmauer Tor, auch ein beliebtes Ziel von der Gaudeamushütte aus

Das Ellmauer Tor, auch ein beliebtes Ziel von der Gaudeamushütte aus

Für eine längere Rast ist es nach der erst halbstündigen Wanderung noch etwas zu früh. Wir lassen also Bierbänke, Stube und Spielplatz links liegen. Nach einem Blick in Richtung des noch völlig in den Wolken liegenden Ellmauer Tores und einem Schluck Apfelschorle geht es gleich weiter, das Klamml ruft.

Zur Gruttenhütte sind nun zwei Wege ausgeschildert: Der Weg über den Jubiläumssteig und der Weg über das Klamml. Der Jubiläumssteig ist schon ein Klettersteig, wir nehmen den Weg “Gruttenhütte über Klamml”. Beide Wege beginnen direkt vor der Hütte, in Richtung Ellmauer Tor. Für den Weg zum Klamml halten wir uns in nördlicher, aber ganz leicht westlicher Richtung. Oder: In Richtung Ellmauer Tor, aber ein wenig nach links.

Mehrere Wege führen zur Gruttenhütte - wir wollen durchs Klamml

Mehrere Wege führen zur Gruttenhütte - wir wollen durchs Klamml

Der steinige Weg führt erst durch die Wiesen, dann durch Latschen und an einigen Felsen entlang. Über Stock und Stein geht es immer weiter bis zu einem Wegweiser Richtung Klamml. Vorher wird noch ein trockenes Bachbett gekreuzt. Am Wegweiser geht’s nach links, denn wir wollen nicht über den Jubiläumssteig.

Am Abzweig - Zum Klamml geht's nach links

Am Abzweig - Zum Klamml geht's nach links

Weiter führt der Weg über Steine und kleine Felsbrocken am Rand eines Gerölltrichters entlang. Ein Blick zurück lohnt sich: Schon jetzt deutlich unter uns liegt die Gaudeamushütte.

Die Eisenleiter auf dem Weg zum Klamml

Die Eisenleiter auf dem Weg zum Klamml

Und jetzt naht, zumindest für diejenigen, die keine Klettersteig-Geher sind, der erste Höhepunkt: Auf einem sehr schmalen Weg um einen Felsen herum stehen wir direkt vor einer etwa drei Meter langen Eisenleiter. Hier geht es nun hoch, dann sofort an einer Eisenkette entlang über einige Stufen.

Nach der Leiter, weiter in Richtung Klamml - und Nebel

Nach der Leiter, weiter in Richtung Klamml - und Nebel

Wir sind jetzt am oberen Rand des Geröllfeldes. Links nach unten das Geröll, rechts die hohen Felsen, führt der Weg nur leicht bergan. Aber schon kommen einige Holzstufen, die zum Klamml-Eingang hinaufführen.

Holzstufen vor dem Einstieg ins Klamml

Holzstufen vor dem Einstieg ins Klamml

Links erhebt sich die Wand des Gruttenkopfs, rechts geht es genauso steil nach oben, dazwischen befindet sich das schmale Klamml. Hier geht es nun hoch. Der Weg ist mit einigen Eisenklammern als Tritten und Griffen gesichert.

Griffe und Markierungspunkte im Klamml

Griffe und Markierungspunkte im Klamml

Hier muss man klettern, ohne Einsatz der Hände kommt man nicht hoch. Vor allem nicht über die letzte Stufe, an der man sich einen Felsen hochziehen muss. Lang ist das Klamml nicht, aber für einen Wanderweg ist es eine ganz außergewöhnliche Strecke. Wirklich beeindruckend.

Blick von oben ins Klamml hinunter

Blick von oben ins Klamml hinunter

Am Ausstieg geht es nach links. Jetzt sind wir wieder auf einem Weg, allerdings einem recht schmalen, der nach rechts hin ziemlich steil und tief abfällt. Wenige Kehren später erreichen wir aber die Kuppe, von wo nun ein fast ebener Weg die letzten Meter zur Gruttenhütte führt. Direkt zu Beginn dieses Weges treffen wir auf den späteren Abstiegsweg, der von links kommt. Kurz darauf kommt auch von rechts der Weg vom Jubiläumssteig.

Serpentinenweg oberhalb des Klammls

Serpentinenweg oberhalb des Klammls

Erst jetzt, auf den letzten Metern des Weges, zeigt sich die Gruttenhütte. Dort angekommen sollte man erst mal ausgiebig Pause machen. Neben dem guten Essen lohnt sich vor allem der tolle Ausblick von der Terrasse, die einigermaßen abenteuerlich über dem Abgrund zu schweben scheint. Nach unten sieht man die Wochenbrunner Alm, dahinter das Tal mit Ellmau und Going, weiter links dann Kitzbühel und das Kitzbüheler Horn, leicht zu erkennen am großen Antennenmast.

Die wilden Spitzen des Wilden Kaisers

Die wilden Spitzen des Wilden Kaisers

Nach Norden sieht man direkt auf die Ellmauer Halt und nach Osten stehen aufgereiht die vielen Zacken der Goinger Halt, der Törleckspitzen und einigen weiteren felsigen Bergspitzen.

Ebenso wie die Gaudeaumushütte kann auch die Gruttenhütte als Übernachtungsmöglichkeit und Stützpunkt für Klettertouren in den felsigen Bergen genutzt werden. Das wollen wir heute aber nicht machen. Also sehen wir den Dohlen zu, die um erbeutete Wurstscheiben kämpfen. Sie sind wahre Flugkünstler, die ohne einen Flügelschlag jeden Windzug und jede Thermik nutzen können.

