Mikki – mit dem Hund auf den Berg

Von Hunde-Gipfelglück, dem Wienerle-Blick, Kühen und Poo-Boxen

Seit einiger Zeit taucht immer wieder Mikki in den Artikeln über unsere Wanderungen auf. Aber Mikki war nicht unser erster Berghund, unsere vorherigen Begleiter haben sich nur nicht so ins Bild gedrängelt. Darum stelle ich sie an dieser Stelle noch einmal kurz vor. Dazu: Was wir auf unseren Wanderungen mit Hund so alles erlebt haben, was zusätzlich in meinen Rucksack kommt und welche Outdoor-Hundeseiten mir gefallen. Und weil Weihnachten ist, gibt es natürlich auch noch etwas Bonus-Material.

Bergrausch am Rauschberg. Ganz klar, Mikki ist ein echter Berghund

Bergrausch am Rauschberg. Ganz klar, Mikki ist ein echter Berghund

Möglicherweise kennt Ihr Mountaindog Mikki schon von einigen Tourbeschreibungen, immerhin ist er schon seit über vier Jahren bei uns und begleitet uns auch immer wieder in die Berge. Aber da gab es ja noch seine Vorgänger, die auch schon mit auf Wandertouren waren, aber bisher noch gar nicht gewürdigt wurden.

Dieser Artikel ist mein Beitrag zum #Outdooradvent17, der gemeinsamen Adventsaktion der Outdoorblogger. Gestern schrieb Bianca auf lebedraussen.de wie sie lernte, Dreckswetter zu lieben. Auf diesen Artikel hier folgt abenteuersuechtig.de mit einer nachdenklichen Vorweihnachtszeit. Eine Übersicht aller Teilnehmer findet Ihr bei aufundab.eu.

Lola und Rufus

Unser erster „Teilzeithund“ war Lola, eine freundliche, schon etwas ältere Hundedame mit sehr gemächlichem Temperament. Wir haben sie jeweils am Wochenende betreut, unter der Woche wohnte sie in München. Große Bergtouren waren nicht so Lolas Ding, meist hat Ihr die Runde durch das heimatliche, pfannkuchenflache Schwabener Moos schon genügt.

Lola im Schnee auf der Hemmersuppenalm

Lola im Schnee auf der Hemmersuppenalm

Richtig aufgedreht hat sie aber auf der Wanderung auf dem Premium-Winterwanderweg der Hemmersuppenalm. Offenbar liebt jeder Hund Schnee, sie war jedenfalls ganz wild darauf, sich tiefe Schneelöcher zu graben und mit Kopf und dem gesamten Vorderkörper darin zu verschwinden. So aufgedreht haben wir sie sonst nie gesehen.

Ob Lola noch lebt? Ich weiß es nicht. Sie wurde dauerhaft vermittelt und hat ein neues Zuhause bekommen, wir bekamen unseren nächsten Wochenend-Teilzeithund.

Rufus hatte allerdings nur ein kurzes Gastspiel bei uns. Ein Schönling war er nicht gerade, aber drahtiger und durchaus agiler als Lola. Aber er hatte ein Problem, er vertrug Autofahren nicht. Detailberichte aus dem Kofferraum erspare ich Euch. Keine gute Voraussetzung, um unser Berghund zu werden.

Rufus, gut getarnt im Wald bei den Josefsthaler Wasserfällen

Rufus, gut getarnt im Wald bei den Josefsthaler Wasserfällen

Aber auf der Wanderung zu den Josefsthaler Wasserfällen am Schliersee hat er eine gute Figur gemacht und viel Spaß im Wasser gehabt. Dennoch, Rufus blieb nur kurze Zeit Gast bei uns. Ganz im Gegensatz zu seinem Nachfolger.

Mikki

Seit mittlerweile vier Jahren ist Mikki unser Hund. Erst ebenfalls als Teilzeithund, ist er seit über zwei Jahren dauerhaft bei uns eingezogen. Obwohl er weiterhin seinen rumänischen Pass behalten hat, fühlt er sich mittlerweile als Oberbayer und damit selbstverständlich in den Bergen zu Hause.

