Wanderung vom Ledrotal zum Gardasee

Wanderung: Ledrotal (bei Biacesa) – Ponaleschlucht – Riva del Garda (Gardasee)

Die Wanderung auf der alten Ponalestraße vom Ledrotal hinab nach Riva del Garda bietet auf fast der gesamten Strecke einen fantastischen Blick über den nördlichen Gardasee. Da wir nur bergab wandern ist es auch wirklich eine leichte Strecke, auf der es einige Ruinen, die Berge des Gardasees und einige Höhlen und Tunnel zu bewundern gibt.

Die alte Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda

Die alte Ponalestraße vom Ledrotal nach Riva del Garda

Direkt am oberen Ende des etwa fünf Kilometer langen Tunnels, der das Ledrotal mit Riva del Garda verbindet, zweigt die mehr als 150 Jahre alte Ponalestraße ab. Diese ist für Autos gesperrt, aber für Fußgänger und Radfahrer seit einigen Jahren wieder nutzbar. Wir beginnen die Wanderung jedoch etwas weiter oberhalb. Kurz nach dem Tunnelausgang befindet sich die Abzweigung nach Pregasina, 200 Meter weiter links ein kleiner Parkplatz. Dort geht es los. Wenige Meter weiter beginnt der Wanderweg. Links neben dem Tunnel nach Pregasina gehen wir unter dem gemauerten Bogen hindurch auf dem breiten Weg. Schon nach ein paar Minuten sieht man links zwischen den Bäumen eine große Hausruine.

Kurz darauf steht direkt am Weg ein gemauerter alter Kalkofen, der wie ein großer Brunnen mit Tor aussieht. Von hier aus führt links ein Stichweg zur Ruine, die wir vorher gesehen haben. Es ist das Gebäude des ehemaligen Wasserkraftwerks “Rovereto”. Der Weg dauert keine fünf Minuten, es lohnt sich, das eindrucksvolle Gebäude zu besuchen. Zurück auf dem selben Weg wieder zum Kalkofen. Dort wandern wir weiter auf dem ursprünglichen Weg, der nun als steiniger Weg bald deutlich steiler bergab bis zu einer Straße führt. Diese ist für Autos gesperrt. Rechts geht es nach Pregasina, geradeaus den alten Ponaleweg hinunter zum ehemaligen Ponalehafen, links zur Ponalestraße, die uns nach Riva del Garda zum Ziel der Wanderung führen wird.

Die Ruine des Wasserkraftwerks Rovereto im Ponaletal

Die Ruine des Wasserkraftwerks Rovereto im Ponaletal

Der Weg zum Ponalehafen lohnt sich, ist aber für kleinere Kinder eher nicht geeignet, da er steil und sehr steinig und teilweise mit Geröll durchsetzt ist. Wer möchte, kann ihn aber auch als interessanten Stichweg nehmen. Hinab bis zum Gardasee und wieder hinauf bis zur Straße sind wir in etwa einer Stunde gegangen. Dieser Weg ist der alte Weg, den die Bewohner des Ledrotals nehmen mussten, wenn Sie vor der Eröffnung der Ponalestraße im Jahr 1851 vom Ledrotal zum Gardasee gelangen wollten. Über weite Strecken ist dieser Weg steil, steinig und schmal, für eine Wanderung aber sehr interessant. Er führt an kleinen Wasserfällen und einer zweiten Kraftwerksruine vorbei. Die Ruine des Wasserkraftwerks “Riva” ist allerdings weit weniger interessant als zuvor die “Rovereto”-Ruine. Kurz darauf steht man unvermittelt direkt an der Gardesana Occidentale, der westlichen Uferstraße des Gardasees von Riva del Garda nach Limone und weiter in Richtung Süden. Der alte Ponalehafen ist kaum mehr zu erkennen, unter der Brücke hindurch führt aber ein verwilderter Weg direkt bis zum Ufer des Gardasees. Dieses Gelände kann zum ehemaligen Hotel gehören, ganz klar wird ist es nicht erkennbar.

Gardesana Occidentale am alten Ponalehafen am Gardasee

Gardesana Occidentale am alten Ponalehafen am Gardasee

Wieder zurück an der Straße geht es nach rechts, also nicht in Richtung Pregasina. Wenige Meter später treffen wir auf die Ponalestraße, die sich in vielen Serpentinen den Berghang hinuntergeschraubt hat. Schon wieder kommen wir an einer Ruine vorbei, dieses Mal ein Haus, vermutlich ein Gasthaus an der ehemaligen Verbindungsstraße. Unmittelbar danach verlassen wir die Ponaleschlucht, es geht nach links und ab dort wandern wir immer entlang des Gardaseeufers.