Blick zurück auf die Gruttenhütte vor der Ellmauer Halt

Blick zurück auf die Gruttenhütte vor der Ellmauer Halt

Der Rückweg führt zunächst wieder ein Stück auf dem Hinweg, allerdings nicht wieder durch das Klamml hinunter, sondern kurz vor dem Klammlweg rechts durch die Felsen. Am Wassermesspunkt vorbei führt der Weg zunächst steinig am Rand eines Geröllfeldes steil bergab.

Der Abstiegsweg führt auch durch das Geröllfeld

Der Abstiegsweg führt auch durch das Geröllfeld

Dann führt der Weg mitten durch das Geröllfeld, aber mit geringerem Gefälle. Unmittelbar nach dem Geröllfeld geht es in den Wald, der bis direkt zur Wochenbrunner Alm führt. Auch dieser Weg ist relativ steinig und ziemlich steil. Am Parkplatz der Wochenbrunner Alm verlassen wir den Wald dann wieder.

Nach der Wanderung kann man es sich dann an der Wochenbrunner Alm noch mal gutgehen lassen. Essen und Trinken, die heißgelaufenen Füße ins Kneippbecken halten oder auf den Holzliegen die Sonne und die Aussicht genießen. Ein Kinderspielplatz und ein Wildgehege lassen auch bei Kindern keine Langeweile aufkommen. Ein guter und gemütlicher Abschluss eines tollen Bergtags.

Dauer und Schwierigkeit:
Bis auf den ersten Teil zur Gaudeamushütte ist der Weg ein mittlerer bis schwerer Bergsteig, der nicht unterschätzt werden sollte. Allerdings ist er für größere Kinder gut zu schaffen. Kletterausrüstung benötigt man nicht, es gibt allerdings ein paar Kletterstellen. Der Klammlweg ist bergauf als “roter” Wanderweg gekennzeichnet, bergab als “schwarz”.
Von der Wochenbrunner Alm zur Gaudeamushütte gelangt man bequem in einer guten halben Stunde. Von dort etwa 40 Minuten bis zur Eisenleiter, dann in etwa 10 Minuten zum Klamml-Eingang. Durch das Klamml und die Serpentinen bis zur Gruttenhütte kann man mit 15-20 Minuten rechnen. Also etwa eindreiviertel Stunden von der Wochenbrunner Alm zur Hütte Gruttenhüte.
Bergab haben wir dann etwa eine Stunde und 20 Minuten gebraucht, etwa zur Hälfte auf dem oberen steinigen Weg und zur Hälfte durch den Wald.

Höhenangaben:
Ellmau: ca. 805 Meter
Wochenbrunner Alm: 1080 Meter
Gaudeamushütte: 1263 Meter
Gruttenhütte: 1620 Meter

Essen und Trinken:
Mit der Wochenbrunner Alm als Start- und Zielpunkt, der Gaudeamushütte und der Gruttenhütte gibt es gleich drei Orte, die sehr gut zur Pause geeignet sind. Gerade im Sommer sollte man aber genügend Getränke mitnehmen, da Teile des Aufstiegsweges und die obere Hälfte des Abstiegsweges südseitig liegen und sehr der Sonne ausgesetzt sind.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf allen Wegen oberhalb der Gaudeamushütte ist Trittsicherheit wichtig. Die Wege sind sehr steinig und teilweise sehr steil, zum Teil sehr schmal. An einigen Stellen besteht Absturzgefahr bei Unachtsamkeit. Auch der Abstiegsweg ist steil. Alle Teilstücke können nach Regen rutschig sein. Kletterausrüstung ist allerdings nicht notwendig.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Nur das erste Teilstück von der Wochenbrunner Alm zur Gaudeamushütte ist mit geländetauglichen Kinderwagen nutzbar. Alle weiteren Wege dieser Wanderung können mit Kinderwagen nicht benutzt werden.

Wie komme ich hin?
Mit dem Zug: Von München aus in gut anderthalb Stunden bis Kufstein. Von dort mit dem Bus bis Ellmau. Zur Wochenbrunner Alm gibt es allerdings (meines Wissens nach) keinen Busverkehr, so dass man von Ellmau laufen müsste, was jeweils mindestens eine zusätzliche Stunde Wanderung bedeuten würde.

Mit dem Auto: Von München aus über die A8 und A93 (ab Innaldreieck) bis Kufstein-Süd fahren. Achtung: Mautpflicht ab 1.12.2013! Dort immer den grünen Schildern “Felbertauern” folgen. Über die Loferer Bundesstraße vorbei an Eiberg nach Ellmau fahren. Nach rechts in den Ort, dann unter der Bundesstraße hindurch und rechts den Schildern zur Wochenbrunner Alm folgen.
Das letzte Stück ist eine Mautstraße. Maut (2011): Einmalig 4 Euro für Straßennutzung und Parken.

Links:
Wochenbrunner Alm
Gaudeamushütte der DAV-Sektion Main-Spessart
Gruttenhütte
Eine etwas andere Beschreibung derselben Wanderung findet Ihr bei Familienschnack

Buchtipp und Wanderkarte:

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Ich liebe den Wilden Kaiser. Wir waren letztes Jahr ein paar Tage dort unterwegs, u.a. von der Kaindlhütte zur Gruttenhütte über den Scheffauer. Eine extrem lange Tour bei extremer Hitze. Nach Stunden sieht man dann endlich die Gruttenhütte und weiß, dass man noch 45 Minuten einen relativ steilen Fahrweg hinauf muss. Das Radler entschädigt für vieles. In der Gruttenhütte selber wird es im Sommer allerdings ordentlich eng. Zusammen mit über 20 Mann in einem Matratzenlager hat man zum Glück nicht jede Nacht…

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