Der Osprey Talon 33 Rucksack im Test

Osprey Talon 33 – Leichter Wander- und Trekking-Rucksack

Leicht und puristisch ist der Osprey Talon 33, der Rucksack, den ich seit knapp einem Jahr auf Tagestouren nutze. Ob Bayerische und Tiroler Alpen im Sommer oder Winter, Wandern und Klettersteige in den Brenta-Dolomiten oder auch unsere Rundreise durch Island: Der knallgrüne Talon war immer mit dabei. Was er bietet, was er nicht hat und wie er mir nach einem Jahr Nutzung gefällt, lest Ihr hier.

Der Osprey Talon 33 Rucksack in der Farbe Spring Green

Der Osprey Talon 33 Rucksack in der Farbe Spring Green

Mein vorheriger Standardrucksack war ein der Deuter ACT Trail 24, ein kleinerer Tagesrucksack, mit dem ich über mehr als sechs Jahre ebenfalls sehr zufrieden war.

Aber als das Angebot kam, mit dem Talon 33 nicht nur einen neuen Rucksack zu testen, sondern mit Osprey noch eine Marke, die ich noch nicht nutzte, habe ich es gerne angenommen. Denn kurz zuvor war ich mit dem Luftschubser Alex im winterlichen Tirol unterwegs und er hatte einen Osprey-Rucksack dabei.

Bei der Wanderung zeigte er mir eine Besonderheit der Osprey-Rucksäcke. Eine Stockhalterung, die Osprey „Stow-on-the-Go“ nennt. Diese ermöglicht, die Wanderstöcke am Rucksack zu befestigen, ohne diesen abzusetzen. Sehr praktisch, das wollte ich auch mal testen.

Ausführung des Osprey Talon 33

Der Talon 33 ist ein leichter Einkammerrucksack mit Netzrücken. Er wird in zwei Längen angeboten. In der Größe S/M hat er 31 Liter Volumen, die M/L-Größe mit etwas längerem Rücken, hat 33 Liter Volumen. Den Talon gibt es auch in zwei weiteren, optisch weitgehend gleichen, Größen mit 22 und 44 Litern Volumen.

Vier verschiedene Farben hat sich Osprey ausgedacht. Schwarz, Ultramarinblau, ein leuchtendes Rot und das frische und sehr leuchtende „Spring Green“, für das ich mich entschieden habe.

Als Einkammerrucksack hat der Talon großes Hauptfach, in dem die zu transportierende Ausrüstung verstaut wird. Befüllt wird dieses Fach ausschließlich von oben, seitliche Reißverschlüsse besitzt der Talon nicht.

Neben dem Hauptfach besitzt der Rucksack mehrere kleinere Fächer und Taschen. Seitlich finden sich offene Außentaschen, die etwa für Trinkflaschen geeignet sind. Diese Taschen sind aus einem dehnbaren Stoff und besitzen außenliegende Kompressionsriemen.

Das Helmfach des Osprey Talon bei der Arbeit

Das Helmfach des Osprey Talon bei der Arbeit

Vorne befindet sich ein Helmfach aus demselben dünnen, dehnbaren Stoff. Wenn wirklich ein Helm drinsteckt, dehnt sich das Fach stark, als Kartenfach genutzt, bleibt es schön flach am Rucksack.

Der Deckel besitzt gleich zwei Fächer. Eines ist von Außen zugänglich. Der Reißverschluß ist so groß, dass auch eine Wanderkarte recht gut hineinpasst. Das innere Fach ist aus Mesh-Stoff und hat einen seitlichen Reißverschluss. Im Fach findet sich auf ein Mini-Karabiner aus Kunststoff, der als Schlüsselhalter dienen soll.

Abgerundet wird das Taschensortiment durch zwei Taschen für Kleinzeug, die sich an den Hüftflossen befinden. Sie sind groß genug für ein Handy, Geld, Schlüssel oder ein paar Müsliriegel. Ein Smartphone passt aber nicht in die Taschen.

Und, fast hätte ich es vergessen, an einem der Träger ist ein langes Minifach. Praktisch, um einen Brillenbügel einzuhängen, vielleicht auch, um ein Taschenmesser zu verstauen?

Der Netzrücken mit Wabenstruktur und die seitlichen Flossen des Talon 33

Der Netzrücken mit Wabenstruktur und die seitlichen Flossen des Talon 33

Der Netzrücken wird von Osprey so beschrieben: „Airscape™ Rückenplatte aus Mesh überzogenem Schaum im Akkordeon-Schnitt“.

