Wanderung auf das Hintere Sonnwendjoch

Wanderung: Ackernalm – Steinerkaseralm – Frommalm – Gipfel Hinteres Sonnwendjoch – Bärenbadalm – Ackernalm

Das Hintere Sonnwendjoch bietet sich für eine Wanderung an einem klaren, sonnigen Herbsttag ideal an. Die Tour ist eher leicht und auch für Familien gut geeignet. Während des Aufstiegs und erst recht auf dem Gipfel wird man mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Das Ziel unserer Tour: Das Hintere Sonnwendjoch. Sieht wie ein guter Aussichtsgipfel aus!

Das Ziel unserer Tour: Das Hintere Sonnwendjoch. Sieht wie ein guter Aussichtsgipfel aus!

Für diese Wanderung haben wir uns den Feiertag am 1. November ausgesucht. Wir, das waren neben mir die drei anderen Outdoor- und Wanderblogger Ute von Zwerg-am-Berg, Basti von Zipfelkreuz und Jens vom Hiking-Blog. Jens hatte gerade in der Nähe Urlaub gemacht und zur Bloggerwanderung eingeladen.

Unsere Wanderung führt ins Grenzgebiet zwischen Bayern und Österreich. Obwohl das Mangfallgebirge hauptsächlich in Bayern liegt, befindet sich das Hintere Sonnendjoch, der mit 1986 Metern höchte Berg des Mangfallgebirges, in Tirol.

Nachdem wir in Bayrischzell in Richtung Thiersee abgebogen sind, die Grenze am Ursprungpass und den Aufstieg zur Mariandlalm passiert haben, biegt auf der rechten Seite die Mautstraße zur Ackernalm ab.

Unsere Wanderung startet an der Ackernalm

Unsere Wanderung startet an der Ackernalm

Auf der schmalen Straße fahren wir hoch bis zur Alm, die auch einige Parkplätze bietet. Der Morgen ist schön, so dass wir leicht der Stube und Terrasse der Ackernalm widerstehen können und sofort mit unserer Wanderung starten.

Die erste Zeit laufen wir auf der asphaltierten Straße, zunächst zur Almkäserei. Hier werden wir auf dem Rückweg noch kräftig einkaufen, aber jetzt zieht es uns erst einmal zum Abhang auf der anderen Wegseite.

Das Thierseetal und Kufstein liegen unter den Wolken, wir schauen drüber hinweg auf das Kaisergebirge

Das Thierseetal und Kufstein liegen unter den Wolken, wir schauen drüber hinweg auf das Kaisergebirge

Während wir in der strahlenden Sonne stehen, ist das Thiersee-Tal, in das wir hinabsehen, von einem riesiger Wolkenbausch bedeckt. Hinter dem Wolkensee erhebt sich das Kaisergebirge. Dieser Anblick allein ist schon klasse, aber es wird noch besser.

Vorbei an den Gebäuden der Ackernalm

Vorbei an den Gebäuden der Ackernalm

Zunächst gehen wir weiter auf der Straße, an der kleinen Almsiedlung vorbei. Zwischendurch haben wir noch versucht, den kleinen Pfad zur Frommalm zu finden, der in manchen Wegbeschreibungen beschrieben wird der auch in der Kompass-Karte eingezeichnet ist. allerdings haben wir das dann bald aufgegeben. An einem der Häuser haben wir erfahren, dass der Pfad wegen Steinschlag gesperrt ist. So haben wir uns dann wieder auf den „Normalweg“ begeben.

Am Abzweig Steinerkaseralm geht es weiter zur Frommalm

Am Abzweig Steinerkaseralm geht es weiter zur Fromalm

Am Abzweig „Steinerkaseralm“ haben wir den Weg nach rechts zur Frommalm genommen. Das Hintere Sonnwendjoch ist in beide Richtungen ausgewiesen, in Richtung Frommalm allerdings mit 1,5 statt 2 Stunden Gehzeit. Der Weg wird nun zum Schotterweg und im Bereich der Frommalm geht er in einen Wiesenweg über.

Über die Wiese wandern wir in Richtung Gipfel

Über die Wiese wandern wir in Richtung Gipfel

Am Wegweiser Frommalm sehen wir ein kleines Schild, das auf die Wegsperre des Pfades zwischen Frommalm und Ackernalm hinweist. Unten haben wir einen solchen Hinweis nicht gesehen. Jetzt wandern wir weiter und spürbar steiler über einen ausgetretenen Wiesenweg, der am Hang entlang läuft. Auf diesem Weg gewinnen wir schnell an Höhe.

