Jens Franke – 100 Tage Heimat

Buch: 100 Tage Heimat – Zu Fuß durch Deutschland, von Jens Franke

Jens Franke wandert mit seinem Hund durch Deutschland. Vom Mittelpunkt Deutschlands aus wandert er in den Süden, durch Mittel- und Hochgebirge, streift auch Österreich und kehrt wieder zur Mitte Deutschlands zurück. Schon der Beginn der Reise gestaltet sich nicht ganz leicht.

100 Tage Heimat - Zu Fuß durch Deutschland - Foto: Jens Franke

100 Tage Heimat – Zu Fuß durch Deutschland – Foto: Jens Franke

Denn die Mitte Deutschlands zu finden, ist gar nicht so einfach. Durch unterschiedliche Messmethoden bedingt gibt es mindestens fünf Orte, die sich als Mittelpunkt Deutschlands bezeichnen. Jens Franke entscheidet sich für Niederdorla in Thüringen.

Seine Wanderung führt ihn vom Hainich in die Fränkische Schweiz und das Altmühltal, durch den Bayerischen Wald und in die Alpen bis auf die Zugspitze. Dann wandert er weiter nach Baden-Württemberg und wieder hinauf bis in Pfalz und den Hunsrück und endet dann wieder nahe des Ausgangpunktes. Eine Rundtour durch die südliche Hälfte Deutschlands.

Im Sonnenaufgang am Großen Arber - Foto: Jens Franke

Im Sonnenaufgang am Großen Arber – Foto: Jens Franke

Jeden Tag der Wanderung erleben wir mit. Meistens wandern Jens Franke und sein Husky Aiko allein, an manchen Tagen sind auch seine Freundin oder Freunde und Bekannte mit dabei. Einige Strecken legen sie auch per Bus und Bahn zurück, was sich mit einem Hund auch nicht immer einfach gestaltet.

Neben kleineren und großen Städten führt die Wanderung auch in viele Dörfer. Dörfer, die in 20 Kilometer Entfernung schon kaum jemand mehr kennt. In denen man durch die Straßen geht, ohne jemanden zu treffen, wo am Feiertag kein Bus fährt und in denen die wenigen Läden auch an Werktagen häufig geschlossen sind. So wird das Buch auch zu einem Blick in die deutsche Provinz.

Auf einer Wanderung durch Deutschland - Foto: Jens Franke

Auf einer Wanderung durch Deutschland – Foto: Jens Franke

Interessant sind jeweils die Schilderungen der Restaurants und Hotels, Pensionen und Hütten auf der Reise. Von der absolut empfehlenswerten Privatpension mit freundlichen Besitzern, die mit reichhaltigem Frühstück überraschen bis hin zum verstaubten und dunklen Loch mit katastrophalem Essen und Service erleben wir die Höhepunkte und Niederungen Deutscher Gastlichkeit. Erlebnisse, die ich ganz ähnlich auch schon gemacht habe, da habe ich mich an einige lang vergessene oder verdrängte Aufenthalte erinnert.

Im Fall einer Herberge am Saar-Hunsrück-Steig, einem Premiumwanderweg, wünscht er sich sogar eine Abrissbirne, um mögliche weitere Gäste vor seinen Erfahrungen zu schützen. Nach dem ersten Lesen kann man das Buch dann noch ein zweites Mal durcharbeiten, um es als Grundlage für Hotel- und Restaurantempfehlungen zu nehmen. Viele positive Beispiele nennt er beim Namen, die negativen werden zumindest umschrieben.

Neben Strecke, Unterkunft und regionalen Spezialitäten erfahren wir auch von den Plänen des Autors, von Hannover in den Süden nach Bayern zu ziehen und von den Erfahrungen mit anderen Wanderern und Spaziergängern, bei denen meistens der Hund der Star ist und der Mensch daneben nur als „Pressesprecher“ fungiert.

Bergpanorama im Schwarz-Weiß - Foto: Jens Franke

Bergpanorama im Schwarz-Weiß – Foto: Jens Franke

Um auf 300 Seiten 100 Tage Wanderung unterzubringen, muss die Beschreibung der einzelnen Etappen naturgemäß recht knapp ausfallen. Die Sprache im Buch ist klar und sachlich, zu blumige Beschreibungen gibt es hier nicht, was ich sehr angenehm zu lesen fand. Die eher kurzen Beschreibungen hängen sicher auch damit zusammen, dass das Buch aus dem Blog hervorgegangen ist, in dem Jens Franke seine Reise unmittelbar dokumentiert hat. Abgerundet wird das Buch durch einen 30seitigen Fototeil in der Mitte des Buches.

