Wanderung, mittel, 320 Hm: Bayrisch Gmain Wanderzentrum – Weißbach-Speik-Rundweg und zurück
Diese kleine Wanderung bei Bayrisch Gmain im Berchtesgadener Land führt entlang des Weißbachs und des Speikbachs in eine wildromantische Schlucht unterhalb von Dreisesselberg und Keilkopf im Lattengebirge. Ein Abstecher zu einem kleinen Gipfel, dem Freimahder Köpfl, ist zusätzlich möglich. Im zweiten Teil der Wanderung wird der Weg dann durchaus etwas wilder.
Wir starten am Wanderzentrum in Bayrisch Gmain. Hier beginnen viele Wanderungen, neben Talwanderungen auch auch Gipfeltouren auf den Hochschlegel, Dreisesselberg oder den Dötzenkopf. Die Pfosten mit den Wanderwegweisern sind reich bestückt.
Das Wanderzentrum besteht aus einem recht großen Parkplatz am Waldrand sowie einem Unterstand und mehreren Wanderkarten und Tourenvorschlägen.
Unser Weg, der Weißbach-Speik-Rundweg oder auch kurz die Speikrunde genannt, beginnt in der Verlängerung der Straße, die zum unteren Teil des Parkplatzes führt. Hier verlaufen zwei Wege parallel, beide führen uns zum Ziel.
Der linke Weg ist etwas weiter. Er kreuzt die Bahnlinie nach Berchtesgaden, um dann in einem Bogen auf den Weißbach zu treffen, nachdem er die Bahnlinie erneut quert. Der rechte Weg ist der direktere, etwas kürzer und ohne Bahnübergang. Im Wald, am Weißbach treffen beide Wege wieder aufeinander.
- Auf dem Weg rechts wandern wir ohne Querung der Bahnstrecke
- Ein Blick zurück auf dem Wanderweg bietet einen Ausblick auf den Untersberg
- Der Weg führt entlang der Bahnstrecke nach Berchtesgaden
Wir haben uns für den rechten der beiden Wege entschieden. Breit und mit geringer Steigung führt er am Waldrand entlang der Bahnlinie. Ein netter Spielplatz, ein Brunnen und ein Platz mit Liegen sind die größten Abwechslungen auf dem überwiegend gerade verlaufenden Weg.
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Nachdem der Weg mit einer Rechtskurve in den Wald wechselt, wird er deutlich interessanter. Unter uns hören wir den Weißbach und sehen auf den anderen Weg hinab, der schließlich an einem Wegkreuz auf unseren Weg trifft.
Wir überqueren den Weißbach und wandern am Ufer entlang tiefer ins Tal hinein. Der Wanderweg bleibt zunächst breit und nur flach ansteigend, wird aber dann doch etwas steiler und zunehmend felsiger.
- Über die Brücke überqueren wir den Weißbach. Wir wandern wieder einmal auf dem Salzalpensteig
- Der Weißbach
- Der Weg ist hier noch breit und sehr leicht zu gehen
Teilweise verläuft der Weg nahe des Bachs, ab und zu führen ein paar Stichwege zum Ufer. An anderen Stellen wandern wir aber auch deutlich oberhalb des Bachs.
Dann führt der Weg über ein paar Holzstufen und wird deutlich schmaler und wurzeliger, bleibt aber gut zu gehen. An einer Abzweigung, an der rechts ein Weg zu einer Gitterbrücke führt, gehen wir weiter geradeaus. Hier werden wir auf dem Rückweg wieder herauskommen.
- Wir wandern an mehreren Bachstufen entlang
- Der Weg wird steiler und wurzeliger …
- … und verläuft zum Teil auch deutlich oberhalb des Baches
Kurz darauf kommen wir an einen weiteren Abzweig. Nach links zweigt ein Steig zum Freimahder Köpfl ab. Nur 35 Minuten sind es bis zum Gipfel, versucht uns der Wegweiser zu locken.
Aber wir sind an einem sehr heißen Sommertag unterwegs und der Wildbach liegt oft zu weit unterhalb des Wegs, um zu kühlen. Also verzichten wir aufs Köpfl und die Aussicht dort oben und setzen den Weg taleinwärts fort.
Schmal ist er und führt nun direkt am Hang entlang. Nach knapp zehn Minuten erreichen wir eine Furt. Der Weg quert nun brückenlos den Bach, der mittlerweile Speik-Bach heißt.
Ein Wegweiser steht mitten im Bach. Über Steine und mit etwas Geschick könnten wir nun trockenen Fußes ans gegenüber liegende Ufer gelangen, wo der Wanderweg gut sichtbar bergauf in den Wald führt.
Aber viel interessanter sieht es aus, dem Verlauf des Speikbachs in bachaufwärts zu folgen. Das Bachbett ist breit und der Bach führt jetzt im Sommer relativ wenig Wasser, auch wenn er immer noch ein schöner Wildbach ist. Wir können also problemlos über Felsen und große Steine seinem Lauf bachaufwärts folgen.