Die Rückenplatte mit ihrer in einer Sechseck-Wabenstruktur wird von einem Netz überspannt, so dass die Konstruktion leicht konkav nach innen gewölbt wird. Allerdings bleibt der Rucksack trotzdem angenehm eng am Rücken anliegend.

In der Praxis fand ich die Belüftung des Rucksacks gut, das System kann ich empfehlen. Die Wölbung ist deutlich geringer als bei meinem letzten, allerdings ziemlich alten, Rucksack mit Netzrücken. Dadurch bleibt das Gewicht im Rucksack nah am Rücken, was vorteilhaft ist.

Die Hüftflossen erschienen mir auf den ersten Blick etwas kurz und spillerig, aber mitlerweile sehe ich keinen Nachteil gegenüber größeren Flossen mehr. Zumal der Rucksack als Tagesrucksack üblicherweise nicht mit sehr hohem Gewicht belastet wird.

Auch die Tragegurte erscheinen zunächst recht schmal und wenig gepolstert, bei der Nutzung fand ich sie aber völlig in Ordnung. Sie haben nie gedrückt, eingeschnitten oder gescheuert. Der, auch wieder sehr dünne, Brustgurt ist höhenverstellbar.

Durch innenliegende Kompressionsriemen kann man den Rucksack etwa fummelig, aber recht fest schnüren. Mit seinen 33 Litern ist er besonders für Tagestouren groß dimensioniert, so dass man den Platz häufig nicht ausnutzt und komprimieren sollte. Aufgrund des längeren Rückens habe ich mich aber für diese recht große Version entschieden, die kaum schwerer ist als das 33 Liter Modell.

Simpel und praktisch: „Stow-on-the-Go“

Eine Besonderheit bei Osprey ist auf jeden Fall die „Stow-on-the-Go“-Stockhalterung. Sie war ja auch ein Grund, warum ich den Rucksack testen wollte. Diese Halterung ist so simpel wie praktisch: Am linken Tragegurt ist eine in der Länge verstellbare Schlaufe aus einer flexiblen Kordel, die mit einem transparenten Schlauch überzogen ist. Am Übergang von Rucksack zu Hüftflosse ist ebenfall eine flexible Kordel gespannt, die von einem Plastikschlauch überzogen ist.

Stow-on-the-Go, die simple und praktische Halterung für Stöcke

Stow-on-the-Go, die simple und praktische Halterung für Stöcke

Nun kann man schnell, ohne den Rucksack abzusetzen, seine Trekkingstöcke verstauen: Stöcke durch die große Schlaufe unten stecken, Griffe durch die Schlaufe am Schultergurt stecken, festziehen, fertig.

Ohne große Fummelei hat man seine Stöcke gut untergebracht. Theoretisch geht das sogar während des Gehens, praktischerweise bleibt man aber kurz stehen, spart sich aber das Abnehmen und Wiederaufsetzen des Rucksacks. In der Praxis habe ich sie aber seltener genutzt, als ich zuvor gedacht hätte. Dennoch: Daumen hoch für diese ebenso einfache wie praktische Lösung!

Extras und Dinge, die nicht dabei sind

Kleine Dinge, die der Rucksack ebenfalls bietet: In die Schnalle des Brustgurtes ist eine Sgnalpfiefe für Notfälle integriert. Die wird man hoffentlich nie brauchen, es ist aber gut, sie dabeizuhaben, ohne dass sie Gewicht und Platz wegnimmt. Eine Übersichtstafel mit Notrufnummern und Notzeichen, wie sie in den Deckel anderer Rucksäcke integriert ist, hat der Talon aber nicht.

Wofür ist dieses Ding gut? Es ist eine Halterung für LED-Lampen

Wofür ist dieses Ding gut? Es ist eine Halterung für LED-Lampen

Im inneren Deckelfach des Rucksacks ist ein kleiner Karabiner aus Plastik, der als Schlüsselhalter dient. Unten am Helmfach befindet sich ein Halter für LED-Lampen.

Der Talon 33 hat ein Fach für eine externe Trinkblase, die zwischen den Rucksackbeutel und die Rückenplatte gesteckt wird.

Was der Talon 33 nicht bietet ist eine Regenhülle. Weder die Hülle selbst, noch ein Fach für eine Regenhülle sind vorhanden. Das sieht zunächst wie ein großer Nachteil aus, in einen Regenschauer kann man schließlich immer kommen.

Ich habe es aber auch schon erlebt, dass Rucksäcke und Inhalt trotz Regenhülle völlig durchnässt waren, weil das Wasser über den Rücken in den Rucksack gelaufen ist. Daher habe ich mir angewöhnt, für Wechselkleidung und Elektronik leichte Packsäcke im Rucksack zu nutzen.

