Auf die Rotwand und den Taubenstein über dem Spitzingsee

Wanderung: Spitzingsee – Taubensteinbahn – Taubenstein – Rotwandhaus – Rotwand – Spitzingsee

Die Rotwand und das Rotwandhaus gehören zu den klassischen Bergzielen, wenn man aus der Gegend um München eine Tagestour macht. Und das völlig zu Recht. Wenn man den die ersten Höhenmeter mit der Taubensteinbahn überwindet, ist es ein recht einfacher Weg mit nur zwei kurzen, steileren Anstiegen bis zum Rotwandhaus. Von dort führt ein kurzer Weg auf den Gipfel. Entsprechend wird man auf dieser Wanderung auch kaum allein sein, aber überfüllt habe ich die Rotwand auch noch nicht erlebt. Fernsicht hat man sowohl vom Gipfel als auch schon vom Rotwandhaus. Und ein wenig Klettern kann man auf dem Weg auch.

Das Rotwandhaus

Das Rotwandhaus

Zunächst geht es mit den Vierergondeln der Taubensteinbahn vom Spitzingsee hinauf zur Bergstation am Taubenstein, die auf 1613 Metern Höhe liegt, etwa 550 Meter oberhalb des Spitzingsees. Raus aus dem Haus gibt’s erst einmal eine tolle Sicht in Richtung Wendelstein und auf das Spitzinggebiet, aber nicht auf den Spitzingsee. Jetzt geht es über den Weg „SB4 Rotwand“, eine Treppe und dann einen felsigen Weg hinauf, hier eher links halten.

Kurz nach der Bergstation der Taubensteinbahn führt ein steiniger Weg bergauf

Kurz nach der Bergstation der Taubensteinbahn führt ein steiniger Weg bergauf


Nach nur fünf Minuten Wanderung sind die ersten beiden Zwischenziele erreicht. Für kleinere Kinder steht links ein Kletterfelsen auf der Wiese, die Großen finden rechts vom Weg den sehr kurzen Aufstieg zum Taubensteingipfel. Der Kletterfelsen ist eher klein, für Kinder ist er aber genau passend, um ein paar erste Kletterversuche zu machen.

Ein toller Kinder-Kletterfelsen

Ein toller Kinder-Kletterfelsen

Der Weg zum Gipfel des Taubensteins dauert auch nur etwa fünf Minuten, herunter dann schon etwas länger. Hier ist Klettern angesagt, im oberen Teil ist der Weg mit einem Drahtseil gesichert. Im oberen Bereich ist auch Vorsicht geboten, denn auf der Hangseite geht es steil bergab. Es besteht also Absturzgefahr, so dass man mit kleineren Kindern auf die Ersteigung des Taubenstein verzichten sollte. Muss man auch nicht machen, denn der Wanderweg führt ja daran vorbei.

Klettern zum Taubenstein

Klettern zum Taubenstein

Dieser wird nun wieder kurz sehr felsig und steil, dann geht es an einer kurzen seilgesicherten Stelle rechts um einen Felsen herum. Die Strecke ist keine 20 Meter lang, der Weg ist auch breit genug. Kinder sollte man hier aber an die Hand nehmen.

Nachdem der kurze Anstieg bewältigt ist, folgt ein kurzes erdiges Wegstück, dann kommt schon der nächste Anstieg. Der jetzt sehr breite Weg steigt recht steil an. Mehrere Holzstämme dienen hier als Trittstufen. Nachdem der Anstieg geschafft ist, führt der Weg zwischen Wiesen hindurch erst eben, dann leicht bergab. Nach einer Rechtskurve geht es mit angenehmer Steigung hoch zum Kirchsteinsattel.

Der Weg zum Kirchsteinsattel

Der Weg zum Kirchsteinsattel

Oben auf dem Sattel zeigt sich das Rotwandhaus zum ersten Mal. Auch der weitere Weg bis zum Haus ist gut zu erkennen. Am Drehkreuz zeigt der Wegweiser „Rotwandhaus 15 Min.“ an. Stimmt, länger dauert der Weg bergab durch die Almwiesen nicht, dann ist das Rotwandhaus erreicht. Von der Bergstation der Taubensteinbahn hat der Weg hierher etwa eine bis eineinhalb Stunden gedauert. Den Abstecher zum Taubensteingipfel und die Ersteigung des Kletterfelsens durch die Kinder nicht eingerechnet.

