Zum Latschenkopf – die große Höhenwanderung am Brauneck

Wanderung: Brauneckbahn Bergstation – Gipfel Brauneck – Brauneckhaus – Schrödelstein – Vorderer Kirchstein – Latschenkopf – Stie-Alm – Gamsköpfl – Tölzer Hütte – Bergstation Brauneckbahn

Die große Höhenwanderung am Brauneck ist eine mittelschwere, sehr aussichtsreiche Wanderung am Brauneck, die uns auf drei Gipfel und ein Gipfelchen führt. VOn der Bergstation der Brauneckbahn erreichen wir nach wenigen Minuten das Brauneck-Gipfelkreuz. Von dort geht es über den Höhenweg zum Vorderen Kirchstein und zum Latschenkopf. Auf dem Rückweg besuchen wir noch die Stie-Alm und, direkt daneben, das kleine Gamsköpfl mit dem Steinbock aus Granit, bevor der Weg zur Bergstation zurückführt.

Der große Höhenweg am Brauneck führt zum Latschenkopf (links) und dem Vorderen Kirchstein (rechts)

Der große Höhenweg am Brauneck führt zum Latschenkopf (links) und dem Vorderen Kirchstein (rechts)

Unterwegs kann man im Vorübergehen noch die Gipfel des Schrödelsteins und des vorderen Kirchsteins mitnehmen, zwischendurch am Stangeneck vorbei, so dass diese Wanderung für Gipfelsammler geradezu ein „Muss“ darstellt. Auf dem ersten Stück des Weges entspricht diese Tour genau der Wanderung über den kleinen Höhenweg.

Almidylle am Brauneckhaus

Almidylle am Brauneckhaus

Zunächst führt der Weg von der Bergstation der Brauneckbahn steil rechts hinauf zum Brauneckhaus und zum 2019 neu errichteten Gipfelkreuz des Braunecks, das wir nach nur etwa fünf Minuten erreichen.

Das Gipfelkreuz des 1555 Meter hohen Brauneck

Das Gipfelkreuz des 1555 Meter hohen Brauneck

Hier genießen wir den Blick über Lenggries und das Isartal hinweg in die Tegernseer Berge. Roß- und Buchstein lassen sich gut erkennen, davor ist das Seekarkreuz. Nach Süden hin liegt das Karwendel, aus dem der mächtige Guffert heraussticht.

Der Startplatz der Paraglider ist nur wenige Meter vom Brauneckhaus entfernt

Der Startplatz der Paraglider ist nur wenige Meter vom Brauneckhaus entfernt

Der Weg führt nun direkt zum Startplatz der Paraglider und weiter zum Schrödelstein, wo wir über eine Treppe ein paar Meter absteigen.

Abstieg über die Treppe, mit Seilsicherung

Abstieg über die Treppe, mit Seilsicherung

Mit viel Alpenpanorama zur Linken wandern wir über den gut zu gehenden Bergpfad weiter bis zu einer Bank. Wer nur den kleinen Höhenweg gehen mag, der kann hier abzweigen und zum Brauneck Panoramaweg absteigen.

Alpenpanorama mit Zugspitzblick vom Brauneck

Alpenpanorama mit Zugspitzblick vom Brauneck

Wir wandern weietr in Richtung Westen. Nun beginnt der anspruchsvollere Teil der Wanderung, der jetzt in etwa 45 Minuten zum Latschenkopf führen soll. Wir kreuzen den Lift, derzeit eine Baustelle, oberhalb der Tölzer Hütte auf einem Weg, der problemlos durch Wiesen führt.

Das alte Schild, das auf Alpine Erfahrung und Trittsicherheit verweist, haben wir nicht mehr gesehen. Schadet aber nicht, wenn man sie hat

Das alte Schild, das auf Alpine Erfahrung und Trittsicherheit verweist, haben wir nicht mehr gesehen. Schadet aber nicht, wenn man sie hat

Wir erreichen den Waldrand. Hier stand früher ein Schild „Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“. Das Schild gibt es nicht mehr, der Pfad führt aber weiterhin ziemlich steil und steinig scharf an der Abbruchkante entlang. Allerdings ist er auch breit genug, dass man sich von der Kante fernhalten kann.

Es folgt ein kurzer, steiler und steiniger Aufstieg entlang der Hangkante

Es folgt ein kurzer, steiler und steiniger Aufstieg entlang der Hangkante

Dann geht es kurz durch den Wald, am Gatter vorbei, über einen ersten Gratweg und nochmal bergauf, mit etwas Klettereinlagen, vor allem für Kinder. Danach wandern wir dann über den schönen, immer genügend breiten, Gratweg zum vorderen Kirchstein.

