Wanderung, leicht bis mittel, 750 Hm: Jachenau – Pfundalm – Hirschhörnlkopf und zurück
Der Hirschhörnlkopf ist mit seinen 1514 Metern Höhe in eher kleiner Berg, der aber nach einem steilen Aufstieg über viele Serpentinen einen großartigen Panoramablick auf die bayerischen Alpen und mehrere Seen bietet. Eine schöne, ruhige Wanderung, die etwas Kondition erfordert.
Wir starten am Wanderparkplatz im Hauptort der Jachennau, direkt neben dem Schützenheim. Sollte dieser Parkplatz schon voll sein, gibt es einen weiteren Parkplatz, direkt am Ortseingang.
Und schon stehen wir vor einem Problem, einem Bauzaun. Der versperrt uns den üblichen Weg zum Hirschhörnlkopf. Der Hochwasserschutz der Gemeinde Jachenau wird im Jahr 2026 neu gebaut, der Weg entlang des Baches Kleine Laine ist durch eine große Baustelle versperrt. Was für ein Glück, denn so nutzen wir den Ausweichweg, der sich als viel schöner erweist.
- Auf dem Wanderweg entlang der Großen Laine
- Einige Stellen sind sogar mit Geländern geschützt
- Ein Blick über die Wiese auf die BErge und den Ortsteil Berg
Wir queren den Bach und wandern nun an der Großen Laine entlang. Der Weg ist ein schöner Spazier- und Wanderweg, der sich durch den Wald schlängelt, langsam ansteigt und dabei dem Lauf des Baches folgt.
Der Bach liegt schon nach kurzer Zeit deutlich unterhalb des Weges, der für einen Wanderweg angenehm breit ist.
Wir passieren eine Wiese, wandern erneut kurz durch den Wald und dann endet der Weg an einer weiteren Wiese, wo wir auf einen Fahrweg treffen.
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Hier gehen wir nach Links. Wir folgen dem Weg durch Wiesengelände, bis wir rechts auf einen weiterere Fahrweg abbiegen, der deutlich steiler in den Wald führt.
Ab hier ist der Wegverlauf identisch mit dem der Winterwanderung auf den Hirschhörnlkopf. Alle weiteren Abzweigungen links und rechts liegenlassend wandern wir nun steiler auf breitem Weg durch den Wald.
An einer kleinen Lichtung beginnt der serpentinenreiche Aufstieg durch den steilen Berghang. Der zunächst noch recht breite Weg wird steiniger und schmaler. Wir wandern nun auf einem zunehmend steileren Steig mit einigen Felsstufen und vielen Wurzeln.
Ab und zu erlaubt der Bergwald ein paar Blicke zurück in die Jachenau, auf den Walchensee und in Richtung Karwendelgebirge und Wetterstein. Sogar die Zugspitze ist einmal zu sehen. Der Großteil des Weges ist aber ohne Aussicht. Die ist auch nicht nötig, denn der Weg verlangt schon genug Aufmerksamkeit.
- Ein sehr felsiger Abschnitt des Steigs
- Manchmal ist der Weg ziemlich schmal
- An wenigen Stellen erlaubt der Wald Bergblick in Richtung Zugspitze
- Schon kommt eine sehr wurzelige Stelle
- Etwa auf der Hälfte des Serpentinenwegs steht dieser Bildstock
- Im oberen Bereich wird der Steig etwas breiter und das Gelände offener
Erst am oberen Ende der Serpentinen wird das Geläde etwas flacher und der Wald geht in Wiesen über. Der Weg führt nun nur noch leicht ansteigend in wenigen Minuten zur Pfundalm. Die Pfundalm ist unbewirtschaftet, aber die Bank vor der Hütte bietet sich für eine Rast und die mitgebrachte Brotzeit an.
- Auf dem Weg zur Pfundalm
- Nur noch wenige Meter bis zur Pfundalm. Hinter der Tanne in der Mitte liegt der Gipfel
- Wegweiser an der Pfundalm
Die Pfundalm liegt auf genau 1400 Metern Höhe, bis zum Gipfel sind es also noch gute hundert Höhenmeter. Den Aufstiegsweg samt Gipfelkreuz können wir gut sehen.
Vor allem aber schauen wir auf das Alpenpanorama, das wir von hier aus schon haben. Von den bayerischen Voralpen, die vom markanten Guffert überragt werden, sehen wir bis zur Zugspitze unzählige Berge aus Rofan, Karwendel und Wettersteingebirge.
Über den ausgetretenen Weg durch die Wiesen gehen wir dann die letzten 115 Höhenmeter zum Gipfelkreuz. Schon auf dem Weg haben wir einen tollen Blick hinunter auf den Walchensee.
- Der Weg zum Hirschhörnlkopf-Gipfel
- Auf dem Gipfelweg zum Hirschhörnlkopf
- Ein Blick hinunter auf den Walchensee
Auf dem Gipfel angekommen haben wir einen 360-Grad Panoramablick. An der Alpenkette sind noch einmal diverse Gipfel dazugekommen. Direkt gegenüber steht der Jochberg mit der unterhalb des Gipfels liegenden Jocheralm, dahinter Herzogstand und Heimgarten.
Direkt unter uns liegt der silbrig schimmernde Walchensee. Nach Nordwesten sehen wir auf einige weitere bayerische Seen. Starnberger See, Ammersee, die Osterseen und der Staffelsee liegen alle in der Ebene. Nur der nahe Kochelsee ist durch den Jochberg verdeckt. Und hinter der Pfundalm ragt das Massiv von Benediktenwand und Brauneck auf.