Shaun und seine Freunde auf dem Kirchsteinsattel

Shaun und seine Freunde auf dem Kirchsteinsattel

Jetzt kann man erst einmal einkehren, was sich immer lohnt. Oder gleich noch in gut 20 Minuten die letzten Höhenmeter bis zum Gipfel überwinden. In Serpentinen führt der Weg hoch zum felsigen Gipfel. An der zweiten Kurve und unmittelbar vor dem Gipfel passiert man Stellen, an denen es steil bergab geht. Die letzten zwei Meter werden geklettert, sonst ist es ein normaler, steiler Wanderweg. Oben auf dem Gipfel hat man einen tollen Rundblick, bis weit in die Alpen hinein. Eine große Tafel erläutert, welche Berge bei gutem Wetter zu sehen sind. Hinunter zum Rotwandhaus geht es dann flott in 15 Minuten.

Das Rotwandhaus

Das Rotwandhaus

Das Rotwandhaus ist recht groß, es bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Vom Biergartenbereich aus hat man einen tollen Blick auf die Berge und ein paar Spielgeräte und ein Trampolin gibt es auch. Kinder haben großen Wiesen als Spielfläche. Ein wenig Vorsicht ist zur Talseite hin geboten, da es steilere Abschnitte gibt. Und direkt im Eingangsbereich ist auch ein Ziegenstall.

Für den Rückweg gibt es nun mehrere Möglichkeiten. Der interessanteste Weg führt über die Kümpflalm und den Pfanngraben.
Mit Kindern ist es sicher eine gute Idee, auf dem Hinweg zurück zur Taubensteinbahn zu wandern. Man kann noch einmal am Kletterfelsen klettern, die Bahnfahrt macht auch bergab Spaß und: Man erspart sich den Weg hinunter über den Fahrweg.

Ein langweiliger Forstweg führt bergab ...

Ein langweiliger Forstweg führt bergab …

Dieser Weg, der das Rotwandhaus mit dem Spitzingseegebiet verbindet, ist nämlich besonders für Kinder eher langweilig, da er fast zwei Stunden lang als breiter Fahrweg bergab führt. Interessant sind aber viele Ameisenhaufen entlang des Weges. Auch die teils bizarren Bäume und Wurzelstümpfe im unteren Teil des Weges, die mit etwas Fantasie zu Fabelgestalten werden, können die Laune heben.

… an dem manchmal wilde Gestalten im Wald lauern

… an dem manchmal wilde Gestalten im Wald lauern

Wer den Weg doch gehen möchte: Vom Rotwandhaus erneut dem Wegweiser „SB4“ folgen, diesmal in Richtung Spitzingsee. Nach gut einer Stunde Wanderung passiert man einen Bach und direkt dahinter eine Schranke. Dort nach links auf die breitere Forststraße gehen. Etwa zwanzig Minuten nach der Schranke bietet sich die Möglichkeit, über einen steilen Pfad bergab zur Albert-Link-Hütte oder weiter zum Blecksteinhaus zu gehen. Oder man läuft weiter auf der Straße und gelangt etwa zehn Minuten später in den Ort Spitzingsee.

Die Taubensteinbahn

Die Taubensteinbahn

Dauer und Schwierigkeit:
Die Auf- und Abfahrt mit der Taubensteinbahn dauert je etwa 15 Minuten. Von der Bergstation zum Rotwandhaus etwa eine bis eineinhalb Stunden. Der Aufstieg zum Gipfel dauert gut 20 Minuten, zurück zum Haus etwa 15 Minuten.
Der Rückweg zur Taubensteinbahn ist etwas kürzer als der Hinweg, da es eher bergab geht. Also gut eine Stunde. Der alternative Weg, über die Forststraße zu Fuß hinunter zum Spitzingsee, dauert gut eineinhalb bis zwei Stunden.

Höhenangaben:
Spitzingsee: 1085 Meter
Bergstation Taubensteinbahn: 1613 Meter
Rotwandhaus: 1765 Meter
Gipfel Rotwand: 1885 Meter

Essen und Trinken:
In der Bergstation der Taubensteinbahn gibt es ein Restaurant. Das Rotwandhaus ist ein recht großes Alpenvereinshaus und entsprechend gut bewirtschaftet, mit Restaurantteil und Bierbänken draussen. Am Spitzingsee gibt es verschiedene Restaurants.