Ich habe das Buch innnerhalb von zwei Tagen durchgelesen und hatte Spaß daran, so dass ich es gerne weiterempfehlen kann. Eine Leseprobe sowie weitere Informationen zum Buch, zur Reise und viel mehr geniale Fotos findet Ihr unter 100tage.jensfranke.com.

Der Blick vom Heimgarten auf den Herzogstand und den Walchensee - Foto: Jens Franke

Der Blick vom Heimgarten auf den Herzogstand und den Walchensee – Foto: Jens Franke

Alpenservice:
Hier noch ein kurzer Service für die Stammleser hier, denn dieses Blog hat ja seinen Schwerpunkt auf den Alpen des südlichen Bayern. Dort wandert Jens Franke am Königssee und im Steinernen Meer, später von Garmisch-Partenkirchen durch das Reintal auf die Zugspitze. In Tirol wandert er durch das Karwendel, zurück in Bayern an der Benediktenwand, am Walchensee und in den Ammergauer Alpen. Diesen Hütten besucht er während seiner Wanderung in den Alpen: Watzmannhaus, Wimbachgrieshütte, Kärlingerhaus, Reintalangerhütte, Knorrhütte, Falkenhütte, Lamsenjochhütte, Tutzinger Hütte, August-Schuster-Haus, Kenzenhütte.

Blogger schenken Lesefreude:
Wie im letzten Jahr, als ich „In eisige Höhen“ von Jon Krakauer verlost habe, nehme ich auch in diesem Jahr an der Aktion Blogger schenken Lesefreude teil. Blogger schenken Lesefreude ist eine Gemeinschaftsaktion von über 700 Bloggern, die zum Welttag des Buches am 23. April auf ihren Blogs Bücher verlosen.
Weil mir „100 Tage Heimat“ so gut gefallen hat, werde ich in diesem Jahr ein Exemplar des Buches verlosen.
Und ich verlose noch ein weiteres Buch: Den Bildband „Karwendel“ von Heinz Zak.

Die Verlosung:
Und so geht’s: Schreibt einen Kommentar zu diesem Artikel oder auf der auf-den-berg.de Facebookseite zu diesem Artikel. Damit es nicht zu leicht wird und ich neue Leseanregungen bekomme, empfehlt mir doch bitte Euer Lieblings-Bergbuch oder Lieblings-Reisebuch. Alle Kommentare, die bis einschließlich 30.4.2014 eintreffen, nehmen an der Verlosung teil. Ich werde den Geiner oder die Gewinnerin anschreiben und den Namen hier veröffentlichen. Und wie üblich gilt auch hier: Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Vielen Dank an alle Teilnehmer, die Verlosung ist nun beendet! Jon Krakauer hat mit „Into the Wild“ und „In eisige Höhen“ ja einige Fans hier, mich auch! Und das Buch aus Aikos Sicht kommt vielleicht noch, „100 Tage Heimat“ ist ja selbst noch recht neu. Danke für Eure Vorschläge! Und wer gewinnt nun das Buch? Nachdem sich die erste Gewinnerin leider nicht gemeldet hat, habe ich per random.org noch einmal ausgelost. Gewonnen hat nun Eva! Herzlichen Glückwunsch! Ich melde mich bei Dir!

100 Tage Heimat – Zu Fuß durch Deutschland
Jens Franke
304 Seiten
Taschenbuch
18 x 12 x 2,4 cm
Malik – National Geographic Taschenbuch
ISBN: 978-3-4924-0525-6
14,99 Euro

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12 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Toll, da mache ich gerne mit – das Buch möchte ich nämlich schon lesen seit ich den Blog und die ersten Tages von Jens in Thüringen verfolgt habe. Außerdem wäre es eine tolle Vorbereitung auf das, was wir nächstes Jahr vorhaben. Nur, dass dann neben dem Hund noch ein Packpony mit dabei sein wird 🙂

    Mein Lieblingswander- und -reisebuch ist vermutlich Bill Brysons „Picknick mit Bären“. Das ist super humorvoll geschrieben und gerade wenn es um die Wandervorbereitung und das „Oh Gott, das passt nie in meinen Rucksack“ geht, erkenne ich mich erschreckend genau wieder 😉

  2. Ach, das hätte ich doch auch gern fürs Fernweh. Mein Lieblingsreisebuch ist Tony Horwitz‘ „Confederates in the Attic“, in dem er sich quer durch den amerikanischen Süden auf Suche nach Überbleibseln des Bürgerkrieges macht. Lehrreich, unterhaltsam und berührend.

