Auf der ISPO 2015

Meine Eindrücke von der Sportmesse ISPO 2015

Wie jeden Februar pilgerte auch in diesem Jahr die gesamte Sportartikel-Welt auf das Münchner Messegelände: ISPO-Time! Die größte Sportartikel-Messe der Welt. Die Messe für Skifahrer, Snow- und Skateboarder, Wanderer, Kletterer, Fitness- und Yoga-Begeisterte, Footballspieler und Dartfans. Und für die Anhänger vieler weiterer Sportarten. Ich habe mich vor allem wieder in den Outdoor-Hallen und im „Brandnew“-Bereich umgesehen. Und einige interessante, teilweise auch etwas verrückte, Dinge gefunden.

Auf der ISPO 2015 in München

Auf der ISPO 2015 in München

Schon vor den Drehkreuzen, nach denen man „richtig“ auf der Messe war, stand schon ein erstes Highlight: Heimplanet, die mit dem aufblasbaren Zelt, stellten ein neues Zelt vor, dass als Audi-Zubehör erhältlich ist. Mit der geöffneten Heckklappe und dem daran befestigten Zelt kann man direkt beim geliebten Fahrzeug übernachten. Ein echter Hingucker!

Heimplanet Zelt und Audi Quattro - passt und sieht außergewöhnlich aus.

Heimplanet Zelt und Audi Quattro – passt und sieht außergewöhnlich aus.

ISPO Brandnew

Hier finden sich kleine, feine und sehr praktische Ideen direkt neben ziemlich abgefahrenen Dingen. Die Schwerpunkte diesmal waren Fahrrad und Technik, besonders die Anbindung ans Smartphone, ob per App oder Hardware.

Für Radler

Gleich zwei Startups haben sich dem leidigen Thema „Wohin-mit-dem-Fahrradschloss“ angenommen. Ein in die Sattelstange integriertes Stahlkabel als Schloß präsentiert the-interlock. Zum Abschließen wird das Kabel einfach ein Stück herausgezogen, braucht man es nicht mehr, verschwindet es in der Sattelstange. Wie praktisch. Die andere Lösung war ein Faltschloss, das gleichzeitig als Sattelstange dient. Das sieht mir allerdings etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Das Fahrradschloss verschwindet in der Sattelstange, eine gute Idee!

Das Fahrradschloss verschwindet in der Sattelstange, eine gute Idee!

Mit den Fahrradtaschen von Apidura zieht der Ulttraleicht-Gedanke in die Fahrradwelt ein. Die einzelnen Taschen sind wirklich sehr leicht und können an allen möglichen Orten am Rad angebracht werden.

Völlig entgegengesetzt gab es noch stylische Holzgriffe oder gleich ein komplettes Holzfahrrad, das immerhin 18 Kilo schwer war. Angefühlt hat es sich wie 50 Kilo. Und weil das schöne und teure Rad mittlerweile auch als Blickfang in der Wohnung taugt und von der Laterne trotz innovativem Schloss nur geklaut wird, haben sich die Hamburger Jungs von kraft & ulrich ein schickes Aufhängesystem aus Holz ausgedacht. Das passt nicht nur für Fahrräder, man kann auch Ski oder Snowborads befestigen oder seinen Kletterhelm anbringen. Ausserdem hatten sie ein gutes Pale Ale im Ausschank. Danke dafür!

Es gab noch mindestens drei weitere Aussteller zum Thema Fahrrad, das Velo boomt, würde ich mal sagen. Von sehr technisch bis hipstertauglich.

Smarte Outdoor-Technik

Wenn die Akkulaufzeiten nicht immer noch so furchtbar kurz wären, könnte man ja noch viel mehr mit dem Scmartphone machen. Aber die Dienste, Gadgets und Möglichkeiten scheinen mittlerweile fast unbegrenzt zu sein.

Vaavud aus Dänemark haben kleine Windräder entwickelt, die man in den Kopfhörerausgang seines Smartphones stecken kann. Nicht zur Stromerzeugung, sondern als Windmesser, der die Windstärke und auch die Windrichtung messen kann. Tolle Sache.

Mit der Hexo+ Drohne kann man bestimmt ganz sinnvolle Sachen machen, aber hey, das ist doch ein geniales Spielzeug für alle großen Jungs: Eine Drohne, die Dir automatisch hinterherfliegt und Dich mit der GoPro filmt. Zwischen „Habenwollen“ und Haben liegen 1149 Dollar. Aber ist nicht bald Weihnachten?