So kann ich auf die Regenhülle verzichten, ohne viel Extragewicht mitzuschleppen. Vor unserem Island-Urlaub war ich trotzdem etwas skeptisch, aber letztendlich hat es gut funktioniert. Natürlich auch, weil wir mit dem Auto unterwegs waren und an Regentagen naturgemäss wenig gewandert sind.

Zwei Schlaufen für Eisäxte bietet der Talon auch noch. Ob sich der leichte Rucksack dann auch noch gut trägt? Mangels Eisaxt habe ich auf diesen Test verzichtet.

Preisfrage: Wozu sind diese Gummiringe da?

Preisfrage: Wozu sind diese Gummiringe da?

Und dann gibt es noch zwei Gummiringe, die an den Schultergurten befestigt sind. So, dass man oben und unten etwas durch die Schlaufen ziehen kann. Oder Dinge durchschieben und einklemmen. Oder etwas per Karabiner befestigen kann. Vielleicht gibt es auch noch andere Verwendungen? Bisher habe ich diese Gummiringe noch nicht genutzt. Wer hat eine Idee hierzu?

Osprey Talon 33 Rucksack

Positiv:

  • Leichter Rucksack
  • Gute Trageeigenschaften
  • Viele Verstellmöglichkeiten

Negativ:

  • Kein Regenschutz
  • Teils sehr lange Riemen
  • Schnallen können verwechselt werden
  • Keine Notfall-Info

Osprey Talon 33 Rucksack:

  • Material: Nylon
  • Farben: Grün, rot, blau, schwarz
  • Größen: S/M und M/L
  • Zwei Deckelfächer
  • Flaschen- und Helmfächer
  • Integrierte Signalpfeife
  • Gewichtsangabe: 910g
  • Preisempfehlung: ca. 130 Euro

Mein Fazit zum Talon 33

Der Talon ist mit nur etwas mehr als 900 Gramm Gewicht ein angenehm leichter Rucksack, der trotzdem nicht besonders geschont werden müsste oder Kompromisse beim Komfort erfordert. Er sitzt fest am Rücken, bietet viel Bewegungsfreiheit und trägt sich mit seinem langen Rücken für mich sehr gut. Dabei bietet er viel Platz, mehr als ich auf Tagestouren üblicherweise benötige.

Die Schnallen, zwei für das Deckelfach, je eine für das Helmfach und als Kompression für die Ladeöffnung, sehen etwas klein aus, sind aber robust. Mein Praxisproblem: Alle vier Schnallen und die Bänder dazu sehen völlig gleich aus. Wenn der Rucksack wenig beladen ist, kann man schon mal falsch verschließen. Kein Problem, aber doch immer wieder blöd. Verschiedenfarbige Schnallen wären hier ideal. Die Bänder sind teilweise etwas sehr lang geraten, bislang sind sie aber noch nirgendwo hängen geblieben.

Der fehlende Regenschutz mag manchen abschrecken, aber ich vertraue da generell mehr auf waserdichte Packsäcke im Rucksdack.

Insgesamt ist der Talon 33 ein schicker, leichter und angenehm zu tragender Rucksack, der eine Menge Stauraum bietet. Da kann auch mal eine etwas größere Kamerausrüstung mit auf den Berg, ohne dass die Daunenjacke zu Hause bleiben muss. Somit ist der Talon 33 ein guter Rucksack für Tageswanderungen oder auch ein Hüttenwochenende, den ich sehr gerne nutze.

Kaufen könnt Ihr den Osprey Talon 33 im Outdoor-Fachhandel und bei den großen Onlinehändlern, z.B. hier bei Bergfreunde.de*.

Links:
Der Talon 33 bei Osprey Europe
Einen umfangreichen Test des Vorgängermodells findet Ihr bei outdoor-professionell.de
Der Testbericht von Alex Luftschubser zum Osprey Kestrel 38

Hinweise:
Der Talon 33 Rucksack wurde mir von Osprey zur Verfügung gestellt.
* = Affiliate-Link

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Uli,
    habe mir diesen Rucksack jetzt am Samstag gekauft. Finde ihn Klasse und freu mich auf den ersten Einsatz damit.

    Danke für Beschreibung und den guten Tipp!!!

    cheers
    Alex

  2. Hi Alex,
    dann bin ich gespannt, wie er Dir gefällt. Durch Dich bin ich ja erst auf Osprey aufmerksam geworden!
    Viele Grüße
    Uli

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