Auf dem Weg zum Kirchstein und Latschenkopf

Auf dem Weg zum Kirchstein und Latschenkopf

Auf diesem Weg stehen gleich zwei Gedenktafeln für Wanderer, die hier vom Blitz erschlagen wurden. Ein deutlicher Hinweis darauf, das Wetter in den Bergen genau zu beobachten.

Panoramablick vom Stangeneck. Eine Infotafel benennt die Gipfel

Panoramablick vom Stangeneck. Eine Infotafel benennt die Gipfel

Nebenher haben wir auch das Stangeneck passiert, das eigentlich gar kein richtiger Gipfel ist. Beim Blick nach links unten sieht man auf die große Stie-Alm. Der Weg bis dorthin wird allerdings noch länger sein, als es hier den Anschein hat. Denn wir wandern zunächst zu den Gipfeln des Kirchsteins und des Latschenkopfs.

Ein Blick hinunter zur Stie-Alm, die wir auf dem Rückweg besuchen

Ein Blick hinunter zur Stie-Alm, die wir auf dem Rückweg besuchen

Zunächst erreichen wir einen schönen Kletterfelsen, der mitten auf der großen Wiese steht und für Kinder unwiderstehlich ist. Sehr praktisch: Die Rückseite besteht ebenfalls wieder aus Wiese, wodurch man nicht hinunter klettern muss. Auf der Vorderseite gibt es dann gleich wieder neue Kletterrouten zu finden.

Vom Gipfel des Vorderen Kirchsteins haben wir einen Blick nach Benediktbeuern und zum Starnberger See

Vom Gipfel des Vorderen Kirchsteins haben wir einen Blick nach Benediktbeuern und zum Starnberger See

Erstmal geht es nun nach rechts über einen Trampelpfad zum Gipfelkreuz des vorderen Kirchsteins. Vorsicht: Nach Norden hin fällt eine steile Felswand die Tiefe ab! Der Blick von dort oben ist aber wieder extrem schön, unten ist das Kloster Benediktbeuern zu sehen, in der Ferne liegt der Starnberger See und dahinter, als weiße Flecke, sehen wir die Funkantennen von Raisting.

Auf dem Hinweg geht es wieder hinunter, rechts am Kletterfelsen vorbei, und dann über den nächsten Gratweg in wenigen Minuten hinauf zum Latschenkopf. Auf dem Weg kommen wir auch an Felseinschnitten vorbei, in denen sogar im Sommer noch Schneereste liegen können.

Der Gipfel des Latschenkopf

Der Gipfel des Latschenkopf

Auf dem Latschenkopf haben wir mit 1712 Metern Höhe den höchsten Punkt der Wanderung erreicht. Hier sollte man sich auch wieder etwas Zeit nehmen und das Panorama genießen, bevor der etwa einstündige Abstiegsweg zur Stie-Alm beginnt.

Der Abstieg führt zunächst an einem weiteren Kletterfelsen vorbei, der aber keinesfalls für Kinder und Anfänger geeignet ist. Jetzt geht es steil über größere Felsen durch Latschen bergab.

Steil bergab über Felsen zwischen den Latschen hindurch

Steil bergab über Felsen zwischen den Latschen hindurch

Erwachsene werden über die Felsen gehen können und nur manchmal die Hände zu Hilfe nehmen müssen, für Kinder wird es eine Kletterei bergab sein.

Dieser Teil des Weges endet an einem Wegweiser am Feichtecksattel oder „Gatterl“, ein Stück, nachdem man durch ein kleines, mit Latschen überwachsenes, Felstor gegangen ist.

Ein steinernes Tor. Hier führt der Weg hindurch zum Abzweig Richtung Benediktenwand

Ein steinernes Tor. Hier führt der Weg hindurch zum Abzweig Richtung Benediktenwand

Am Feichtecksattel lockt der Wegweiser in Richtung Benediktenwand und Tutzinger Hütte. Doch diesmal bleibt es bei der Höhenwanderung am Brauneck.

Die mächtige Benediktenwand

Die mächtige Benediktenwand

Nun führt der Weg nach links, zurück in Richtung Stie-Alm und Brauneck. Er ist jetzt wieder ein schmaler Bergpfad, die Hände brauchen wir nicht mehr. Aber der Weg ist trotzdem noch teils steil und nicht immer ganz leicht zu gehen.