Die Hexo+ Drohne. Die mit dem Habenwollen-Effekt

Die Hexo+ Drohne. Die mit dem Habenwollen-Effekt

The Dash von bragi.com sind zwei kabellose In-Ohr-Kopfhörer. Wenn es das nur wäre. Die kleinen Dinger in Ohropax-Größe sind MP3 Player, Bluetooth-Kopfhörer für das Smartphone und lassen steuerbar mehr oder weniger Umgebungsgeräusche durch. Dazu sind sie per Makrosprache programmierbar und messen gleich noch die Vitalfunktionen des Trägers. Und wasserfest sind sie auch. Da kann ich beim Schwimmen Musik hören, durch Kopfnicken einen Anruf entgegennehmen und gleichzeitig meinen Blutdruck twittern. Einerseits saucool und beeindruckend, andererseits auch ein wenig spooky.

Der französische Hersteller Digitsole stellt seine Bluetooth-Heiz-Einlegesohle vor. Über die App kann ich die Temperatur der Sohle regeln, gleichzeitig misst sie die Anzahl der Schritte, hat einen Höhenmesser eingebaut und sie misst die verbrauchten Kalorien. Weil das noch nicht reichte, wurde uns gleich noch „The iPhone of Shoes“ vorgestellt, ein Wanderschuh mit allen Merkmalen der Connecteten Sohle, aber mit Dreizonen-Heizung. Und wer besonders kalte Füsse hat, kann seine beheizte Einlegeseohle in die Schuhe mit Heizung stecken und dann mit seinen beheizbaren Strümpfen hineinschlüpfen.

Nicht Im Brand-New Bereich, aber trotzdem interessant für Technik-Fans: Die neue Garmin VivoActive Uhr. Die braucht nicht mal ein Smartphone, die ist selbst smart. Und hängt nicht wie ein mächtiger Klotz am Handgelenk, sondern sieht vergleichsweise normal aus. Das ist mein großer Tipp für das nächste Must-Have-Gadget!

Die Garmin VivoActive - für eine Smartwatch ist sie recht klein und dezent

Die Garmin VivoActive – für eine Smartwatch ist sie recht klein und dezent

Kletterer können jetzt am Fingerboard von, na, wer war’s noch, hab ich vergessen, trainieren und den Erfolg auf dem, was sonst, Smartphone messen.

Auf Tour

Ebenfalls im Brandnew-Bereich war das Team von Enziano aus Bad Endorf in Bayern, die ihre App vorgestellt haben. Sie kommen aus dem Kletterbereich und haben bislang vor allem Topos auf ihre App gepackt. Jetzt gibt es auch Wandertouren und Skitourenkarten. Durch die Kooperation mit dem Rother Verlag wird da sicher sehr schnell eine stattliche Sammlung gut recherchierter Touren zusammenkommen. Die App hat auf jeden Fall einen guten Eindruck gemacht. Enziano hat sicher das Potenzial, ein richtig interessanter Anbieter von Toureninformationen zu werden.

Sonst noch?

Wer auf längeren Touren unterwegs ist, möchte auch gerne mal seine Sachen waschen. Der Scrubba Washbag sieht aus wie ein Packsack, soll aber durch Schrubbeln die Wäsche in wenigen Minuten waschen können. Wirklich praktisch auf Trekkingtouren.

Der Scrubba Washbag könnte die Zeltplätze erobern

Der Scrubba Washbag könnte die Zeltplätze erobern

Was gab’s sonst noch im Brandnew-Bereich? Unter anderem Brillen aus Holz, Elektroroller, Barfuss-Schuhe, Hängezelte, das Headis-Kopfball-Tischtennis, das schon mal bei „Schlag den Raab“ war. Eine wirklcih bunte Mischung.

Outdoor

Petzl hat seine Stirnlampen, von der kleinen Tikkina bis zu den großen Tikka Modellen, überarbeitet. Neben einem veränderten Design wurde die Leuchtkraft erhöht. Je nach Modell kann man sich nun über bis zu 35% mehr Lumen freuen. Dazu haben die Franzosen den superleichten Klettergurt „Sitta“ gezeigt, an dem fast kein Stoff mehr dran ist. Weniger Fläche hat das alte Hanfseil, dass sich Opa um den Bauch gebunden hat, auch kaum gehabt.

