Fotowanderung um den Hackensee

Das Eis trägt zwar noch lange nicht, aber fast der gesamte See ist schon gefroren, die Gräser am Ufer sind mit Rauhreif überzogen. Ich habe das Gefühl, dass auch meine rechte Hand bald gefroren ist. Immer wieder ziehe ich kleine Eisschollen aus dem Wasser, um sie dann an einer bestimmten Stelle wieder ins Wasser zu werfen, damit wir den Einschlag ins Wasser fotografieren können.

Winterlandschaft am Hackensee

Winterlandschaft am Hackensee

Denn genau dazu sind wir an den kleinen Hackensee gefahren: Zum Fotografieren. Wir nutzen das schöne Wetter zwischen Weihnachten und Neujahr für eine Fototour: Günther und Jörg, mit denen ich im Sommer im Karwendel wandern war, mein Sohn und ich. Es ist ein kalter und sonniger Tag. Hier am See liegen viele Stellen am Ufer aber im Schatten, da der Hackensee mitten im Wald liegt.

Der große Vorteil des kleinen Sees: Hier ist nichts los. Er liegt abseits der bekannten Ausflugsziele und es gibt nichts spektakuläres. Die meisten Ausflügler oder Wanderer fahren zum größeren Kirchsee ganz in der Nähe, in dessen Nähe auch das Kloster Reutberg mit seinem Bier und dem Restaurant lockt. Etwas Vergleichbares gibt es hier am Hackensee nicht. So werden wir an diesem Tag auch nur eine Handvoll Spaziergänger treffen und können in aller Ruhe unsere Stative aufbauen und Fotos machen.

Ich teste das neue Weitwinkelobjektiv, dass ich mir zu Weihnachten gegönnt habe: Ein Canon EF-S 10-18, das ich an meine gefühlt 100 Jahre alte Canon EOS 400D schraube. Und ich bedauere sofort, dass ich noch keine Gegenlichtblende habe. Auf vielen Fotos habe ich dann später die bunten Blendenflecken.

Im Laufe des Nachmittags werden wir den kleinen Hackensee einmal umrunden. Die Artikelüberschrift ist etwas hoch gegriffen, denn als echte Wanderung wird unsere Tour nicht durchgehen. So lang ist der Weg um den Hackensee nicht und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit liegt weit unter einem Kilometer pro Stunde.

Wir bewegen uns nur von einem Fotopunkt zum nächsten, teilweise weniger als 100 Meter entfernt. Diesmal fotografieren wir nicht während einer Wanderung, wir gehen spazieren, um zu fotografieren.

Und Motive finden sich hier am See genügend: Ein Bootshaus nahe dem Ufer, eines mitten im See. Das Eis auf dem See funkelt, Eisschollen brechen das Licht oder werden von uns als Wurfgeschosse für Wasserspritzfotos genutzt. Es gibt ein paar alte, halb verfallene Stege. Die Bäume sorgen für einen interessanten Wechsel zwischen Licht und Schatten, manchmal wird nur ein kleiner Bereich des Ufers wie von einem Spot erhellt. Gräser sind von Rauhreif bedeckt, durch herbstlich gefärbte Blätter scheint die Sonne.

Als es uns am Bootshaus zu kühl wird, weil wir im Schatten stehen, gehen wir über die kleine Brücke auf die sonnige Seite des Sees. Hier ist es angenehm. Am Steg machen wir unsere Brotzeit, werfen Eisschollen und fotografieren mit wechselnden Einstellungen.

Wir gehen weiter am Ufer entlang, der Pfad ist schmal und führt über dicke Wurzeln, immer etwa einen Meter oberhalb des Wasserspiegels. Nach kurzer Zeit kommen wir zum Sprungseil. Von einem großen Baum hängt ein dickes Tau, mit dem man, wie an einer Liane schwingend, in den See springen kann. Günther erzählt uns. dass er als Jugendlicher hier auch öfter zum Springen war. Offenbar hängt das Seil schon etwas länger hier. 😉

Als wir halb um den See herumgegangen sind, wird das Licht schon deutlich weniger, die Sonne verschwindet gerade hinter uns, sehr schnell kommen nun Dunkelheit und Kälte. Aber es reicht noch für einige schöne Fotos von einem schon ziemlich morschen Steg.

An der letzten Station nutzen wir noch das letzte Licht, um die Gräser und Grasbüschel auf einer kleinen Halbinsel zu fotografieren. Dazu machen wir etwas experimentelle Fotografie: Mit einer Stirnlampe als Lichtquelle und Langzeitbelichtungen versuchen wir uns in Lichtzeichnungen. Gar nicht schlecht für die ersten Versuche.

Lichtspiele in der Dämmerung

Lichtspiele in der Dämmerung

Schon mit Beleuchtung durch die Stirnlampen, obwohl es erst später Nachmittag ist, gehen wir wieder zum Parkplatz zurück, der kurz vor dem See im Wald liegt. Das war ein erfolgreicher Fototag.

Fotoausrüstung

Ich war mit meiner alten Canon EOS 400D und meinem neuen Canon EF-S 10-18 Ultraweitwinkel-Objektiv (Amazon Affiliate-Link) unterwegs. Von diesem Objektiv bin ich ganz begeistert, es ist gut verarbeitet, leichtgängig und leichtgewichtig, es fokussiert schnell und lautlos, die Fotos sind toll. Und das zu einem wirklich günstigen Preis. Vielen Dank für die Empfehlung, Jörg!

Die meisten der Fotos hier habe ich mit dem EF-S 10-18 gemacht. Nur die Eisblume und die Lichtfigur habe ich mit dem alten Canon Kit-Teleobjektiv EF 55-200 aufgenommen.

Ich habe auch ein wenig mit meinen Cokin P-Serie Filtern gespielt. Diesen passen allerdings nur eingeschränkt mit dem Objektiv zusammen, wie ich schnell festegestellt habe. Bei ganz kurzen Brennweiten, etwa 10mm habe ich schwarze Streifen links und rechts im Bild, die vom Filterhalter stammen. Die Angabe von Cokin „Für Objektive bis 82mm Durchmesser“ gilt also nicht mehr für starke Weitwinkel, wie mein EF-S 10-18, obwohl es nur 67mm Durchmesser hat.

So sah das Ergebnis mit dem EF-S 10-18 bei 10mm Brennweite und Cokin-P Filter aus

So sah das Ergebnis mit dem EF-S 10-18 bei 10mm Brennweite und Cokin-P Filter aus

Die Fotos aus der Galerie hier auf der Seite habe ich auch in ein Flickr-Album gestellt. Nachbearbeitet habe ich die Fotos übrigens mit Adobe Lightroom. Da bin ich aber noch ein völliger Anfänger, aber für die ersten Versuche mit dem im Vergleich zu Paint.NET doch ziemlich komplexen Programm bin ich schon ganz zufrieden.

Noch mehr Fotos vom Hackensee und den dazugehörigen Artikel von Jörg zu unserer Fototour findet Ihr auf www.u-wie-urbach.de.

Viel mehr Fotos gibt’s bei Instagram: Bei aufdenbergde, wissender und mcgrompfi.

Wo ist der Hackensee?

Der Hackensee liegt bei Kleinhartpenning. Von München aus fährt man nach Holzkirchen, dann weiter auf der B13 in Richtung Bad Tölz. In Großhartpenning biegt man ab nach Kleinhartpenning, kurz hinter dem Ort ist die Straße zum See dann ausgeschildert. Im Wald liegt der recht große Parkplatz.

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