Ich weiß gar nicht, wie viele Bergwanderungen ich schon mit ihm gemacht habe. Immer wieder bin ich erstaunt und erfreut, welche Ausdauer, aber auch welche Sprungkraft und Geschicklichkeit in der Wegfindung er auf unseren Wanderungen zeigt.

Eine der ersten langen Touren für ihn führte auf den Hochgern. Eine abwechslungsreiche Wanderung mit vielen Waldgerüchen, einem leckeren Bach, mehreren Einkehrmöglichkeiten, an denen es Wurst gibt und einer Gipfelwiese zum Ausruhen. Wertung: Vier von fünf Pfoten.

Mikki auf dem Hochgern. Sogar eine Gipfelkapelle in der Größe einer Hundehütte gibt es hier

Mikki auf dem Hochgern. Sogar eine Gipfelkapelle in der Größe einer Hundehütte gibt es hier

Die Wanderung auf die Hochalm am Achenpass war eine der Wanderungen, wo mich seine Fähigkeiten im Gelände wie so oft beeindruckt haben. Auf schmalen Pfaden und über steile Felsplatten hinauf findet er zielsicher seinen Weg. Zu Hilfe kommt ihm dabei die schon erwähnte Sprungkraft. Mit seinen kurzen Beinen springt er aus dem Stand Felsen hinauf, die eigentlich viel zu hoch für ihn erscheinen.

Allerdings zeigte diese Wanderung auch die Schwierigkeiten, auf die man bei Wanderungen mit Hunden stoßen kann. Denn den hochgelobten Hochalm-Panoramablick konnte ich nicht geniessen, da im gesamten Gipfelbereich Almkühe weideten. Kühe können auf Wanderungen mit Hunden eine echte Gefahr darstellen, da sie Hunde mit Wölfen verwechseln. Und Mikki wird bei Kühen zum Angstbeller, was die Situation nicht eben entschärft.

Also haben wir auf Gipfelbuch und Bergpanorama verzichtet und unsere Gipfel-Brotzeit einige Meter unterhalb und in sicherer Entfernung zu den Kühen gemacht. Nicht ahnend, wie neugierig Kühe sind. Nach einiger Zeit standen einige von ihnen fast direkt hinter uns, was eine abrupte Unterbrechung unserer Jause bedeutete und mir eine neue Bestzeit im Rucksack-Packen ermöglichte. Weitere zweihundert Meter entfernt folgten uns die Kühe dann nicht mehr.

Viel entspannter war die Tour auf den Heuberg. 2015 war nicht nur ein Jahr mit einer extremen Hitzeperiode im Sommer, sondern auch mit einem ungewöhnlich milden Dezember. So sind wir zwischen Weihnachten und Silvester auf den schnee- und rinderlosen Heuberg über dem Inntal gewandert. Auch dies ist wieder ein wurzeliger und felsiger Aufstieg, wie Mikki ihn mag. Und oben haben wir uns dann, zusammen mit vielen anderen Wanderern, in die Wiese gelegt und gesonnt.

Was für ein Hundeleben: Sonnenbad auf dem Heuberg

Was für ein Hundeleben: Sonnenbad auf dem Heuberg

Was für ein Bergleben! Besonders für Mikki, der nicht nur ausgiebig in der wärmenden Wintersonne gedöst hat, sondern auch mit seinem treuesten Hundeblick diverse Wienerle von den Nachbarn erbettelt hat. Ein rundum gelungener Bergtag, vermutlich hat Mikki fünf von fünf Pfoten für den Heuberg vergeben.

Nur den versicherten Weg hinauf zur Wasserwand habe ich mir mit ihm zusammen dann nicht zugetraut, das folgt dann nochmal ohne ihn.

Das ist auch ganz wichtig: Das Wandern mit Hund hat Grenzen. Wo er erkennbar nicht weiterkommt oder wo ich alleine noch weitergehen würde, mich mit ihm zusammen aber unwohl fühle, ist die Wanderung dann zu Ende. Dann drehen wir eben um oder müssen eine Ausweichroute nehmen.

Am Fels im Jenner-Gebiet

Am Fels im Jenner-Gebiet

Umgedreht sind wir, als wir vom Carl-von-Stahl-Haus am Jenner zum Hohen Brett wandern wollten. Mir war schon klar, dass die seilversichterten Stellen möglicherweise nicht für Hunde geeignet wären, aber viele sehr hohe Felsstufen haben dann der Tour noch früher ein Ende gesetzt. Die waren auch für Mikki zu hoch. So wurde es dann wieder ein entspannterer Nachmittag mit kürzerer Wanderung und längerem im-Gras-liegen.