Eine Mauer aus großen Natursteinen hat der Bach schon vor längerer Zeit durchbrochen. Links steht noch ein großer Mauerteil, am rechten Ufer sind nur noch Mauerreste zu sehen. Ein Schild warnt vor dem Erklettern der Mauer.
Das ist aber gar nicht nötig, durch den Mauerdurchbruch können wir neben und durch den Bach bergauf in Richtung Talschluss laufen.
Ob der Weg weiter ins Tal möglich und sicher ist, hängt natürlich vom Wasserstand und der Fließgeschwindigkeit des Bachs ab. Jetzt im Sommer, nachdem es länger nicht mehr geregnet hat, führt der Bach wenig genug Wasser, um durchzuwaten und am Rand über Felsen und Steine zu laufen.
Das kann bei höherem Wasserstand während der Schneeschmelze oder nach Regenfällen völlig anders sein. Hier ist Eigenverantwortung gefragt!
Das nun folgende, schmale Tal ist ganz mystisch-wunderbar. Über helle Steine und Felsen geht es am Bach entlang und auch immer wieder über den Bach. Links und rechts ragen steil die Felswände auf, vor uns sehen wir auf die Flanken und Gipfel von Keilkopf und Dreisesselberg.
- Löwenzahn findet immer irgendwo sein Plätzchen, auch zwische Fels und Stein
- Wegfindung durch den Bach und über die Felsen
- Auf dem Weg durch das Tal queren wir mehrfach den Bach
- Wir folgen dem Speikbach tiefer ins Tal hinein
- Im felsigen Tal, dem Talschluss schon recht nah
- Ein schöner Felsen im Bachbett
- Weiter hinten im Tal geht es über große Felsblöcke
- Eine Wasserstufe, kurz vor dem Talschluss
- Mini-Wasserfall mit Mini-Gumpe
Wir gelangen an einen Mini-Wasserfall, eher eine Wasserstufe und finden den Weg die Stufe hoch. Jetzt sind es riesige Felsbrocken, die das immer enger werdende Tal prägen. Es ist ein ganz toller Ort, den wir auch geniessen können, da nur wenige andere Wanderer hier sind.
Mich erinnert dieses Tal an die Wanderungen, die wir auf Korsika gemacht haben, In das Purcaraccia-Tal und in das Tavignanotal. Vermutlich spielt hier die erbarmungslos brennende Sonne mit korsika-ähnlichen Temperaturen auch eine Rolle.
Nach einer Pause kehren wir um und verlassen das Tal wieder auf dem Hinweg. Kurz hinter der Natursteinmauer treffen wir wieder auf den Wegweiser.
Jetzt setzten wir den Rundweg fort, queren ein letztes Mal durch den Bach und steigen auf dem schmalen Weg bergauf. Er ist deutlich schmaler als der Hinweg und führt teils am steilen Hang entlang.
Wir folgen den Schildern „Weißbach-Speik-Rundweg“. Einen alten Pfad, der gut sichtbar, aber schon sehr eingewachsen rechts abzweigt, lassen wir aus und steigen weiter bergauf.
- Der Weg wird schmal und führt scharf am Abhang entlang
- Eine gefleckte Fingerwurz
- Ein sehr felsiger Wegabschnitt
Kurz darauf, in einem sehr felsigen Abschnitt, führt ein breiter Weg nach rechts. Und dann geraten wir nach einigen Metern auf einen vogelwilden, sehr schmalen und stufigen Jägersteig, der zunächst wie gewollt bergab geht, dann aber doch wieder schmal am Steilhang bergauf führt.
Also müssen wir umdrehen und den richtigen Weg suchen. Ob da jetzt eine Ausschilderung oder Markierung fehlte oder wir einfach falsch abgebogen sind? Wir haben es nicht mehr herausgefunden, aber letztendlich landen wir wieder auf dem normalen Weg, der dann auch wieder als kiesiger Wanderweg erkennbar ist und in ein paar Serpentinen bergab in Richtung Bach führt.
- Steil bergab. Die Salzalpensteig-Wegmarkierungen helfen bei der Wegfindung
- Oberhalb der Gitterbrücke. Rechts sieht man die Geländer der Leiter
- An der Brücke vereinigen sich der Speikbach und der Weißbach
Durch die Bäume sehen wir kurze Stahlbrücke mit Gitterboden. Die letzten zwei Meter zur Brücke überwinden wir über eine Leiter. Auf der anderen Seite der kurzen Brücke treffen wir dann wieder auf den Hinweg. Schräg links ein paar Meter bergauf geht es dann auf dem bekannten Hinweg wieder in Richtung Bayrisch Gmain.
Auf diesem Teil des Weges gibt es immer wieder auch Abzweige zum Bach, wo man auch mal die Füße ins kalte Wasser halten kann und Hunde trinken können.
Die Speikrunde ist eine nette, kleine Runde, die auch für Familien gut geeignet ist. Im hinteren Teil muss man sehen, wie weit es möglich ist, in Richtung Talschluss zu gelangen. Das hängt von der eigenen Trittsicherheit, aber vor allem vom Wasserstand des Baches ab.