- Im Tal liegt der Ort Jachenau
- Noch einmal der Blick auf den Walchensee, diesmal direkt vom Gipfel
- Eine Besonderheit: Am Gipfelkreuz ist dieser kleine Wanderer befestigt
Wie Ihr an den Fotos seht, hat das Wetter zugezogen und so machen wir uns auf dem Hinweg an den Abstieg. Wieder hinunter zur Pfundalm, dann den steilen Serpentinenweg hinunter und an der großen Laine entlang zum Wanderparkplatz in Jachenau. Und dann erst einmal in den Gastgarten im Gasthof Jachenau. Das haben wir uns verdient.
Die Wanderung auf den Hirschhörnlkopf ist eine schöne, ruhige Tour. Nach dem Beginn über breite Forststraßen (Hauptroute an der Kleinen Laine) oder den Wanderweg und Fahrwege (Alternativroute an der Großen Laine) erfolgen Auf- und Abstieg in vielen Serpentinen über einen schön felsigen und wurzeligen Bergsteig. Das Gipfelpanorama ist für einen Berg dieser Höhe wirklich großartig. An heißen Sommertagen muss man bedenken, dass der Aufstieg südseitig liegt und somit der Sonne ausgesetzt ist. Zwischen Pfundalm und Gipfelkreuz ist das Gelände völlig schattenlos.
Dauer und Schwierigkeit:
Von der Jachenau ist der Aufstieg auf den Hirschhörnlkopf auf den Wegweisern mit zweieinhalb Stunden angegeben. Passt auch, etwas schneller kann man auch sein. Der hier beschriebene Weg an der Großen Laine entlang ist etwas weiter als der Normalweg an der Kleinen Laine. Der Weg ist mit einem blauen Punkt ausgeschildert, also als leicht eingestuft. Davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Der Serpentinenweg, der am steilen Berghang verläuft, verlangt schon etwas Kondition und Trittsicherheit. Für den Rückweg kann man etwas weniger Zeit ansetzen als für den Aufstieg.
Höhenangaben:
Jachenau, Parkplatz am Schützenhaus: 780 Meter
Pfundalm (Bärenhauptalm): 1400 Meter
Gipfel Hirschhörnlkopf: 1514 Meter
Buchtipps und Wanderkarte:
Rother Wanderführer Isarwinkel
Kompass Wanderkarte 182 Isarwinkel
Alpenvereinskarte BY11 Isarwinkel
Essen und Trinken:
Die Wanderung bietet keine Restauration, auch die Pfundalm ist nicht bewirtschaftet. Man muss sich seine Brotzeit also selbst mitbringen. Im Ort Jachenau ist das Schüzenheim direkt neben dem Parkplatz. Der sehr empfehlenswerte Gasthof Jachenau (Montag und Dienstag Ruhetag) ist nur wenige Meter entfernt in der Ortsmitte.
Wo muss ich besonders aufpassen:
Die Wanderung ist größtenteils problemlos zu gehen, etwas Trittsicherheit sollte man für den Sepentinenweg mitbringen. Bei Nässe kann er unangenehm werden, zumal das Gelände steil abfällt.
Wandern mit Hund:
Die Tour auf den Hirschhörnlkopf ist auch für bergtaugliche Hunde gut geeignet. Auch hier gilt Vorsicht im abfallenden Gelände. Im unteren Bereich des Weges grenzen Wildruhezonen an den Weg, da sollte man seinen Hund anleinen. Im ersten Teil der Wanderung und oben im Bereich der Pfundalm kann man auf Weidevieh treffen.
Wie komme ich hin?
Mit Bus und Bahn: Die Jachenau ist per Bus angeschlossen, allerdings fährt er, besonders am Wochenende, so selten, dass man sehr genau planen muss. Mit schnellem Schritt kann man es schaffen, mit Bahn und Bus den Hirschhörnlkopf von München aus als Tagestour zu machen. Es gibt aber nur jeweils einen Bus, der für Hin- und Rückfahrt sinnvoll ist. Mit der Bayerischen Regiobahn fährt man von München bis Lenggries, dann mit dem Bus 9595 weiter nach Jachenau. Etwas häufigere Fahrten, gerade am Wochenende, wären für eine umweltfreundliche Anfahrt wünschenswert. So bleibt es doch meistens beim Auto.
Mit dem Auto: Von München aus über die A8 bis zur Ausfahrt Holzkirchen. Von dort über die B13 nach Bad Tölz, dort in Richtung Lenggries und Sylvensteinsee abbiegen. Kurz hinter Lenggries zweigt die Straße in die Jachenau ab. Bis zum Hauptort Jachenau fahren und an der scharfen Linkskurve halbrechts zum Wanderparkplatz am Schützenhaus fahren. Die Tagesparkgebühr beträgt 5 Euro (2026). Ein weiterer Parkplatz befindet sich am Ortseingang.
Startpunkt der Wanderung:
Jachenau, Wanderparkplatz am Schützenhaus
Google Maps: 47.606315, 11.433092
Openstreetmap: 47.606315, 11.433092
What3Words: ///gelesen.nichts.ehrung
Links:
Homepage des Gasthof Jachenau
Linienpläne für Bus und Bahn auf jachenau.de
Die Winterwanderung auf den Hirschhörnlkopf
GPX-Track:
Der hier beschriebene Weg über die Große Laine:
Maximale Höhe: 1516 m
Minimale Höhe: 768 m
Gesamtanstieg: 1014 m
Gesamtabstieg: -1012 m
Der Normalweg entlang der Kleinen Laine:
Maximale Höhe: 1561 m
Minimale Höhe: 812 m
Gesamtanstieg: 799 m
Gesamtabstieg: -795 m
