Unterhalb der Felswand des Latschenkopfs, an teilweise bizarren Felsen entlang, wandern wir nun stetig bergab.

Auf dem Weg zur Stie-Alm

Auf dem Weg zur Stie-Alm

An einem Seilbahnmast beginnt ein grobsteiniger Weg steil bergab über die Piste des Idealhangs hinunter zur Stie-Alm. An einer Felswand sehen wir die Kletterer an vielen Routen entlang der gesamten Wilderland-Wand. Insgesamt soll es im Brauneck-Gebiet über 230 Routen geben.

Der Wilderland Kletterfels mit vielen Routen

Der Wilderland Kletterfels mit vielen Routen

Die große Stie-Alm bietet sich für eine Rast ideal an. Wer mag, kann auch gleich noch den in der Almkäserei der Stie-Alm hergestellten Käse mit nach Hause nehmen. Und Kinder, die noch nicht genug geklettert sind, freuen sich über den großen Felsblock, der mitten im Biergartenbereich steht.

An der Kapelle der Stie-Alm, den Kletterfelsen im Blick

An der Kapelle der Stie-Alm, den Kletterfelsen im Blick

Unser nächste Kletterfelsen ist das nahe der Stie-Alm gelegene Gamsköpfl, ein Fels, der von unten aus gesehen gar nicht so hoch aussieht. Wir nehmen von der Stie-Alm nicht den Weg rechts, den Almfahrweg, sondern gehen auf dem linken Weg kurz steiler hinauf. Von hier aus können wir das Gamsköpfl leicht über einen seilversicherten Felsweg erklimmen.

Das Gamsköpfl mit Gipfelkreuz und Steinbock

Das Gamsköpfl mit Gipfelkreuz und Steinbock

Von oben sieht es dann doch schon etwas höher aus. Aber der Aufstieg lohnt dennoch. Nicht nur die Aussicht ist wieder hervorragend. Das Gamsköpfl wird neben einem weiteren Gipfelkreuz auch noch von einem weithin sichtbaren Steinbock aus Granit geschmückt. Und das lohnt doch den Aufstieg.

Der Steinbock hat den besten Ausblick auf die Alpenkette

Der Steinbock hat den besten Ausblick auf die Alpenkette

Für den Rückweg zur Bergstation haben wir nun zwei Möglichkeiten. Die leichte Variante: Wieder hinunter auf den breiten Fahrweg. Dort kommen wir über die fast direkt nebeneinander liegenden Almen Strasser-Alm und Quenger-Alm zur Tölzer Hütte.

Auf dem schmalen Weg vom Gamsköpfl zur Tölzer Hütte

Auf dem schmalen Weg vom Gamsköpfl zur Tölzer Hütte

Die etwas anspruchsvollere, aber schönere Variante führt auf einem schmalen Pfad am Hang entlang und trifft unmittelbar vor der Tölzer Hütte wieder auf den Fahrweg.

Damit sind wir dann wieder auf dem Panoramaweg angelangt, der uns in wenigen Minuten wieder zurück zur Bergstation der Brauneckbahn führt.

Dauer und Schwierigkeit:
Der Weg ist als mittelschwerer Wanderweg mit etwa drei Stunden Gehzeit beschildert.
Von der Bergstattion zum Brauneckhaus und zum Gipfelkreuz des Brauneck etwa fünf Minuten. In zwanzig Minuten am Schrödelstein vorbei zur Kreuzung. Von dort etwa 45 Minuten zum Gipfel des vorderen Kirchsteins. In etwa zehn Minuten von dort zum Latschenkopf-Gipfel. Abstieg vom Latschenkopf etwa 25 Minuten bis zum Abzweig „Stie-Alm / Benediktenwand“, dann weitere 30 Minuten bis zur Stie-Alm. Von dort etwa 30 Minuten bis zur Bergstation.
Der Weg ist nicht nur von der Dauer her anspruchsvoller als die kleine Höhenwanderung. Beim Aufstieg Richtung Kirchstein und beim Abstieg vom Latschenkopf ist sie auch vom Weg her deutlich schwerer, gerade auch für Kinder.
Wichtig ist, auch die letzten Fahrten der Brauneckbahn im Hinterkopf zu haben, sonst muss man noch zu Fuß bergab gehen, was noch einmal anderthalb bis zwei weitere Wanderstunden zur Folge hat.

