Die ISPO 2018 – Grillen mal anders

Eindrücke von der ISPO 2018 in München

Ende Januar, Anfang Februar ist in München ISPO-Zeit, die größte Sportfachmesse der Welt öffnet für drei Tage. Wie auch in den letzten Jahren habe ich mich am Sonntag, dem erste Messetag, dort umgeschaut. Mein Schwerpunkt liegt natürlich in den Outdoor-Hallen, dazu kommt die „Brandnew“-Area, in der sich Startups mit ihren ganz neuen Produkten präsentieren.

Die ISPO: Home of Outdoor und erster großer Bloogertreff des Jahres

Die ISPO: Home of Outdoor und erster großer Bloogertreff des Jahres

Natürlich zeigt fast jeder Aussteller neue, veränderte, verbesserte Produkte oder auch Design- und Farbvarianten. Für diesen kurzen Überblick beschränke ich mich aber auf einige wenige Neuheiten, die mir besonders aufgefallen sind.

Eines der großen Themen der Outdoor-Welt ist seit Jahren die Nachhaltigkeit, auf Englisch „sustainability“. Wer sich in der Natur bewegt, sollte auch um deren Erhalt besorgt sein. Es gibt inzwischen einige Ansätze hierzu, viele der großen Hersteller unterstützen die European Outdoor Conservation Association EOCA, Fair-Wear Foundation oder andere Organisationen, die sich für nachhaltige, schadstoffarme und sozial faire Produktion einsetzen. Von Jahr zu Jahr wird es etwas mehr sichtbar. Gut so.

Vaude Core-Collection

Der Tettnanger Mittelständler Vaude ist schon lange als Hersteller von Outdoorprodukten bekannt, der sich für Ökologie einsetzt. Neben den Green Shape Produkten, die mittlerweile fast die komplette Produktpalette umfassen, führt Vaude nun die Core Collection ein, die auf natürliche Rohstoffe setzt. Da werden zum Beispiel Kunststoffschnallen an Rucksäcken nicht mehr aus Rohöl, sondern aus Rizinusöl hergestellt, ein nachwachsender Rohstoff, der von Kleinbauern produziert wird.

Der Vaude-Stand ganz im Design der neuen Core Collection

Der Vaude-Stand ganz im Design der neuen Core Collection

Besonders interessant fand ich die Fleecejacke der Core-Collection. Herkömmliche Fleecejacken bestehen aus Kunststoff. Wenn diese gewaschen werden, brechen kleine Stücke der Fasern ab, verschmutzen als Mikroplastik das Wasser und gelagen schließlich in die Ozeane.

Die neu entwickelte Tencel-Faser, die Vaude derzeit noch exklusiv nutzen kann, wird aus Holz gewonnen und baut sich biologisch ab. Dieses Tencel wird statt Kunststoff dür die Fleecejacken der Core Collection genutzt.

Optisch und haptisch habe ich bei der Fleecejacke aus Tencel am Messestand keinen Unterschied zu einer herkömmlichen Fleecejacke festellen können. Das könnte ein wirklich großer Fortschritt werden, da bleib ich dran!

Vaude Core-Collection

Páramo

Die britische Firma Páramo ist ebenfalls für ökologisches und soziales Engagement bekannt. Die Páramo Bentu Windproof Jacket und Fleecejacke habe ich schon zu Hause, jetzt habe ich mich nach den Neuheiten umgesehen. Auf der ISPO hat Páramo einen Gold Award für die Velez Evolution Jacke erhalten.

Insgesamt wird Páramo etwas bunter. Früher dominierten hier die sehr dunklen grün- und blautöne, jetzt gibt es auch leuchtendere Farben. Besonders interessant fand ich eine extrem leichte Windjacke, deren Namen ich vergessen habe, wie blöd von mir. Aber die werde ich sicher im Laufe des Jahres finden. Schön auch, dass das Páramo-Händlernetz dichter werden soll.

paramo-clothing.com

Lumos Fahrrad-Helm

Auf der Brandnew Fläche sind mir zwei Produkte besonders aufgefallen. Eines davon leuchtet dem Besucher schon von weitem entgegen: Der Lumos Fahrradhelm, der mit insgesamt 48 LED bestückt ist. 10 weiße leuchten vorne am Helm, die restlichen auf der Helm-Rückseite.

Die Innovation: Neben Rücklicht-LEDs sind im Helm auch Blinker und ein Bremslicht eingebaut. Diese werden über einen kleinen Kasten gesteuert, der an der Lenkstange befestigt ist, Dieser Kasten hat nicht nur zwei Schalter für die Blinker, sondern registriert auch, wenn das Fahrrad langsamer wird und aktiviert dann das Bremslicht.