Immer wachsam, hier hinter dem Carl-von-Stahl-Haus

Immer wachsam, hier hinter dem Carl-von-Stahl-Haus

Eine Winterwanderung zu den Schwarztennalmen war ein einschneidendes Erlebnis für Mikki. Freunde von uns haben einen Labradoodle, der deutlich größer und schwerer ist als Mikki. Auf der gemeinsamen Wanderung haben sich Mikki und Bobo eine heftige und ziemlich gefährlich aussehende Rangelei im Schnee geliefert, die darin endete, dass sie seither die besten Freunde sind. Die beiden verbindet also eine echte Bergfreundschaft!

Wandern mit Hund, Extra-Ausrüstung für mich

Mittlerweile bin ich in den bayerischen Bergen in der wärmeren Jahreszeit mit recht leichtem Rucksack unterwegs. Nur nicht, wenn Mikki mitwandert. Zu meiner eigenen Ausrüstung kommt dann noch einiges dazu:

Natürlich die Leine. Für alle Fälle ein kleiner Maulkorb aus Stoff, den wir ihm aber bisher nur einmal auf einer Seilbahnfahrt anlegen mussten.

Schneespaß auf dem Weg zur Schnappenkirche

Schneespaß auf dem Weg zur Schnappenkirche

Da ich für mich auf normalen Tageswanderungen meistens Schorlen mitnehme, habe ich eine Wasserflasche für Mikki dabei. Dazu eine Falttasse aus Gummi. Eigentlich ist sie als Outdoor-Kaffeetasse gedacht, passt aber auch als Trinknapf für kleinere Hunde. Eine Futterbox mit etwas Trockenfutter und Leckerlis kommt natürlich auch mit.

Der 'Du hast doch noch Futter im Rucksack?'-Hundeblick

Der ‚Du hast doch noch Futter im Rucksack?‘-Hundeblick

Und auch darum kommt man nicht herum: Diverse Plastiktüten für das, was hinten aus dem Tier rausfallen kann. Und weil am Berg keine Mülltonnen stehen und ich die volle Tüte weder stundenlang in der Hand tragen noch in den Rucksack quetschen mag, eine weitere Box für die zugeknoteten Tüten.

Das war es dann auch schon, aber der Platzbedarf ist schon enorm. Wäre Mikki größer, würde ich ihm, ganz uneigennützig, ein Geschirr mit Packtaschen an der Seite zu Weihnachten schenken. Vielleicht bekommt er aber auch Pfotenschuhe für seine nächsten Wanderungen im Schnee.

Abkühlung in den Gumpen von Purcaraccia auf Korsika

Abkühlung in den Gumpen von Purcaraccia auf Korsika

Wer schreibt eigentlich noch über Wandern mit Hund?

Natürlich bin ich nicht der Einzige, der über Wanderungen mit seinem Hund schreibt. Auf manchen Blogs findet Ihr ebenfalls neben anderen Touren auch Wanderungen mit Hunden, andere Sites haben sich ganz dem Outdoor mit Hund verschrieben. Hier eine kleine Auswahl:

mein-wanderhund.de
Andrea Obele wandert nicht nur mit Ihrem Hund, sondern hat neben dem Blog auch ein Buch zum Wandern mit Hund Chiemgau und Berchtesgaden* veröffentlicht.

hurra-draussen.de
Bei Hurra-Draussen wandert Pelle mit. Und, ich habe ihn schon live erlebt, er legt die dreifache Strecke der Begleiter zurück.

hiking-dogs.de
Eher im Norden als in den Alpen unterwegs sind die Hiking-Dogs.

