Wanderung, mittel, 550 Hm: Bad Wiessee – Ringspitz – Schloss Ringberg – Kreuth-Reitrain
Der Ringspitz ist mit seinen 1293 Metern Höhe einer der kleineren Tegernseer Berge. Obwohl er vom See aus in der ersten Reihe steht, fällt der bis zum Gipfel bewaldete Buckel nicht sonderlich auf. Aber hinter dem unscheinbaren ersten Eindruck verbirgt sich ein echter Sauhund von Berg. Er lockt den Wanderer erst mit unscheinbarem Aussehen und leichtem Aufstieg, um ihn dann einen extrem steilen Gipfelanstieg zu überraschen. Wir machen hier die Überschreitung von Bad Wiessee über den Ringspitz-Gipfel nach Kreuth-Reitrain.
Neben dem steilen Anstieg fällt auf, dass es auch keinerlei Beschilderung zum Ringspitz gibt. Die typisch gelben Wanderwegweiser, von denen es rund um den Tegernsse unzählige gibt, verzichten auf jeden Hinweis zum Ringspitz. Auch Wegmarkierungen wie rote Punkte an Bäumen oder Felsen gibt es hier nicht. Entsprechend ruhig ist es auf dem Weg und auf dem Gipfel.
Start im Bad Wiessee
Wir starten in Bad Wiessee an der Bushaltestelle „Söllbach“. Hier zweigt die Bucher Straße von der Hauptstraße ab. Auf ihr gehen wir stetig leicht ansteigend zum Ortsteil Buch, zwischen Wiesen hindurch. Links liegt der komplett bewaldete Ringspitz und gibt sich ganz harmlos.
Buch besteht nur aus zwei Bauernhöfen und einem Wanderparkplatz, der direkt hinter dem Bauernhof rechts der Straße liegt. Wer mit dem Auto kommt, parkt hier und wirft vier Euro in die Vertrauenskasse. Wir wandern weiter auf der Straße bergauf, die jetzt etwas steiler wird.
- Der Wanderparkplatz am Bauernhof in Buch
- Kein Hinweis auf den Ringspitz auf den Wegweisern
- Auf der Straße hinauf zum Ringspitz
An einem Abzweig stehen mehrere Wanderwegweiser, zum Bauern in der Au, der Schwarzentenn-Alm, auf den Hirschberg und zur Söllbach-Klause. Nur das nächste Ziel, der Ringspitz, bleibt unerwähnt.
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- Vorbei an der Kuhweide
- Der Abzweig auf den Treckerweg, direkt nach der Rechtskurve
- Ab in den Wald
Wir bleiben auf der Straße, bis von dieser unmittelbar nach der Rechtskurve ein Wiesen-Fahrweg abzweigt. Oberhalb dieses Weges stehen Bänke, von denen aus wir einen schönen Blick auf den bisherigen Aufstiegsweg, die Bauernhöfe von Buch und den nördlichen Teil des Tegernsees haben.
Nach wenigen Metern auf dem Weg erreichen wir den Wald und hier sofort einen Abzweig nach rechts.
Leicht durch den Wald bergauf
Diesen ansteigenden Weg nach rechts nehmen wir nun. Der zunächst breite Weg wird nach und nach etwas schmaler.
An ein paar Stellen wird der Weg etwas matschig, nach Regenfällen sehr matschig. Über die besonders bazigen Stellen hat jemand Stöcke gelegt, die aber oft auch kaum helfen können.
- Sofort, nachdem wir den Wald betreten haben, biegen wir rechts ab
- Auf dem breitem Waldweg bergauf
- Manchmal wird der Weg etwas bazig
Nach mehreren Kurven erreichen wir eine Abzweigung. Auf der Kompass-Karte führen beide Wege jeweils zu einem Haus und treffen hinterher wieder aufeinander. Wir haben hier zunächst den linken Weg genommen, in der Hoffnung auf Aussicht auf den Tegernsee. Kurz nach der Hütte verliert sich der Weg aber. Auch auf der Outdooractive- und OpenStreetMap-Karte ist kein Weiterweg eingezeichnet.
- Am Abzweig im Wald gehen wir wieder nach rechts
- Waldweg bergauf
- Über schmale Wege zwischen höheren und nicht so hohen Büschen hindurch
Also nehmt auch hier den Weg nach rechts. Dieser wird nun schnell sehr schmal. Zunächst zwischen hohem Strauchwerk, dann zwischen kniehohen Büschen hindurch erreichen wir eine Hütte mit Bank davor. Aussicht gibt es hier nicht, aber für eine kleine Pause kurz vor dem finalen Gipfelanstieg bietet sie sich an.