Wo muss ich besonders aufpassen?
Beim Klettern muss man natürlich immer besonders aufpassen, auch am kleinen Kletterfelsen. erst recht am Taubenstein, der im Gipfelbereich steil ist. Auf dem Weg gibt es die kurze Stelle um einen Felsen, auf der man besonders aufpassen muss und die beiden Stellen auf dem Gipfelweg. Insgesamt ist es aber eine leichte, sehr familiengerechte Wanderung.

Wie komme ich hin?
Mit der Bahn: Von München fährt man mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Fischhausen-Neuhaus. Von dort mit dem RVO-Bus bis zur Talstation der Taubensteinbahn.
Mit dem Auto: Von München aus auf der Autobahn A8 Richtung Salzburg bis zur Ausfahrt Weyarn. Über Miesbach, Hausham, Schliersee und Neuhaus in Richtung Bayrischzell fahren. Kurz hinter Neuhaus zweigt rechts die Straße zum Spitzingsee ab. Direkt an der Talstation der Taubensteinbahn befindet sich ein großer Parkplatz, der für Seilbahnnutzer kostenfrei ist.

Google-Maps-Karte:

Auf den Taubenstein und die Rotwand auf einer größeren Karte anzeigen

Links:
www.spitzingsee.de
Rotwandhaus

Webcams:
Webcam an der Bergstation der Taubensteinbahn und weitere Spintzingsee-Webcams

Wanderkarte:

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    wir wollen mit zwei 8. Klassen Wandertag machen & den Schülern endlich richtig die Berge zeigen mit Ausblick etc. Fast keiner unserer Schüler war je in den Bergen. Wichtig ist, dass die Tour leicht & gut machbar ist (deswegen dachte ich an die Taubensteinbahn mit anschließendem Höhenweg), dass man gut sehen kann (Panorama) & es eine Hütte gibt, um das „Feeling“ zu erleben.
    Kannst Du uns noch etwas raten oder worauf wir achten sollen?

  2. Hallo Christine,

    ein tolles Panorama weit in die Alpen hinein und Hüttenfeeling hat man an der Rotwand und auf dem Rotwandhaus auf jeden Fall. Der Weg ist sicher gut zu schaffen, auch wenn völlig untrainierte sicher schon beim Aufstieg ins Schwitzen kommen, auch wenn die Höhenmeter überschaubar sind.

    Mit einer so großen Gruppe würde ich auf jeden Fall etwas mehr Zeit für die Wege und auch auf der Hütte einplanen.

    Es gibt auch vom Alpenverein Informationen zu Klassenfahrten:
    http://www.davplus.de/klassenfahrten
    http://www.davplus.de/uploads/images/5mEedL1M3CfcVHNlz5EPRQ/DAV_HUETTEN_SCHULKLASSEN.pdf

    Das Rotwandhaus ist in der Broschüre nicht aufgeführt, aber die Schönfeldhütte, die Nahe der Bergstation der Taubensteinbahn liegt. Dazu noch die Albert-Link-Hütte, hinter dem Spitzingsee. Die ist sehr schnell zu erreichen (eher ein Spaziergang als eine Wanderung), kann aber als Talhütte nicht das Panorama des Rotwandhauses bieten.

    Viel Spaß und viele Grüße,
    Uli

  3. Mit 14 Jahren war ich 1957 das erste mal auf der Rotwand. Die Wandergruppe ging, von Wirt Lukas Taubenberger geführt, ab Grenzgasthof Bäckeralm über den Zipfelwirt und die Marolschneid zum Gipfel. Ab diesem Tag hat mich der „Rotwandvirus“ gepackt im Lauf der nächsten Jahrzehnte war ich wohl insgesamt bestimmt zwei Dutzend mal im Rotwandhaus und auf dem Gipfel. Nun im stolzen Alter von 72 Jährchen kann ich mit beidseitigen Hüftschäden die Tour nicht mehr machen und muss mich mit gelegentlichen Kurzbesuchen am Spitzing und ab und zu mit einer Fahrt auf den Taubenstein oder Stümpfling begnügen. Schade drum, die Rotwand gehörte – zusammen mit dem damals noch fast unberührten Trainsjoch an der Grenze zu Tirol, zwischen Bayrischzell und Landl zu meinen beliebtesten Natur – und Wanderzielen!
    Mit freundlichem „Berg Gruß“ – Dieter Peter

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