An der Frommalm - hier steht dann auch der Hinweis auf den gesperrten Pfad

An der Frommalm – hier steht dann auch der Hinweis auf den gesperrten Pfad

Wir wandern weiter bergauf und sehe noch einmal auf das Thierseetal und Kufstein hinab, die weiter unter einer dichten Wolkendecke liegen.

Erneut sehen wir wir das Kaisergebirge aus den tiefliegenden Wolken ragen

Erneut sehen wir wir das Kaisergebirge aus den tiefliegenden Wolken ragen

Kurz darauf passieren wir ein schmales Latschenband. Hier wird der Weg etwas felsig. Kein wirkliches Problem, aber für Kinder sicher eine spannende Passage. Wir erklettern einen kleinen Sattel, dann sehen wir den Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs schon vor uns.

Der Blick zum Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs, weit ist es nicht mehr

Der Blick zum Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs, weit ist es nicht mehr

Der Weg führt nun durch braune Almwiesen. Teilweise sind Stufen eingebaut. Stetig wandern wir bergauf in Richtung Gipfel.

Einige Stufen zum Sonnwendjoch

Einige Stufen zum Sonnwendjoch

Dann kommt ein weiteres Latschenband, wieder wird es leicht felsig, und zum Schluß geht es durch ein kleines Schotterstück auf den felsigen Gipfel des Hinteren Sonnwendjochs, der mit einem großen Gipfelkreuz markiert ist.

Das Gipfelkreuz des Hinteren Sonnwendjochs

Das Gipfelkreuz des Hinteren Sonnwendjochs

Und hier merken wir, dass wir auf fast 2000 Metern Höhe stehen. Der Rundumblick ist großartig, wir sind auf dem höchsten Punkt des Mangfallgebirges angekommen und sehen weit über den Alpenhauptkamm. Fällt Euch ein bekannter Berg der Ostalpen ein? Mit hoher Wahrscheinlichkeit seht Ihr ihn von hier aus.

Grandioser Alpenblick vom Hinteren Sonnwendjoch

Grandioser Alpenblick vom Hinteren Sonnwendjoch

Ganz nah vor uns ist natürlich wieder das Kaisergebirge, das wir vorher schon gesehen haben. Der Schinder ist auch markant. Die höchsten Berge Deutschlands und Österreichs, Zugspitze und Großglockner, sehen wir in der Ferne. Dazu Karwendel und Stubaier Alpen, Großvenediger und ungezählte weitere Berge. Eine tolle, beschriftete Panoramaansicht findet Ihr übrigens bei Höhenrausch.

Blicken wir hinter uns, nach Deutschland, sehen wir die steil abfallende Nordwand des Hinteren Sonnwendjochs hinab. Dahinter als markanteste Berge den Wendelstein direkt gegenüber und die Rotwand, etwas weiter links. Sehr gut zu erkennen sind das Rotwandhaus und die drei langen Wege, die sich kurz vor dem Haus treffen.

Die Dohlen wollen unsere Brotzeit haben

Die Dohlen wollen unsere Brotzeit haben

Wir sitzen lange auf den Felsen, machen Brotzeit und beobachten die Dohlen, die sich vom Wind tragen lassen. Sie kreisen immer um uns und die anderen Wanderer herum, in der Hoffnung, dass auch sie eine reichhaltige Brotzeit erhalten.

Über den Serpentinenweg geht es hinab zur Bärenbadalm

Über den Serpentinenweg geht es hinab zur Bärenbadalm

Für den Abstiegsweg haben wir uns für die Varaiante über die Bärenbadalm entschieden. Zunächst geht es ein kurzes Stück über den Aufstiegsweg bergab, dann zweigt der Weg zur Bärenbadalm ab und führt in vielen ziemlich ausgetretenen Serpentinen durch die Wiese bergab.

Blick auf die Alpenkette und auf unseren Aufstiegsweg

Blick auf die Alpenkette und auf unseren Aufstiegsweg

Auf einem Flachstück haben wir noch einmal einen schönen Blick auf einen Teil unseres Aufstiegswegs, dann gehen wir weiter begab zur Bärenbadalm.

Kurz vor der Bärenbadalm, die keine Einkehrmöglichkeit bietet, treffen wir wieder auf den Fahrweg, über den wir nun gemütlich hinab zur Ackernalm wandern.

An der Bärenbadalm

An der Bärenbadalm

An der „Milchtrinkstube“, dem kleinen Laden der Almkäserei kommen wir selbstverständlich nicht vorbei, ohne dort einzukaufen. Wir decken uns mit Käse, Räucherspeck und einem Almschnaps ein. Das ist aber alles für zu Hause, denn nun gibt es ein spätes Mittagessen auf der Ackernalm. Da es am 1. November doch schon frisch ist und die Sonne schon tief steht, ziehen wir die Gaststube der Terrasse vor, um unsere Bloggerwanderung ausklingen zu lassen.