Es gibt natürlich eine Reihe weiterer Blogs zum Thema „Wandern mit Hund“. Manche haben auch die Alpen als Schwerpunkt, andere sind eher in nördlicheren Regionen Deutschlands unterwegs: wanderpfoetchen.blog, berghundtal.at, bergwandern-mit-hund.de, bergundflachland.wordpress.com, verwandert.de, hunde-reisen-mehr.com, kalteschnauze-blog.de, Anwolf, vierpfotenamberg.de

Berghunde bei Instagram

Instagram ist natürlich der Kanal schlechthin für flauschige Wander-Hundefotos. Meine Favoriten hier sind henrythecoloradodog, hashtajga, thegreatoutdogs, dogsthathike, trustyourtrail, hikingwithdogs, campingwithdogs, dustydesertdogs.

Auch ein Stein kann ein Kissen sein. Ausruhen nach der Wanderung

Auch ein Stein kann ein Kissen sein. Ausruhen nach der Wanderung

Bonusmaterial: Niedliche Hundevideos!

Wie versprochen, zu Weihnachten gibt es flauschiges Bonusmaterial: Die Amerikaner und Kanadier haben es einfach drauf, ihre Rettungshunde als Sympathie-Botschafter der Skigebiete perfekt ins Bild zu setzen. Es gibt schon einige Videos zu entdecken, aber die folgenden zwei haben mir besonders gut gefallen.

Jake: Vail’s Newest Patrol Dog
Jetzt will ich aber von jedem ein „Awwww“ hören, denn Jake hat den größtmöglichen Niedlichkeitsfaktor. Und er lernt, ein echter Ski Patrol Hund zu werden.

Penny & Troy: Pup Patrol
Flatternde Ohren im Sessellift und „sich schütteln“ aus der Sicht der On-Dog-Camera zeigt uns Penny:

Welches sind Eure Lieblings-Hundewanderblogs? Habe ich noch einen tollen Instagram-Account verpasst oder ein anderes Video mit Berghunden? Schreibt mir Eure Vorschläge einfach als Kommentar hier zum Artikel.

Und jetzt wünsche ich Euch noch viel Spaß mit den weiteren Artikeln des #outdooradvent17 der Outdoor-Blogger. Und ich wünsche Euch natürlich frohe Weihnachten!

Links:
Informationen zum richtigen Verhalten gegenüber Almkühen, ob mit oder ohne Hund, findet Ihr auf den Seiten des DAV und des OeAV
Die Homepage der Tierschutzbrücke München
Tipps zur winterlichen Pfotenpflege findet Ihr bei revvet.de

Buchtipps zum Wandern mit Hund:

Hinweis: * = Amazon-Affiliate-Link

Gleich weiterlesen:

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was für ein schöner Bericht.

    Mit dem Hund auf Korsika? Wie seit ihr dahin gekommen?
    Auto und Fähre?

    Schöne Grüße aus dem Rheinland
    Helmut Frey

  2. Hallo Helmut,
    vielen Dank!
    Ja, nach Korsika sind wir mit dem Auto gefahren. Wir waren ein paar Tage in der Toskana, dann haben wir von Livorno aus die Fähre genommen.
    Viele Grüße
    Uli

  3. Hallo Uli

    Vielen Dank für den sehr ausführlichen und schönen Bericht. Sehr schöne Fotos =)
    Seilbahn bin ich mit Sam noch nie gefahren, gur zu wissen das man da einen Beißkorb brauchen könnte. Wir sind meistens abseits vom Trubel unterwegs 😉
    Und nochmal vielen Dank für die Erwähnung von berghundtal.at

    Liebe Grüße Christoph

  4. Hallo Uli!
    Würde mich freuen, demnächst noch mehr von Mikkis Bergtouren zu lesen! Das Wandern mit Hund ist wirklich was anderes als ohne, zumindest wenn man so ein Chaosttier wie meins besitzt. Mein Spanier kann zwar ohne Probleme zig Kilometer laufen und ist sehr trittsicher, aber ist halt auch so ein kleiner Hitzkopf. Kühe oder auch Steinböcke zu passieren ist daher immer eine Herausforderung und für.mich ein Riesen-Adrenalinausstoß. Es hat zwar bisher glücklicherweise keine Probleme gegeben, die Kühe waren meist sehr gelassen, trotzdem finde ich es ziemlich anstrengend.
    Gute Idee mit der Box für die Kacktüten! Das Schlimmste an den Türen ist ja, dass die jeden Geruch durchgehen lassen…
    Viele Grüße und lieben Dank für die Erwähnung!
    Carolin

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