Sogar Klappstühle stehen hier und unter dem Vordach befindet sich hinter einer Stahltür der „Kühlschrank“, der mit etwas Glück mit Getränken gefüllt ist, an denen man sich, wieder mit Zahlung per Vertrauensprinzip, bedienen kann.
Sehr steil auf den Ringspitz-Gipfel
Über den schmalen Wiesenweg gehen wir nun weiter hoch, dann kurz etwas bergab zu einer Wegkreuzung. Wir gehen geradeaus und dann beginnt auch schon der sehr steile Gipfelanstieg.
Zunächst noch recht moderat, dann steiler werdend über große Wurzeln. Und schließlich dann als sehr schmaler, immer steiler werdender erdiger und steiniger Steig.
- Zunächst geht es steil auf breitem Weg über Wurzeln
- Schmal am Abhang entlang
- Über Fels, Gras und Wurzeln
- Ein erster Blick auf den Tegernsee
- Steile, kurze Serpentinen
- Ein sehr felsiger Abschnitt
In sehr kurzen Serpentinen geht es über einige Felsstufen, schnell nutzt man auch Wurzeln zum Festhalten oder hochziehen, greift auch mal mit der Hand an Fels.
Ab und zu erlaubt der Wald Ausblicke auf die Umgebung. Mal hinunter auf den Tegernsee, mal hinüber zur Holzeralm. Um die Aussicht zu fotografieren, muss man sich erst einmal einen festen Stand verschaffen.
- Ein toller Wurzelstock
- An dieser Stelle nicht geradeaus gehen! Da wäre man sofort im Absturzgelände
- Noch ein toller Tegernsee-Blick. Jetzt ist es auch fast geschafft
- Der erste Blick auf das Gipfelkreuz
- Die letzten Meter bis zum Gipfel
- Am Ringspitz-Gipfel angekommen
Mehrfach kommen kurze flache Wegstücke und es scheint, als wäre der Gipfel bald erreicht. Aber immer wieder kommt nach einer scharfen Kurve der nächste steile Aufstieg. Einen kurze Kletteraufschwung gibt es, ansonsten bleibt es beim extrem steilen Gehen.
Auf dem Ringspitz-Gipfel
Schließlich wird die Umgebung dann aber doch flacher, grasiger und sonniger und nach wenigen Metern sehen wir auch schon das recht große Gipfelkreuz des Ringspitz.
Vor dem Gipfelkreuz steht, ganz neu, eine Bank mit einer Plakette: „Willis Bankerl“. Willi, das war eine gute Idee! Das Bankerl löst die etwas provisorischen Bretter ab, die hier zuvor befestigt waren.
- Der Blick vom Gipfel geht ans Nordufer des Tegernsees und mit Glück bis München
- Tafel und Kruzifix am Gipfelkreuz
- Willis Bankerl
Natürlich steht die Bank so, dass man den Ausblick auf den Tegernsee hat, genauer gesagt auf den nördliche Teil des Tegernsees. Denn der Ringspitz ist ja bis zum Gipfel bewaldet, Rundumblick gibt es nicht. Die Blickrichtung ist nach Bad Wiessee, Kaltenbrunn und Gmund. Und ganz weit hinten kann man bei guter Sicht sogar München erkennen.
Abstieg zum Schloss Ringberg
Wer nun auf seine Kompass-Karte schaut und Sorge davor hat, den extrem steilen Gipfelaufstieg nun wieder runterklettern zu müssen, sei beruhigt: Kann man natürlich machen, muss man aber nicht.
Es gibt eine Alternative, den Weg nach Süden, dann Südosten. Dieser ist in den Outdooractive- und OpenStreetMap-Karten eingezeichnet, bei Kompass fehlt er.
Auch dieser Weg ist nicht markiert, aber offensichtlich wird er genutzt und auch instand gehalten, wie man an ein paar Treppenstufen oder herausgesägten Durchgängen bei über den Weg gestürzten Bäumen sehen kann.
In einigen Abschnitten ist auch dieser Weg schmal und steil, aber bei weitem nicht so steil wie der Aufstiegsweg. Der Beginn am Gipfelbereich ist gut zu erkennen. Es geht sofort über einige Felsen, dann durch ein Wiesenstück und Büsche bergab.
Es folgt ein Abschnitt im Wald, an dem der Hang nach rechts ansteigend ist. Hier muss man etwas aufpassen, den Weg nicht zu verlieren. Es geht mal ein paar Meter hoch, dann wieder bergab.
