Die Brücke zwischen den Kontinenten

Die Brücke zwischen den Kontinenten auf der Halbinsel Reykjanes

Kann man von Europa nach Amerika laufen? Kurz mal den Kontinent wechseln? Auf Island ist das möglich, zumindest symbolisch. Denn quer durch die Insel zieht sich der Riß, der durch das Auseinanderdriften der Eurasischen und der Nordamerikanischen Kontinentalplatte verursacht wurde. Auf der Halbinsel Reykjanes ganz im Südwesten kann man auf der „Brücke zwischen den Kontinenten“ kurz nach Amerika rüberlaufen.

Die Brücke zwischen den Kontinenten auf der Halbinsel Reykjanes

Die Brücke zwischen den Kontinenten auf der Halbinsel Reykjanes

In Wirklichkeit ist es etwas komplizierter, so einfach lassen sich die Kontinentalplatten nicht auseinanderhalten. Aber hier liegt ein weniger Meter tiefer Graben sehr einladend in der kargen Lava-Landschaft, direkt neben der Straße 425. Das ist geradezu eine Einladung, eine Brücke über diesen Graben zu bauen, die symbolisch die beiden Kontinente Europa und Amerika verbindet. Beziehungsweise die Eurasische und die Nordamerikanische Kontinentalplatte.

Die etwa 18 Meter lange Brücke überspannt einen niedrigen Graben

Die etwa 18 Meter lange Brücke überspannt einen niedrigen Graben

Die „Brücke zwischen den Kontinenten“ wurde im Jahr 2002 eröffnet und ist 18 Meter lang. Sie ist auch unter dem englischen Namen „Bridge Between Continents“, als Miðlína oder „Brú milli heimsálfa“ bekannt. Letzterer Name steht auch auf den Wegweisern an der Straße.

Auf dem kurzen Weg vom Parkplatz zur Brücke steht natürlich ein Schild mit der berühmten „You are here“ Markierung. Wir sind auf einer ziemlich kleinen Insel direkt auf der Grenze zweier Erdplatten, die mit einer Geschwindigkeit von zwei Zentimetern pro Jahr auseinanderdriften.

„You are here“ - das sieht man auch nicht häufig auf einer Weltkarte

„You are here“ – das sieht man auch nicht häufig auf einer Weltkarte

An den beiden Enden der Brücke bieten Schilder kurze Informationen zur jeweiligen Kontinentalplatte. Wir sind von Europa nach Amerika gegangen. Nein gewandert, immerhin ist das hier ein Wanderblog.

Auf geht's in Richtung Amerika!

Auf geht’s in Richtung Amerika!

Wegweiser auf der Brücke. Damit man nicht auf dem falschen Kontinent landet

Wegweiser auf der Brücke. Damit man nicht auf dem falschen Kontinent landet

Auf der Brücke überquert man den etwa sech Meter tiefen Graben. Man dann auch in den Graben hineingehen. Keine Sorge, unten erwarten Euch nicht brodelnde Lava oder zischende und dampfende Fumarolen und Solfatare wie im nahem Geothermalgebiet Gunnuhver. Hier ist es ruhig. Der Graben ist nur voller vulkanischem Sand und einigen Felsen.

Der Blick von der Brücke auf den Graben in Richtung Ozean

Der Blick von der Brücke auf den Graben in Richtung Ozean

Da bleibt noch die immer widerkehrende Tripadvisor Frage: „Lohnt es sich?“. Nun ja. Auf unserer Rundfahrt durch Island haben wir weitaus grandiosere Landschaften und Naturwunder gesehen. Die Brücke erfüllt keinerlei Zweck, sie ist einfach nur ein Symbol und natürlich eine Touristenattraktion.

Von der Brücke aus kann man das Meer sehen

Von der Brücke aus kann man das Meer sehen

Hier kann man den Daheimgebliebenen ein Foto mit dem „Welcome to the North American Plate“ Schild schicken oder ein Video, wie man über die Brücke von Europa nach Amerika geht.

Kurz gesagt: Extra hinfahren würde ich nicht. Aber da wir auf der Runde über Reykjanes daran vorbeigekommen sind, haben wir dort angehalten. Eine Viertelstunde kann man für den Besuch einplanen. Außer der Brücke mit den Infotafeln und dem Parkplatz gibt es dort nichts.

Hinweisschild an der Straße 425 zur Brücke

Hinweisschild an der Straße 425 zur Brücke

Links zu Gunnuhver:
Schöne Fotos der Brücke und ihrer Umgebund findet Ihr auf islandzauber.de und bei visitreykjanes.is.

Buchtipps und Wanderkarte:

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