Altmühltal-Panoramaweg: Von Walting nach Kipfenberg

Wandern auf dem Altmühltal-Panoramaweg: Walting – Kipfenberg

Weiter geht es auf dem Altmühltal-Panoramaweg. Nach den Etappen von Pappenheim nach Solnhofen und von dort nach Mörnsheim geht es nun östlich von Eichstätt weiter. Ich werde von Waltring nach Kipfenberg wandern, dabei durch die Heide, über Felsen und Wälder wandern und zweimal die Altmühl überqueren. Und auf den Spuren der Römer werde ich auch ein Stück auf dem echten Limes wandern.

Auf den Felsen über Arnsberg, etwa in der Mitte meiner heutigen Wanderung im Altmühltal

Auf den Felsen über Arnsberg, etwa in der Mitte meiner heutigen Wanderung im Altmühltal

17km, 605m Aufstieg, 645m Abstieg.
Die Etappe von Walting nach Kipfenberg ist die längste Etappe, die ich auf dem Altmühltal-Panoramaweg wandere. Nachdem ich erfolglos versucht habe, im Besuchersteinbruch einen weiteren Archaeopteryx zu finden, steht nun erst einmal ein Mittagessen im Gasthof Bauer in Walting-Rieshofen an. Der Gasthof ist bekannt für regionale Küche. Verarbeitet werden Zutaten, die soweit wie möglich aus dem eigenen Betrieb oder aus der Region kommen. Eine echte Empfehlung, die traditionelle bayerische Küche hier schmeckt hervorragend! Der Gasthof Bauer wird auch von Slowfood Deutschland empfohlen.

Im Garten des Gasthofs Bauer in Waltring

Im Garten des Gasthofs Bauer in Waltring

Jetzt sollte ich aber mal wieder loswandern, denn mein heutiger Weg ist noch weit. Wieder führt ein schmaler Pfad am Hang entlang über eine Trockenwiese. Sehr schön, so auf halber Höhe über dem Talboden am Hang entlangzuwandern, die Altmühl immer im Blick. Dann biegt mein Wanderweg scharf ab und führt bergauf durch den Wald. Nach zwei Kurven verlasse ich den Wald wieder und gehe ein Stück am Feld entlang und erreiche den Beginn der Gungoldinger Wacholderheide.

Ein schmaler Wanderweg am Hang, oberhalb die Felsen - im Gebiet der Gungoldinger Wacholderheide

Ein schmaler Wanderweg am Hang, oberhalb die Felsen – im Gebiet der Gungoldinger Wacholderheide

Hier setze ich mich auch auf den den Felsen, von dem ich Euch im ersten Teil berichtet habe. Die Heide ist richtig schön, eine große Trockenwiese mit teils sanften, teils steileren Hügeln, sehr sonnenbeschienen. Wunderbare Blicke ins Altmühltal mit den Orten Rieshofen, Pfalzpaint und Gungolding sind garantiert. Ich esse meine Brotzeit und geniesse die Aussicht.

Der Ausblick von meinem Brotzeitfelsen auf Pfalzpaint

Der Ausblick von meinem Brotzeitfelsen auf Pfalzpaint

Nach der Pause führt mich der Weg durch die Heide direkt auf die Kirche Mariä Himmelfahrt zu, die hoch oberhalb von Gungolding auf der Wacholderheide steht. Der Wanderweg führt mich direkt an der Kirche und dem Friedhof vorbei.

Die Kirche Mariä Himmelfahrt oberhalb von Gungolding

Die Kirche Mariä Himmelfahrt oberhalb von Gungolding

Nach einem steilen Aufstieg durch eine weitere Trockenwiese geht es im Bogen in einen lichten Wald und dann immer leicht abfallend hinunter nach Arnsberg. Durch den Wald sehe ich schon auf den Ort und das Schloss Arnsberg, das auf den gegenüber liegenden mächtigen Felsen steht.

In der Gungoldinger Wacholderheide

In der Gungoldinger Wacholderheide

Auf dem Weg nach Arnsberg - oberhalb des Ortes liegt das Schloss

Auf dem Weg nach Arnsberg – oberhalb des Ortes liegt das Schloss

Erneut quere ich im Ort die Altmühl. Ein schneller Imbiss im Gasthof „Zum Raben“, dann führt mich der Weg wieder steil hinauf in den Wald. Im Wald schnell nach links abbiegen, denn nun geht es hinauf auf die Arnsberger Leite. Ich stehe wieder auf einem der Felstürme, die das Altmühltal prägen. Ich bin nun etwa auf gleicher Höhe mit dem Schloss, tief darunter liegt der Ort Arnsberg. Auf dem gegenüber liegenden Altmühl-Ufer sehe ich den Weg, über den ich gekommen bin.

Der Blick von der Arnsberge Leite auf den Ort, das Schloss und das Altmühltal

Der Blick von der Arnsberge Leite auf den Ort, das Schloss und das Altmühltal

Dazu das weite Tal mit der Altmühl, die in vielen Schleifen hindurchfließt. Und direkt neben mir weitere Felstürme, an denen ich gleich vorbeiwandern werde. An den Felsen vorbei führt der Weg auch schon wieder in den Wald. Hier steht ein Findling mit der Inschrift „Panoramaweg“, der einzige seiner Art, den ich auf meinen Wanderungen sehe. Ob es noch weitere davon gibt?