- Kurz geht es recht steil bergab
- Ein Durchschlupf im umgestürzten Baum zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind
- Kurz am Steilhang entlang
Wir gelangen an eine Abzweigung. Nach links führt der Weg etwas bergab, nach rechts etwas steiler bergauf. Beide Wege werden später wieder aufeinandertreffen. Der rechte, bergauf, dürfte insgesamt etwas breiter und angenehmer zu gehen sein.
Wir haben uns aber für den Weg links entschieden. Er führt leicht bergab und dann unmittelbar am steilen Abhang entlang. Hier ist Vorsicht geboten, auch wenn der Weg relativ breit ist.
Wir erreichen eine weitere Abzweigung, die daran zu erkennen ist, dass der Baum, der in der Gabelung steht, mit zwei weißen Strichen markiert ist. Der eine Weg führt weiter geradeaus bergab, ein anderer Weg führt rechts bergauf. Wir müssen hier nach rechts, also bergauf gehen.
Bergauf und an einer sehr interessanten Wurzel eines umgestürzten Baumes vorbei, treffen wir bald auf den Weg, der von oben kommt.
- Eine sehr intreessante Wurzel
- Auf dem breiten Bergrücken wandern wir bergab
- Ein kurzer Talblick
Nun gehen wir über einen breiten Bergrücken auf breitem Weg bergab. Der Weg wird schmaler und zwischen Farnen und niedrigen Sträuchern gehen wir weiter bergab, bis wir auf einen Fahrweg treffen.
Achtung, Kompass-Kartennutzer: Es folgt ein weiterer Weg, der bei Kompass nicht eingezeichnet ist! Auf Outdooractive- und OpenStreetMap-Karten seht Ihr ihn aber.
- Auf dem Fahrweg im Wald. Der Abzweig zum Funkturm ist gegenüber, leicht links
- Am Funkturm
- Abstieg vom Funkturm zum Schloss Ringberg
Vom Steig auf der Straße angelangt, gehen wir nach links, aber nur etwa fünf Meter weit, dann erkennen wir auf der gegenüber liegenden Seite einen kleinen Steig, der über ein paar Treppenstufen steil bergab führt. Den nehmen wir. Schmal und steil, aber wieder nicht so steil wie im Aufstieg, gehen wir in vielen Serpentinen bergab und kommen direkt zu einem großen Sendemast.
Das war es jetzt mit schmalen Wegen, wilden Bergsteigen und Aufpassen bei der Orientierung. Denn von jetzt an erfolgt der Abstieg über eine feste und breite Straße. Doch zuvor haben wir noch einmal einen schönen Ausblick auf den Tegernsee, diesmal auf den südlichen Teil.
Über die Straße wandern wir nun stetig bergab durch den Wald zu Schloss Ringberg.
Schloss Ringberg
Schloss Ringberg sieht mit seinen hohen Mauern, dem schweren Holztor und mehreren Türmen wie eine mittelalterliche Trutzburg aus. Wer aber an Ritter denkt, liegt völlig falsch, auch beim Schätzen des Baujahres dürften die meisten weit daneben liegen.
Tatsächlich wurde der Grundstein für Schloss Ringberg erst im Jahr 1912 gelegt. Herzog Luitpold in Bayern hat hier seinen Traum vom Schlossbau verwirklicht. Bis zu seinem Tod im Jahr 1973 ließ er an dem Schloss bauen.
- Schloss Ringberg
- Schloss Ringberg
- Schloss Ringberg
Er vermachte das Schloss der Max-Planck-Gesellschaft, die den Bau in den achtziger Jahren fertigstellte und heute als Tagungszentrum nutzt. Für Besichtigungen ist das Schloss nicht zugänglich. Ausnahmen gibt es nur an sehr seltenen Tagen der offenen Tür. Es gibt auch keine öffentlich zugängliche Restauration.
Bergab nach Reitrain
Entlang der Schlossmauer führt ein breiter Weg bergab, über den man eine Serpentine der Straße abkürzen kann. Wegen Bauarbeiten an der Schlossmauer war der Weg aber gesperrt, so dass im GPX-Track der Weg über die Straße verläuft. Diese ist sehr wenige befahren, da sie nur zum Schloss und weiter zum Sendemast führt.
In sehr angenehmem Gefälle, deutlich geringer als oberhalb des Schlosses, führt sie in weiten Schwüngen bergab. Sie endet an der B307, zwischen dem Ortseingang von Reitrain und der Naturkäserei Tegernsee. Wir laufen direkt auf die Bushaltestelle zu.
- Auf der Straße durch den Wald vom Schloss hinunter nach Reitrain
- Von der Haltestelle aus sehen wir auf den Wallberg
- An der Bushaltestelle endet die Wanderung
Wer mag, kann noch einen Abstecher zur nur gut einhundert Meter entfernten Naturkäserei machen und dort einkehren.