  3. Die Rezension zu „100 Tage Heimat“ klingt toll. Deshalb würde ich das Buch auf jeden Fall gerne gewinnen.
    Da ich gerade kein Lieblingswander- oder -reisebuch habe, möchte ich als Empfehlung den Ausflugsführer von Antenne Bayern hinterlassen: „Die 100 schönsten Plätze in Bayern“. Nun bin ich in bayern schon sehr viel unterwegs gewesen, kenne nahezu jede Ecke. Doch dieser Ausflugsführer, der von Münnerstadt bis Oberstdorf und von Amorbach bis Neuschönau führt hat noch einiges für mich bereit gehalten, von dem ich nichts wusste: interessante kleine Städtchen, herrliche Landstriche, abwechslungsreiche Wanderungen und ausgefallene Sehenswürdigkeiten. Kann ich jedem, der in Bayern unterwegs ist, nur wärmstens empfehlen.

  4. HundertTage habe ich damals bereits auf der Webseite verfolgt und war untröstlich, dass die „Geschichte“ mitten drin aufhörte und – als Hundebesitzerin – war ich ebenfalls sehr traurig, dass die angekündigte Version der Reise aus Aikos Sicht nie veröffentlicht wurde.

    Das Buch würde ich also in der Tat sehr gerne einmal durchblättern. Die Fotos sind teilweise wirklich unglaublich schön und beschreiben diese Reise auch ganz toll ohne Worte.

    Am Gewinnspiel teilnehmen möchte ich daher sehr gerne. Ein Lieblings-Reisebuch habe ich allerdings nicht. Wir lassen uns meist vor Ort inspirieren. Oft gibt unsere Maya die Richtung vor oder wir entdecken die abgelegensten Orte via Geocaching. Langweilig wird es in unseren Urlauben jedenfalls nicht… auch ohne große Vorkenntnisse und Schlachtpläne.

    VG,
    Nancy

  5. Endlich komtm das langerwartet Büchlein! Hatte es letztens bei uns im Radio gehört und habe per Zufall gerade entdeckt 🙂

    greetz,

    Martina

  6. Mein Lieblingsbergbuch ist von Jon Krakauer „In eisigen Höhen“. Unübertroffen.

    Ich wünsche Dir und allen Followern schöne Osterfeiertage !!!

    Liebe Grüße

    Petra

  7. Hallo,

    danke für die tolle Aktion und den schönen Blog! Da mache ich bei der Verlosung doch gerne mit. Neben vielen tollen Blogs die ich lese, blättere ich auch gerne im Buch „die beliebtesten Wanderwege der Hessen“!

    viele Grüße aus Limburg an der Lahn,

    Jörg

  8. Hallo,

    ich würde gern das Buch von Jens Franke gewinnen.
    Mein Lieblingsreisebuch … das dürfte eindeutig das Buch „Into the Wild“ von Krakauer sein. Dieses Buch finde ich wunderbar interessant und inspirierend zugleich.

    Danke für den Blog und das Gewinnspiel
    Futzipelz

  9. Hallo, schöne Aktion, tolles Buch! Leider kann ich dir kein Reise/Bergbuch weiterempfehlen, da bisher keins in meinem Bücherregal steht… Aber ich liebe den Film „INto the Wild“ LG

  10. Hey … das 100-Tage Buch klingt toll …
    Wenn du mal was anderes lesen willst : „Globus Dei. Vom Nordpol bis Patagonien. Ein Expeditionsroman.“
    von Helge Schneider – zum Schmunzeln und Bewundern …

    Danke !

  11. Es ist gar nicht so einfach, mein Lieblingsreisebuch zu empfehlen. Es gibt aber ein Buch, das mich sehr fasziniert hat und das dem hier verlosten gar nicht so unähnlich ist: „Berlin – Moskau Eine Reise zu Fuß“ von Wolfgang Büscher. Der Autor hat auch noch ein Deutschland-zu-Fuß-Buch herausgebracht, was mir aber nicht so gefallen hat.

    Ansonsten kann ich mich einem meiner Vorkommentierer anschließen, was „Into the wild“ angeht.

    Und wenn es wirklich ein Bergthema sein soll… hier kann ich auch einen Film empfehlen…. „Jäger des Augenblicks“. Unglaublich beeindruckende Bilder und sehr nahegehende Szenen. Ein Bergbuch habe ich leider nicht in meinem Repertoire.

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