Almkäse und Speck in der Milchtrinkstube

Almkäse und Speck in der Milchtrinkstube

Einen Cache haben wir während der Wanderung übrigens auch gefunden. Zufällig, ohne Suche und ohne GPS. Aber ich verrate nicht, wo. Es gibt noch andere Caches auf dieser Wandertour, aber die findet Ihr sicher selbst.

Dauer und Schwierigkeit:
Für den Aufstieg von der Ackernalm haben wir, inklusive der erfolglosen Steigsuche, etwa eine Stunde zur Steinerkaseralm gebraucht, weiter etwa 25 Minuten zur Frommalm und eine weitere Dreiviertelstunde zum Gipfel. Insgesamt also gute zwei Stunden im Aufstieg. Zurück etwa 50 Minuten zur Bärenbadalm und eine weiter halbe Stunde zur Almkäserei, also etwa eineinhalb gemütliche Stunden bergab.

Schwierig ist die Wanderung nicht, zumindest nicht bei trockenen Verhältnissen, wie wir sie hatten. Bei nassem Boden dürfte es ziemlich rutschig werden auf den Wiesenwegen. Der Weg ist südseitig ausgerichtet und nahezu komplett der Sonne ausgesetzt. im Sommer wird es also eine sonnige und heiße Wanderung, achtet dann unbedingt auf Sonnenschutz und genügend Getränke. Der Herbst, in dem wir hier gewandert sind, ist sicher die bessere Jahreszeit für diese Tour.

Alpenblumen auf dem Aufstiegsweg

Alpenblumen auf dem Aufstiegsweg

Höhenangaben:
Berggasthof Ackernalm: 1338 Meter
Almkäserei Ackernalm: 1400 Meter
Steinerkaseralm: 1540 Meter
Frommalm: 1672 Meter
Gipfel Hinteres Sonnwendjoch: 1986 Meter

Essen und Trinken:
Auf der Ackernalm am Beginn und Ende der Wanderung gibt es die typische Berggasthausküche. In der Milchtrinkstube, etwa fünf Gehminuten entfernt, kann man sich auch für zu Hause mit Käse, Speck und Spirituosen eindecken und auch direkt Essen und Trinken. Weitere Einkehrmöglichkeiten gibt es auf dieser Wanderung nicht.

Unser Schild des Tages: Milchtrinkstube

Unser Schild des Tages: Milchtrinkstube

Wo muss ich besonders aufpassen?
Im Gipfelbereich des Hinteren Sonnwendjochs muss man schon etwas aufpassen, vor allem, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Die Steilabbrüche gehen tief hinunter. Insgesamt ist es aber eine eher leichte Wanderung.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Dieser Weg ist für Kinderwagen nicht geeignet. Möglich ist es aber, von der Ackernalm über den Fahrweg bis zur Bärenbadalm oder noch weiter zu gehen. Höher gelegene Regionen und der Gipfel sind aber mit Kinderwagen nicht erreichbar.

Tolle Ausblicke auf die Alpen während der Wanderung auf das Hintere Sonnwendjoch

Tolle Ausblicke auf die Alpen während der Wanderung auf das Hintere Sonnwendjoch

Wie komme ich hin?
Mit dem Auto: Von München über die A8 bis zur Ausfahrt Weyarn, dann über Miesbach und Schliersee nach Bayrischzell. Im Ort nach rechts in Richtung Kufstein/Thiersee fahren. Kurze Zeit später passiert man am Ursprungpass die Grenze nach Österreich, wenige Kilometer weiter ist rechts die Abzweigung zur Ackernalm. Ab hier Maustraße. Kosten 2013: 4 Euro, bezahlbar vor der Auffahrt am Automaten.
Mit dem Zug: Mit der BOB kann man von München aus bis Bayrischzell fahren. Von dort aus gibt es auch einen Bus in Richtung Thiersee/Kufstein, allerdings habe ich keinen Fahrplan finden können. Eine Haltestelle an der Einmündung zur Ackernalm gibt es wohl auch nicht, daher bietet sich die Anreise mit dem Auto hier besser an.

Links:
Berggasthof Ackernalm
Almkäserei Ackernalm

Buchtipp und Wanderkarten:

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

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  3. Das Beste an einer Wanderung in den Bergen ist natürlich der Ausblick am Ende. Einfach herrlich, vor allem das letzte Bild erinnert mich stark an mein Desktophintergrund. Sind sehr schöne Bilder geworden 🙂

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