Zurück geht es mit dem Bus der Linie 356. Nicht wundern, dass der zuerst in Richtung Kreuth fährt, der macht noch eine Runde zur Talstation der Wallbergbahn, bevor er zum See fährt. Wer mit dem Zug gekommen ist, kann gleich bis Tegernsee Bahnhof durchfahren. Wer sein Auto in Bad Wiessee stehen hat, fährt bis „Rottach-Egern Weißachbrücke“, steigt dort in die Ringline nach Bad Wiessee um und fährt bis zur Haltestelle „Söllbach“.
Die Wanderung auf den Ringspitz ist viel wilder, als man auf den ersten Blick und bis zur Hälfte des Aufstiegs glauben mag. Ganz sicher nichts für Wander-Anfänger, aber wer sich Wege bis hart an die Klettergrenze zutraut und auch ohne Wegweiser und Markierungen wandert, wird mit einer ruhigen und nicht überlaufenen Tour belohnt. Dank der guten Bahn- und Busverbindungen ist die Überschreitung sowohl für ÖPNV-Nutzer als auch für Autofahrer gut möglich.
Dauer und Schwierigkeit:
Von Bad Wiessee aus kann man mit knapp zwei Stunden Aufstieg rechnen, für den Abstieg zum Funkturm eine Stunde und eine weiter Stunde bis zur Bushaltestelle. Insgesamt also vier Stunden oder auch etwas weniger. Der Weg ist überwiegend leicht zu gehen, die letzten 150 sehr steilen Meter zum Gipfel sind aber deutlich anspruchsvoller. Trittsicherheit ist unbedingt notwendig, auch die Hände muss man immer mal wieder einsetzen. Im Abstieg ist der Teil zwischen dem Fahrweg im Wald und dem Funkturm ziemlich steil, allerings nicht so steil wie der Aufstieg.
Höhenangaben:
Bad Wiessee Söllbach: 750 Meter
Bad Wiessee Buch: 830 Meter
Hütte im Wald: 1100 Meter
Gipfel Ringspitz: 1293 Meter
Funkturm: 1030 Meter
Schloss Ringberg: 920 Meter
Bushaltestelle Reitrain: 760 Meter
Buchtipps und Wanderkarte:
Kompass Wanderkarte 08 Tegernseer Tal
Kompass Wanderkarte 8 Tegernsee, Schliersee, Wendelstein
DAV Wanderkarte BY13 Mangfallgebirge West Tegernsee
Essen und Trinken:
Auf der Wanderung gibt es keine Einkehrmöglichkeit.
Wo muss ich besonders aufpassen:
Der sehr steile Gipfelanstieg und der nicht ganz so steile Abstieg von der Straße im Wald zum Funkturm sind die schwierigsten Passagen. Im Steilstück ist der Weg eigentlich immer gut erkennbar, an wenigen Stellen muss man aber aufpassen, nicht ins Absturzgelände zu gehen. Im oberen Teil des Abstiegs muss man etwas aufpassen, den Weg nicht zu verlieren. Grundlegende Orientierung ist notwendig, da es keine Wegweiser und Markierungen auf dem Weg gibt.
Wandern mit Hund:
Die Wanderung ist nur für Hunde machbar, die gut klettern können.
Wie komme ich hin?
Mir Bus und Bahn: Das ist bei dieser Wanderung die empfohlene Variante. Von München aus in etwa einer Stunde mit der BRB nach Gmund am Tegernsee fahren. Dort in den Bus der Ringline nach Bad Wiessee bis zur Haltestelle „Söllbach“ fahren. Direkt gegenüber liegt der Bucher Weg.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen fahren, dann über die B318 über Gmund nach Bad Wiessee. Rechts in die Bucher Straße fahren und direkt hinter dem Bauernhof rechts auf den Wanderparkplatz fahren. Kosten: 4 Euro (2026) in die Kasse werfen.
Startpunkt der Wanderung:
Bad Wiessee, Bucherweg
Google Maps: 47.701961,11.727326
Openstreetmap: 47.701961,11.727326
What3Words: ///ortsname.ereignen.aufgefangen
Links:
Die Homepages von Schloss Ringberg und der Naturkäserei Tegernseer Land
Weitere Tourenbeschreibungen zum RIngspitz findet Ihr bei Servus Tegernsee und Tourentipp.com.
GPX-Track:
Maximale Höhe: 1297 m
Minimale Höhe: 753 m
Gesamtanstieg: 696 m
Gesamtabstieg: -705 m



























