Die Ponalestraße, ehemalige Verbindung zwischen Ledrotal und Gardasee

Die Ponalestraße, ehemalige Verbindung zwischen Ledrotal und Gardasee

Der Weg ist meistens unbefestigt, mal schmaler, mal breiter, aber sehr gut zu gehen. Links ragen die felsigen Berghänge steil auf, rechts sieht man tief unter sich den Gardasee, ein großartiger Anblick! Immer führt der Weg leicht bergab und führt auch durch mehrere alte Straßentunnel. Gut, dass hier keine Autos mehr fahren dürfen, mit Mountainbikern muss man aber immer rechnen.

Blick von der alten Ponalestraße zum nördlichen Gardasee mit Riva del Garda

Blick von der alten Ponalestraße zum nördlichen Gardasee mit Riva del Garda

In den Tunneln, aber auch in den Felsen gibt es immer wieder Höhlen, Kammern oder auch nur Löcher, die teils von Bauarbeiten stammen, aber oftmals auch militärischen Ursprungs sind. Der nördliche Gardasee war früher die Grenze zwischen Österreich und Italien und hart umkämpft. Die Tunnel- und Befestigungsanlagen sind die Reste hiervon. In manchen Kammern sieht man aber auch nur Baumaterial und Baumaschinen. Es lohnt sich auf jeden Fall, eine Taschenlampe mitzunehmen!

Der Weg endet in Riva del Garda an der Einfahrt zum neuen Tunnel der Gardesana Occidentale, kurz hinter dem Wasserkraftwerk.

Dauer und Schwierigkeit:
Den direkten Weg vom Parkplatz an der Straße nach Pregasina bis hinunter nach Riva del Garda kann man gut in 2 – 2,5 Stunden gehen. Er ist leicht bis sehr leicht. Der Abstecher über den alten Ponaleweg und wieder hinauf kostet etwa eine Stunde extra, ist aber mit kleinen Kindern nicht notwendig, da dieser schon schwieriger zu gehen ist. Für größere Kinder ist er sicher sehr interessant.
Wer den Weg bergab und wieder hinauf gehen will, muss mit mindestens 4 Stunden rechnen, eher etwas mehr.

Höhenangaben:
Der Startpunkt im Ponaletal liegt in etwa 350 Metern Höhe, Riva del Garda am Gardasee in 75 Metern Höhe.

Essen und Trinken:
Auf dem Weg gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten. Direkt am Startpunkt im Ledrotal auch nicht, in den Dörfern der Umgebung Gaststätten und Supermärkte. Im Zielpunkt Riva del Garda gibt es Restauration jeder Art.

Wo muss ich besonders aufpassen?
An sich ist der Weg nicht gefährlich, er ist gut ausgebaut und breit genug. Allerdings muss man beachten, dass er teilweise hoch über dem Gardasee entlang führt und die Geländer oder Sicherungen, soweit sie vorhanden sind, auch von Kindern leicht überwunden werden können. Achten muss man auch auf Mountainbiker, die teilweise mit recht hohem Tempo den Berg hinabfahren.

Ist der Weg für Kinderwagen geeignet?
Über weite Strecken ja, wenn es einem nichts ausmacht, über den teils sandigen oder erdigen Weg zu gehen. Im oberen Teil kann es sehr schwierig sein. Es kann sich lohnen, mit dem Kinderwagen von Riva aus zunächst bergauf zu starten und ggf. das obere Teilstück auszulassen oder den Weg über die Ponalestraße bis zum Tunnel Riva-Ledrotal zu gehen. Geländegängig sollte der Wagen auf jeden Fall sein.

Wie komme ich hin?
Von Riva del Garda aus mit dem Auto in Richtung “Valle di Ledro” fahren, durch die zwei langen Tunnel bergauf. Etwa 500 Meter nach dem Tunnel links die Abzweigung anch Pregasina nehmen, dann auf den kleinen Parkplatz links. Er bietet Platz für maximal 8-10 Autos, notfalls muss man in Richtung Biacesa fahren und dort parken.
Wer aber oben parkt, mus hin- und zurück laufen.
Alternative: Den Bus Linie 214 von Riva del Garda nach Storo nehmen. Kurz nach dem Tunnelausgang sowie in Biacesa befinden sich Bushaltestellen.

Google Maps Karte:

Größere Kartenansicht

Links:
Lagodigarda Magazin Busverkehr (deutsch)
http://srvtt.pegasus.it/ (Trentino Trasporti Bus – italienisch)

Wanderkarte:
Kompass Karte 690 Alto Garda e Ledro, 1:25.000, ISBN 3-85491-772-4

Kompass Karte 090 Alto Garda Val di Ledro, 1:35.000, ISBN 3-85491-674-4

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