Von Wildsauen und Bergpanoramen

Kleine Entdeckungen zwischen Markt Schwaben und Ottenhofen

Was macht man mit einem trüben Wintersonntag, an dem sich die ursprünglichen Pläne kurzfristig zerschlagen haben und man nach dem Ausschlafen auf dem Sofa abhängt? Für eine Fahrt in die Berge ist es zu spät und der graue Himmel sieht auch nicht einladend aus, um eine große Tour zu machen. Auf dem #sofadahoam könnte ich mich in der Decke einmummeln und entspannt zuschauen, wie andere im winterlichen Korea um Me­dail­len sporteln.

Bilder der Berge

Bilder der Berge

Das klingt verlockend, aber ich muss mich doch noch etwas bewegen. Dazu bietet sich die Hunderunde an. Diesmal gehen wir durch die winterliche Landschaft zwischen Markt Schwaben und Ottenhofen. Eine Gegend, die wir kennen, die aber nicht auf der Standard-Hunderunde liegt.

Und plötzlich entdecken wir Dinge, die wir so noch nicht kannten. Mikki findet neue Gerüche und ihm bisher unbekannte Hunde, während ich in der Umgebung plötzlich Dinge sehe, die mir zuvor noch gar nicht aufgefallen waren.

Die Sempt bietet mit den leicht verschneiten Bäumen an beiden Ufern einen ganz anderen Anblick als im Sommer oder Herbst. Strommasten stehen auf den abgeernteten und mit einer Schneeschicht überzogenen Stoppelfeldern, zwei kleinere Masten stehen in der fast einheitlich grauweißen, leeren Landschaft.

Und im kleinen Ort Herdweg mache ich ganz neue Entdeckungen. Hat es der Gaststätte „Ambiente“ an enbendem gefehlt? Es sieht so aus, als wenn hier schon seit einiger Zeit keine Gerichte mehr serviert und keine Getränke augeschänkt wurden. Aber vielleicht ist es auch nur der Winterschlaf.

In einem offenen Unterstand lagert Brennholz. Darüber hängen an der Rückwand drei runde Bergansichten. Die Bilder sind kaum noch erkennbar, so ausgebleicht sind sie. Wie lange diese Fotos wohl hier schon hängen?

Auf dem Weg sehe ich an einigen Häusern Wandmalereien, nicht unüblich hier in Oberbayern. Eine außergewöhnliche Malerei befindet sich direkt gegenüber der Schußmühle, einer der vielen Wassermühlen im Schwabener Moos. An einer Mauer direkt hinter dem Bach ist ein großformatiges Wandbild, dass zwei durch den Wald rennende Wildschweine zeigt. Diese Malerei muss auch schon viele Jahre, vermutlich Jahrzehnte alt sein, ist mir aber noch nie aufgefallen.

Eine kleine, aber feine Winterrunde direkt vor der eigenen Haustür. Dank Smartphone konnte ich gleich einige der Eindrücke im Foto festhalten und auf Instagram und Twitter teilen.

Zählt das schon als #adventuredahoam oder müssen die aufregender sein? Ich bin mir nicht sicher. Aber ich habe mir auf dem Weg überlegt, dass ich auch mal weiter entlang der Bahnlinie wandern werde. Nach Hörlkofen, vielleicht weiter nach Walpertskirchen und Thann-Matzbach. Aber erst, wenn es wärmer wird.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schön, wieder sehr inspiriernd und wieder eine nachahmenswerte Runde mehr oder weniger direkt vor der Haustür… wenn’s wärmer wird.
    Danke.
    Ich würde mir die Frage gar nicht stellen, ob das ein #adventuredahoam ist oder nicht und ob sich das am Maß dessen feststellen lässt, ob etwas aufregend ist.
    Jede Runde durch’s Moos, durch’s Holz ist es wert, gegangen zu werden, ob un aufregend oder nicht. Selbst der „banalste“ Spaziergang im Wald hinterm Dorf ist ein Erlebnis, wenn man nur bereit ist, es als solches zu empfinden. Und wenn man den Blick auf die kleinen Details am Wegesrand behält: Dann gibt es nämlich immer was zu entdecken.
    Selbst in Thann-Matzbach, wo man sonst nicht mal tot überm Zaun hängen möchte.

  2. Wow, da bin ich ziemlich neidisch, dass ich im Großstadttrubel von Berlin wohne und nicht eine solche tolle Landschaft vor der Haustür hab. Schöner Bericht!

  3. Ich habe für mich auch beschlossen, dass es ein adventuredahoam war, weil es wirklich interessant ist, was man in der unmittelbaren Umgebung an Neuem entdecken kann. Ob im Münchner Osten oder in Berlin. Gerade dort muss es doch auch noch einiges zu entdecken geben, in der Stadt und drum herum!
    Auf die kleinen Orte entlang der Bahnstrecke Richtung Mühldorf bin ich wirklich gespannt, jetzt vor allem natürlich auf Thann-Matzbach 🙂

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