Der Findling mit der Aufschrift Panoramaweg

Der Findling mit der Aufschrift Panoramaweg

Der Weg führt mich nun bergab nach Böhming. Auf den ersten Blick ein unspektakulärer kleiner Ort, in dem ich wieder einmal das Altmühlufer wechsle. Doch so unscheinbar ist der Ort gar nicht, denn er hat eine lange Geschichte, wie ich gleich erfahre. Auf der anderen Seite der Brücke steht eine Tafel, die auf die 5000 jährige Geschichte des Ortes hinweist. Wer allerdings vor 5000 Jahren hier gesiedelt hat, verrät die Tafel nicht. Kelten? Damit liegt man in Bayern aber meistzens richtig. Bestimmt waren es Kelten, das behaupte ich jetzt einfach mal so.

Schon im Abendlicht: Die Altmühl in Böhming

Schon im Abendlicht: Die Altmühl in Böhming

Zu Zeiten des römischen Kaisers Hadrian wurde hier ein Kastell errichtet, dessen Truppen den nahen Limes schützen sollten. Soviel Geschichte hätte ich in diesem kleinen Ort nicht erwartet.

Und mein Weg führt mich jetzt auch direkt zum nahen Limes. Auf einem Weg, der ziemlich meinem Wanderweg gleicht, sollen die römischen Soldaten aus ihrem Kastell zu ihren Wachen am Limes gegangen sein. Ein gutes Stück geht es steil bergauf durch den Wald. Eine scharfe Kurve und ein paar Meter weiter wandere ich nun direkt auf dem fast zweitausend Jahre alten Limes. Der Weg ist ein Bodendenkmal und verläuft fast schnurgerade.

Ich wandere auf einem bekannten historischen Weg, dem römischen Limes

Ich wandere auf einem bekannten historischen Weg, dem römischen Limes

Einige alte Pflastersteine sind noch zu erkennen. Zu Römerzeiten war der Blick frei, vermute ich, jetzt führt der Weg durch Büsche und Wald. Kurz darauf, nach vielleicht 300 Metern, treffe ich auf einen römischen Wachturm. Diese hölzernen Wachtürme standen in regelmäßigen Abständen entlang des Limes, so dass sie immer eine Sichtverbindung hatten.

Der hölzerne römische Wachturm ist selbstverständlich eine Nachbildung, neben dem Turm sind aber Steinfundamente eines Turms aus römischer Zeit zu sehen. Natürlich gehe ich hoch, mein Ausblick ist aber sehr beschränkt, ich blicke auf die Bäume wenige Meter vor mir. Anschleichende Alemannen oder Germanen hätte ich viel zu spät gesehen, denn heutzutage steht der Turm mitten im Wald. So ist auch die Sichtverbindung in den Ort Böhming und zu dem früheren Kastell nicht mehr gegeben.

Auf die Nachbildung des römischen Limes-Wachturms musst ich natürlich auch gehen

Auf die Nachbildung des römischen Limes-Wachturms musst ich natürlich auch gehen

Es ist schon beeindruckend, auf einem Weg aus der Römerzeit zu gehen, aber so ein richtiges Römerfeeling will sich nicht einstellen, da ich mich mitten im Wald befinde. Die Vorstellung, dass hier einmal eine Grenze des riesigen Römerreichs war und gegenüber die germanischen Horden nur darauf warteten, den Römern den Garaus zu machen, stellt sich nicht ein.

Die steinernen Fundamente eines Turms aus der Zeit der Römer

Die steinernen Fundamente eines Turms aus der Zeit der Römer

Also nehme ich direkt hinter dem Turm den Weg, der steil bergab in Richtung Kipfenberg führt, dem Ziel meiner heutigen Wanderung. Danach geht es mit dem Auto nach Beilngries, einen kleinen Ort mit einer wunderbaren Altstadt voller Gaststätten, so dass es hier ein lebendiges Stadtleben gibt. Ich wohne im Hotel Fuchsbräu, das in einem mehrere hundert Jahre alten Haus mitten im Ort liegt.

Das Haus ist vor wenigen Jahren komplett renoviert und erweitert worden. Modern, mit klaren Linien, aber trotzdem gemütlich, sehr angenehm und mitten im Zentrum der Altstadt gelegen. Ich kann es empfehlen!

Und am kommenden Tag folgt meine letzte Wanderetappe von Riedenburg zur Burg Prunn.

Links:
Naturpark Altmühltal: Waltring – Kipfenberg
Gasthof Bauer in Walting-Rieshofen
Zum Raben in Arnsberg
Hotel Fuchsbräu in Beilngries

Buch und Wanderkarte:

Das Wochenende im Altmühltal habe ich im Rahmen des #ttwandern auf Einladung der Top Trails of Germany und des Naturparks Altmühltal verbracht.

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