Der Lumos-Fahrradhelm, mit 48 LED für mehr Sicherheit

Der Lumos-Fahrradhelm, mit 48 LED für mehr Sicherheit

Eine tolle Sache, besonders, wenn man im Dunkeln in der Stadt zur Arbeit oder in die Uni pendelt. Wobei ich nicht weiß, ob der Blinker wirklich so oft genutzt wird, aber das Bremslicht ist schon sehr auffällig, weil plötzlich alle 38 LED am Helmrücken hell aufleuchten.

Ganz billig ist das Sicherheitsplus nicht, etwa 180 Euro wird man für den Helm zahlen müssen.

lumoshelmet.co

Land Rover Explore Outdoor Phone

Ebenfalls in die Kategorie Technik-Neuheiten fällt das Land Rover Explore Outdoor Phone, ein neues Outdoor Smartphone. Frühere Outdoor-Smartphones sahen für mich eher selbstgeschnitzt aus, umso mehr war ich von diesem Smartphone positiv überrascht.

Von vorne sieht es fast genauso aus wie mein Samsung A5, nur dass es unten ein Wabenmuster hat, das (Achtung, wie cool!) an den Kühlergrill eines Land Rovers erinnert. Auch weitere Details am Telefon wird der Land-Rover von seinem Fahrzeug wiedererkennen.

Sogar auf-den-berg.de ist drauf! Das Land Rover Explore Outdoor Phone

Sogar auf-den-berg.de ist drauf! Das Land Rover Explore Outdoor Phone

Technische Details kann ich Euch nicht bieten, aber Bildschirm und Geschwindigkeit waren voll auf dem Stand der Zeit aktueller Androids. Andere Outdoorphones waren da meist eine Generation älter als die jeweiligen Nicht-Outdoor-Phones. Stoß- und wassergeschützt ist es natürlich, sogar in Salzwasser soll es funktionieren. Dazu gibt es ein extra Batteriepack und eine GPS Patch-Antenne. Die Viewranger-App ist vorinstallert.

Besonders mit dem zusätzlichen GPS-Patch und Batterie-Pack, das an die Rückseite (im Landrover-Look, eh klar) ist das Land Rover Explore Outdoor Phone sicher ein Gerät, das reinen GPS-Geräten plus Smartphones das Leben arg schwer machen kann. Für 649 Euro wird es in den Handel kommen und damit in der oberen Preislage der Mittelklasse-Handys liegen.

landroverexplore.com
Beim GPSRadler Matthias findet Ihr eine ausführlichere Vorstellung des Land Rover Explore Outdoor Phone

Swarm Insektenriegel

Meine persönliche „Challenge-of-the-day“: Die Überwindung, in einen Riegel zu beissen, der nicht nur Haferflocken, Nüsse und Beeren in Bio-Qualität enthält, sondern auch Grillen. Ja, richtig, Grillen, die Insekten. Sie dienen als Protein-Lieferanten im Riegel.

Da sieht man gleich, was drin steckt: Der Swarm-Riegel

Da sieht man gleich, was drin steckt: Der Swarm-Riegel

Die Jungs von „Swarm“ aus Köln, die die Riegel erfunden haben, wissen natürlich um die Vorbehalte, Insekten zu essen. Daher sind die Grillen, die aus Thailand stammen, gemahlen und somit unsichtbar im Riegel, der in den Geschmacksrichtungen Nuss, Schoko und Beeren angeboten wird.

Probier-Häppchen mit Grille inside

Probier-Häppchen mit Grille inside

Da liegen sie also, die sorgsam geschnittenen Probier-Stücke. Traue ich mich an die Grille oder rufe ich doch lieber „Ich bin ein Blogger, holt mich hier raus!“?

Kurzes Zögern, etwas Überwindung kostet es schon, einen Insektenriegel zu probieren. Aber schließlich bin ich nicht zum Spaß hier, also: Augen zu und durch! Und siehe da, es schmeckt ganz normal. Die Grillen haben wohl keinen Eigengeschmack und da sie gemahlen sind, fühlt es sich auch im Mund nicht ungewöhnlich an. Geschmacklich und vom Essgefühl her sind es ganz normale Müsliriegel.

Wenn die Swarm-Riegel verfügbar sind, etwa ab März, testet sie ruhig einmal.

swarmprotein.com

Köttbullar und Bier

Wie immer endet der Messetag an der Scandinavian Bar der Scandinavian Outdoor Group SOG. Liegt’s daran, dass die Nordeuropäer einfach völlig entspannte Leute sind oder doch daran, dass sie skandinavisches Fingerfood und bayerisches Bier in großen Mengen auf die Messe bringen? Es wird eine Mischung aus beidem sein.

Wer schreibt noch?

Weitere Berichte von der ISPO findet Ihr unter anderem bei airfreshing.com,outdoor-blog.org (mit Pfannkuchengesicht!) :-), bei Outsideadventure, bei der Nordicfamily und bei Freizeitalpin.
Auf englisch berichtet Hendrik auf hikinginfinland.com über seine Eindrücke auf der diesjährigen ISPO.

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