Der zweite Teil der Runde ist spürbar alpiner als der erste. Wer das nicht möchte, kann am Wegweiser, der im Bach steht, auf die Bachquerung verzichten und direkt auf dem Hinweg zurückwandern.
Dauer und Schwierigkeit:
Die Speik-Runde ist auf den Wegweisern als „Weißbach-Speik Rundweg“ ausgeschildert. Mittelschwer (roter Punkt) und mit zweieinhalb Stunden Gehzeit angegeben, wobei der Weg in den Talschluss nicht eingerechnet ist. Da muss man aber schon etwas stramm gehen. Wer sich etwas Zeit lässt, das Tal in Richtung Talschluss besichtigen will oder mit Kindern unterwegs ist, sollte deutlich mehr Zeit einplanen. Besonders durch den zweiten Teil passt auch die Einschätzung als mittelschwere Wanderung, da führt der Weg auch schmal am steilen Abhang entlang. Wer sich das sparen möchte oder mit Hund unterwegs ist, kann aber statt der Rundwanderung auf demselben Weg hin- und herwandern.
Höhenangaben:
Bayrisch Gmain Wanderzentrum: ca. 560 Meter
(Freimahder Köpfl): 1023 Meter
Bachquerung: ca. 800 Meter
Höchster Punkt: ca. 860 Meter
Buchtipps und Wanderkarte:
Wandern für die Seele – Berchtesgadener Land
Kompass Wanderkarte 794 Berchtesgadener Land, Königssee, Nationalpark Berchtesgaden
DAV Wanderkarte BY20 Lattengebirge, Hochkalter Reiteralm, Ramsau
Youtube-Video:
Dieses Video von Julia Mrozek bietet viele Eindrücke von der Wanderung in die Speik-Schlucht. Die Wegführung ist etwas abweichend von unserer. Besonders den schmalen Steig, der auf der Mauer endet, sind wir nicht gegangen. Möglicherweise ist er auch heute gar nicht mehr begehbar.
Essen und Trinken:
Auf der Wanderung gibt es keine Einkehrmöglichkeiten, auch nicht beim Wanderzentrum. Allerdings gibt es im ersten Teil der Wanderung mehrere Picknickplätze mit Tischen und Bänken. Oder man setzt sich für das mitgebrachte Picknick ans Bachufer.
Wo muss ich besonders aufpassen:
An einigen Stellen, besonders im zweiten Teil, verläuft der Weg schmal am Hang entlang. Mit Kindern und Hunden muss man am Wasser immer aufpassen, besonders an Wasserstellen, Gumpen oder Steilstufen. Auf dem Weg Richtung Talschluss muss man unbedingt auf den Wasserstand und die Geschwindigkeit des Baches achten, ob eine Begehung des Bereichs sicher möglich ist.
Wandern mit Hund:
Die Wanderung bis ins Speiktal hinein ist auch für bergtaugliche Hunde gut geeignet. Es gibt viele Trinkmöglichkeiten. Die Leiter und die Gitterbrücke im zweiten Teil der Wanderung sind für Hunde eher nicht geeignet, daher sollte man mit Hund besser auf dem Hinweg zurückgehen.
Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München aus dauert die Fahrt etwa zweieinhalb Stunden. Mit dem RE5 fährt man in Richtung Salzburg bis Freilassing, steigt dort in die S4 in Richtung Berchtesgaden um und fährt bis Bayrisch Gmain. Vom Bahnhof aus erreicht man das Wanderzentrum über die Obere Bahnhofstraße und die Alpentalstraße in etwa zehn Minuten.
Mit dem Auto: Von München über die A8 bis zur Ausfahrt Piding / Bad Reichenhall fahren. Der Ausschilderung nach Bad Reichenhall folgen, dort über die B20 in Richtung Berchtesgaden fahren. Am Ortseingang von Bayrisch Gmain rechts in die Lattenbergstraße einbiegen und der weiteren Ausschilderung zum Wanderzentrum in der Alpentalstraße folgen und am Wanderzentrum kostenpflichtig (2026: 5 Euro/Tag) parken.
Startpunkt der Wanderung:
Bayrisch Gmain Wanderzentrum
Google Maps: 47.716068,12.898379
Openstreetmap: 47.716068,12.898379
What3Words: ///neutrale.scheint.rechne
Links:
berchtesgaden.de: Speik-Rundweg
Heimatliebe Berchtesgadener Land: Weißbach-Speik-Rundweg – Wanderung durch die Schluchten des Lattengebirges
Gamssteig.de: Freimahder Köpfl am Speik-Rundweg
GPX-Track:
Maximale Höhe: 852 m
Minimale Höhe: 572 m
Gesamtanstieg: 485 m
Gesamtabstieg: -486 m











