Neues Desxign, mehr Lumen: Die Petzl Tikka Serie 2015

Neues Desxign, mehr Lumen: Die Petzl Tikka Serie 2015

Bei Deuter geht’s natürlich um Rucksäcke, in diesem Jahr vor allem um die Rise-Serie, Rucksäcke hauptsächlich für Wintersportler. Die Rise-Reihe wurde nun nach oben erweitert, so gibt es jetzt Modelle, die genug Platz für Mehrtagestouren haben.

Jack Wolfskin hat seine neue Daunenjacke nicht auf einen Puppe gehängt, sondern in ein Wasserbecken gelegt, in dem sie geschwommen ist. Die Texapore Jacke ist 100% wasserdicht.

Bei den Schneeschuhen ist mir der Tubbs VRT aufgefallen, nicht nur, weil er einen ISPO-Award gewonnen hat. Das Boa-Verschlusssystem hat mein Interesse geweckt. Es besteht aus einer Drahtbindung, die mit einem Drehknopf fixiert wird. Wenn das auch in Eis und Schnee funktioniert, kann das eine sehr einfach zu bedienende Bindung sein. Dass der VRT als Topmodell der Tubbs Kunststoff-Schneeschuhe extrem bergtauglich ausssieht, kann man da schon voraussetzen.

Sieht sehr gut zu bedienen aus: Die Boa-Bindung der Tubbs VRT Schneeschuhe

Sieht sehr gut zu bedienen aus: Die Boa-Bindung der Tubbs VRT Schneeschuhe

Bei Salewa sind mir die Speed Ascent GTX Schuhe aufgefallen. Nich wegen der GoreTex Membran oder der Vibram Sohle, sondern wegen der doppelten Schnürmögichkeit. Zwei Reihen Laschen geben die Möglichkeit, die Schuhe höher, tiefer oder gemischt zu schnüren, so dass man den wirklich perfekten Halt für sich finden kann. So was habe ich vorher noch nicht gesehen.

Bunt und platzsparend - Outdoor-Töpfe von SeaToSummit

Bunt und platzsparend – Outdoor-Töpfe von SeaToSummit

Und wer jetzt Hunger bekommen hat, ist bei SeaToSummit genau richtig. Dort wurden neue Töpfe vorgestellt. Unten ein Aluminiumboden, so dass die Töpfe mit den üblichen Gaskochern genutzt werden können. Da die Wand der Töpfe aus buntem Gummi ist, können diese platzsparend zusammengefaltet werden.

Was habe ich verpasst?

Die extreme Stirnlampe XEO 19R von LED Lenser mit sagenhaften 2000 Lumen habe ich verpasst. Mist, die hätte ich gern gesehen und ausprobiert. Buff bietet jetzt auch Mützen an. Bei Goal Zero gab es neue Ladegeräte und Outdoor-Lampen. Small Foot haben aufblasbare Schneeschuhe. Die Band „Two of us“ auf dem Marmot Stand. Und das ist sicher nicht alles, was ich verpasst habe.

Wer war noch da?

Aber auch andere Blogger waren auf der ISPO unterwegs und jeder und jede hat eigene Schwerpunkte gesetzt, überraschende Zufallsfunde gemacht oder ganz bestimmte Aussteller besucht. Unter anderem waren auf der ISPO unterwegs und haben darüber gebloggt:
Klimbingkorns, Uptothetop, airFreshing, Outdoor-Blog, wandersüchtig, zwerg-am-berg.de, Gipfel-Glück, Lina Luftig, Outdoormädchen, Gipfelfieber.

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10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Kommt eigentlich das Quattro mit dem Zelt von Heimplanet als Zubehör mitgeliefert? Wir könnten echt mehr Platz brauchen 😉 Danke fürs mention

  2. Ich denke auch, dass man das Auto beim Zeltkauf oben drauf bekommt. Das ist ja schließlich eine Outdoor-Messe und nicht die IAA! 😉

  3. Danke für´s vorstellen deiner ISPO Highlights. Sind ein paar interessante Sachen dabei, vor allem bei den Technik-Sachen. Ich sehe uns schon von einer Drohne begleitet bei der nächsten Blogger-Wanderung 😉

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  9. Danke für die Zusammenstellung!

    Ich bin ja mal gespannt, wie viele Drohnen mit GoPro mir dieses Jahr auf meinen Touren begegnen… 😉

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