Der Seljalandsfoss – davor und dahinter

Island: Der Seljalandsfoss

Natürlich, es stimmt ja, er ist überlaufen, totfotografiert, so gar kein Geheimtipp mehr, aber das Gute ist: Das stört ihn überhaupt nicht, den Seljalandsfoss. Unablässig lässt er sein Wasser über die Felskante hinabstürzen, sorgt für Regenbogen und schafft so den meiner Meinung nach schönsten Wasserfall, den wir auf unserer Rundreise durch Island gesehen haben. Und wir haben wirklich viele Wasserfälle gesehen.

Regenbogen am Seljalandsfoss, dem Wasserfall, der mir am besten gefallen hat

Regenbogen am Seljalandsfoss, dem Wasserfall, der mir am besten gefallen hat

Er ist nicht der größte, höchste, wasserreichste Wasserfall. Er ist auch keiner, bei dem man die urwüchsige Gewalt riesiger Wassermengen spürt, wie etwa beim Gullfoss oder Dettifoss. Aber er hat etwas Besonderes, was kein anderer der Wasserfälle, die wir besucht haben, hatte: Man kann ihn komplett umrunden und das Wasser von hinten beobachten.

Aus immerhin etwa 65 Metern Höhe stürzt das Wasser des Flusses Seljalandsá an der Abbruchkante einer langen Felswand, in ein Becken hinab, bevor es kurz darauf in den Markarfljót und weiter ins Meer fließt. Hinter der Felswand liegt der Gletscher Eyjafjallajökull, allerdings reicht er nicht bis an sie heran. Vom Wasserfall aus ist der Gletscher nicht zu sehen.

Vom Parkplatz aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Seljalandsfoss. Links im Bild ist der Gljúfurárfoss

Vom Parkplatz aus ist es nur noch ein kurzes Stück bis zum Seljalandsfoss. Links im Bild ist der Gljúfurárfoss

Unmittelbar nach der Brücke über den Markarfljót, zwischen Hvolsvöllur und Skógar, zweigt links die Straße 249 in Richtung Þórsmörk ab. Direkt an der Abzweigung befindet sich ein großer Parkplatz, der bei unserem Besuch 2017 kostenfrei war. Der eigentliche, kostenpflichtige, Parkplatz zum Seljalandsfoss liegt etwa 300 Meter weiter auf der rechten Seite, fast direkt am Wasserfall.

Ein breiter Weg führt direkt Seljalandsfoss, dessen Wasser in einem Bogen von der Kante einer langen Felswand in ein Becken fällt, über dem sich ein Regenbogen bildet. Ein fast unnatürlich wirkendes Bild, aber es tatsächlich so, das ist Island.

Rechts vom Wasserfall führt ein erdiger und immer feuchter Weg über eine Treppe einige Meter hinauf. An einer Stelle besfindet sich eine kleine, natürliche Plattform, die gerne als Selfie-Spot genutzt wird.

Der Selfiespot am Seljalandsfoss. Auch sehr gut geeignet für Portraitfotos des Partners

Der Selfiespot am Seljalandsfoss. Auch sehr gut geeignet für Portraitfotos des Partners

Nun führt der Weg hinter den Seljalandsfoss. Durch die Gischt des Wasserfalls ist es überall feucht bis nass, der Weg ist glitschig. Man ist gut beraten, dichte Regenkleidung anzuziehen und vorsichtig zu gehen.

Objektiv und Kamera bekommen hier sehr viel Spritzwasser ab. Ich befürchte auch, dass ich am Seljalandsfoss eines meiner Objektive geschrottet habe. Jedenfalls hat es danach nur noch sehr unzuverlässig gearbeitet und immer wieder spontan die Arbeit eingestellt.

So feucht und voll es auch ist, hinter den Seljalandsfoss zu gehen, ist faszinierend. Wir waren bei strahlendem Sonnenschein dort, so dass alle Farben leuchteten, besonders auch das Grün von Gas uns Moosen. Der Wasserfall macht einen Heidenlärm, den man aber nach kurzer Zeit nicht mehr wahrnimmt.

Man muss sich immer wieder mal dran erinnern. Dauernd bekommt man das Spritzwasser ab, Gischtschwaden ziehen umher. Diesem Spekatakel kann man sich nicht entziehen.

Der Weg führt ein paar Meter bergab, an der tiefsten Stelle steht man direkt hinter dem Wasserstrahl. Danach führt der Weg wieder etwas beran und wird schmaler und felsiger, so dass man auch mal die Hand zu Hife nimmt. Der Weg berab ist dann wieder leicht. Jetzt hat man den Seljalandsfoss und den See einmal umrundet und gelangt über eine Brücke wieder zum Ausgangspunkt.

Weiter in Richtung Norden liegen noch kleinere Wasserfälle wie der Gljúfurárfoss. Diese kann man nach ein paar Minuten Fussweg erreichen. Obwohl wir die Wasserfälle auf dem Hinweg natürlich in der Ferne auch gesehen haben, haben wir ganz vergessern, sie ebenfalls zu besuchen. Obwohl gerade der Gljúfurárfoss ebenfalls ganz toll sein soll, denn er bildet sogar eine begehbare Höhle.

Von der Andenkenbude zum Servicezentrum?

Direkt am Seljalandsfoss-Parkplatz steht eine kleine Souvenierbude, an der es, wenn ich mich richtig erinnere, auch kleinere Snacks gibt. Eine Toilette findet man dort ebenfalls.

Künftig wird es dort aber wohl anders aussehen. Da der Seljalandsfoss eine der größten Touristenattraktionen Islands ist, soll ein Servicezentrum gebaut werden, um die vielen Besucher versorgen und deren Hinterlassenschaften entsorgen zu können. Entwürfe für ein Zentrum, das den Blick auf den Wasserfall verstellt hätte, wurden aber wohl zurückgezogen.

Sperre wegen Steinschlag

Nur etwa zwei Wochen, nachdem wir den Seljalandsfoss besucht haben, wurde der Weg hinter dem Wasserfall für einige Tage wegen Steinschlags gesperrt. Bis zu 100 Kilogramm schwere Felsbrocken sind aus der Felswand abgebrochen und auf den Weg gefallen. Nach einigen Tagen konnte der Weg aber wieder freigegeben werden.

Der Seljalandsfoss ist sicher für jeden Island-Besucher ein Pflichtstop auf der Rundreise um die Insel. Aber obwohl er, wie man auf unseren Fotos sehen kann, wirklich sehr viele Besucher anzieht, er ist ein ganz besonderer und faszinierender Wasserfall, für den man sich etwas Zeit nehmen sollte.

Zu erreichen ist er sehr leicht, da er fast sirekt neben der Ringstrasse liegt und, wenn man in Richtung Osten fährt, nicht zu übersehen ist. Hier findet Ihr den Seljalandsfoss auf Google Maps.

Links:
Bei reisewut.com findet Ihr einen Artikel mit vielen Fotos, in dem unter anderem Seljalandsfoss und Gljúfurárfoss beschrieben werden.

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