Höhenangaben:
Lenggries: 679 Meter
Talstation Brauneckbahn: 715 Meter
Bergstation Brauneckbahn: 1520 Meter
Panoramarestaurant: 1525 Meter
Gipfel Brauneck: 1555 Meter
Brauneckhaus: 1540 Meter
Gipfel Schrödelstein: 1548 Meter
Stangeneck: 1645 Meter
Gipfel vorderer Kirchstein: 1670 Meter
Gipfel Latschenkopf: 1712 Meter
Stie-Alm: 1550 Meter
Strasser-Alm: 1450 Meter
Quenger-Alm: 1420 Meter
Tölzer Hütte: 1495 Meter

Essen und Trinken:
Hier besteht kein Mangel. Im Panoramarestaurant direkt an der Bergstation der Brauneckbahn und im nahen Brauneckhaus findet man gleich zu Beginn der Wanderung Verpflegungsmöglichkeiten. Danach ist allerdings erstmal die mitgebrachte Brotzeit wichtig.
Erst im Abstieg deutlich nach dem Latschenkopf befinden sich die weitern Almen, dann aber gleich mehrere: Stie-Alm, Strasser- und Quenger-Alm und die Tölzer Hütte. Die kleineren Hütten schließen teilweise schon gegen 16 Uhr.
Zum Schluss wieder das Panoramarestaurant, sowie Restaurants an der Talstation und in Lenggries.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Auf diesem Weg gibt es ein paar Stellen, auf denen Vorsicht geboten ist: Der felsige Aufstieg an der Abbruchkante. Am Vorderen Kichstein befindet sich direkt hinter dem Gipfel ein steiler Wandabbruch und der Abstieg vom Latschenkopf ist sehr felsig und teilweise auch nah an Abbrüchen. Vorsicht auch am Gamsköpfl. Dennoch kann die Wanderung bei trockenem Weg gut gegangen werden. Bei Nässe dürften einige Stellen ziemlich unangenehm, eventuell auch gefährlicher, werden.

Wandern mit Hund
FÜr trittsichere Hunde ist der Weg gut zu gehen. Kleinere Hunde können im Abstieg vom Latscheneck möglicherweise Probleme haben, unser kurzbeiniger Mikki war aber schneller als wir. Bachläufe gibt es am Brauneck nicht, so dass man Waser für den Hund mitnehmen sollte. An der Bergstation und den Hütten kann man es wieder auffüllen. Es ist möglich, dass man auf Weidevieh, Kühe und Schafe, trifft. Besonders auf dem oberen Teil des Weges und rund um die Stie-Alm.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München mit der BOB in etwa einer Stunde bis zum Endbahnhof Lenggries. Direkt vom Bahnhof aus fahren Linienbusse zur Talstation der Brauneckbahn. Man kann auch in gut 30 Minuten zu Fuß zur Talstation gehen. Wichtig: BOB-Tickets gelten im Bus nicht, Bayerntickets schon.
Mit dem Auto: Von München aus über die B13/B472 nach Bad Tölz und auf der B13 Richtung Lenggries fahren. Dort der Ausschilderung zur Brauneckbahn und dem Brauneck folgen. Am Beginn des Skigebietes, vor der Talstation der Brauneckbahn, befindet sich ein großer Parkplatz.

Links:
Brauneck Bergbahn
Panoramarestaurant Brauneck
DAV Hütte Brauneckhaus (Brauneckgipfelhaus)
www.lenggries.de
Tölzer Hütte
Stie-Alm
Quenger-Alm

Buchtipps und Wanderkarte:
Die Wanderung vom Brauneck zum Latschenkopf ist auch im Buch „Erlebniswandern mit Kindern, Münchner Berge: 30 Touren zwischen Füssen und Inntal“ beschrieben:

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Schöne Seite, vielen Dank. Wieviel Zeitaufwand würdet ihr für diese Tour schätzen?

  2. Hallo,

    als reine Gehzeit gehe ich von etwa drei bis vier Stunden aus, je nachdem, wie schnell man geht und ob kleinere oder größere Kinder dabei sind. Da auf der Tour aber gleich mehrere Gipfel und mehrere Almen liegen, dazu der Kletterfelsen und der Startplatz der Drachenflieger, sollte man die Pausenzeiten großzügig planen. Und noch ein Zeitpolster einrechnen, wenn man mit der Seilbahn wieder runterfahren will. Daher sollte man diese Wanderung als Ganztagestour planen, auch wenn die reine Gehzeit nicht so lang ist.

    Viele Grüße,
    Uli

  3. Pingback: Bad Tölz – fishandchips

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