Lieblingsstück: Haglöfs Flint Pant

Die Haglöfs Flint Pant Softshellhose zum Wandern und Klettern

Es gibt wohl kein Kleidungsstück, dass ich so lange, so ausdauernd und so gerne auf Wanderungen getragen habe wie diese Hose. Gleichzeitig ist es auch mein absolut längster Test. Diese Hose hat mich schon auf sicher über hundert Wandertouren und auf einigen Klettersteigen und Schneeschuhtouren begleitet. Und hat sich in dieser Zeit zu einem absoluten Lieblingsstück entwickelt.

Mit der Haglöfs Flint Pant auf den Scafell Pike in England

Mit der Haglöfs Flint Pant auf den Scafell Pike in England

Ich habe die Haglöfs Flint Pant jetzt schon so lange, dass es inzwischen ein Nachfolgemodell gibt, das aber praktischerweise einfach Haglöfs Flint Pant II heißt.

Mein erster Eindruck

Holla, das ist mal eine schicke Hose! Ich war erst zurückhaltend, als mir die Bergfreunde eine Softshell-Stretchhose zum Test angeboten haben, aber ich war gleich angenehm überrascht. Die Hose hat eine sehr gute Passform. Sie ist bequem und relativ weit, aber recht gerade geschnitten, so dass ich mich gleich beim ersten Anziehen darin wohl gefühlt habe. Gehen, Ausfallschritt, Hinhocken: Prima, da zwickt und zwackt nichts, perfekt.

Die Ausstattung

Was mir zuerst und sehr positiv auffällt: Die Hose hat viele Taschen und alle haben einen Reißverschluss. Das finde ich extrem praktisch. Wer möchte schon nach der Tour auf dem Parkplatz feststellen, dass der Autoschlüssel wahrscheinlich bei der Gipfelrast aus der Hosentasche gerutscht ist!

Alle Taschen der Haglöfs Flint Pant haben einen Reißverschluß

Alle Taschen der Haglöfs Flint Pant haben einen Reißverschluß

Im Einzelnen: Eine Gesäßtasche, zwei Seitentaschen und je eine Tasche auf den Oberschenkeln. Jede mit Reißverschluss und nach innen gehend, also nicht aufgesetzt wie bei Cargohosen. Innen sind die Taschen in einem luftigen Mesh-Stoff gehalten, so dass man sie bei geöffnetem Reißverschluss auch als Lüftung nutzen kann, was aber bei Hitze nur bedingt hilft. Und dann muss man natürlich wieder auf den Autoschlüssel aufpassen!

Der Stoffgürtel wird mit einer Schnalle aus Kunststoff verschlossen

Der Stoffgürtel wird mit einer Schnalle aus Kunststoff verschlossen

Verschlossen wird die Hose ebenfalls per Reißverschluss, dazu zwei Druckknöpfe und ein Stoffgürtel mit Kunststoff-Schnalle. Die Schnalle machte mir einen recht windigen Eindruck. Ich vermutete, dass sie wohl recht schnell kaputt gehen wird. Aber nichts da: Wirklich seit Jahren versieht sie Ihren Zweck und keinerlei Gebrauchsspuren sind zu erkennen. Ein kleiner Trick für den Gürtel: Fest zuziehen und schließen, dann das lose Ende noch einmal unter dem Gürtel durchziehen. Dann bleibt er fest, sonst zieht er sich schnell wieder weiter auf.

Der Schließmechanismus der Gürtelschnalle. Sieht nicht besonders stabil aus, hält aber tadellos.

Der Schließmechanismus der Gürtelschnalle. Sieht nicht besonders stabil aus, hält aber tadellos.

Die Kniestücke der Hose sind vorgeformt und leicht verstärkt, so dass sie auch beim Hinknien nicht durchscheuern. Direkt oberhalb des linken Knies, leicht seitlich, finden sich das Haglöfs-Herstellerlogo und der Schreiftzug. Durch die weiße Farbe gut sichtbar, dennoch dezent in der Größe.

Den technisch aufwändigsten Eindruck machen auf jeden Fall die unteren Hosenbeine. An den Innenseiten der Unterschenkel sind Eisätze aus Schoeller Keprotec angebracht. Ein besonders strapazierfähiges Material, das sich auch durch die etwas hellere, aber immer noch dunkelgraue, Farbe und die Flechtstruktur vom Rest der Hose absetzt.

Die Beine der Flint Pant. Links der Druckknopf zur Weitenregulierung, der normale Stoff und der extra stabile Keprotec-Stoff

Die Beine der Flint Pant. Links der Druckknopf zur Weitenregulierung, der normale Stoff und der extra stabile Keprotec-Stoff

An den Unterschenkeln lassen sich die Hosenbeine durch Reißverschlüsse öffnen. Dank eines Druckknopfes, der in zwei Weiten verstellt werden kann, bleibt die Hose dennoch normal tragbar, ohne dass die Beinenden herumschlackern.

Innen sind in den Hosenbeinen Gamaschen eingefügt, die mit einem regulierbaren Gummizug abschließen. Diese halten im Wintereinsatz recht zuverlässig den Schnee aus dem Hosenbein. Bei wirklichem Tiefschnee trage ich dennoch zusätzlich Gamaschen, um das Eindringen von Schnee in die Schuhe zu unterbinden.

Für welche Einsatzzwecke nutze ich Haglöfs Flint Pant?

Klettern, Hochtouren, Skitouren, für alle alpinen Unternehmungen, so sagen es die Bergfreunde. Wofür habe ich die Hose genutzt? Auf Wanderungen zu allen Jahreszeiten, Mehrtages-Hüttentouren, beim Rodeln, Klettersteig-Gehen, Schneeschuhwandern und beim Radfahren. Die Flint Pant hat mich an den Gardasee, auf den höchsten Berg von England, nach Südtirol in den Schnee und in Tirol bis Rand eines Gletschers begleitet. Dazu kommen viele andere Touren in Bayern und Tirol, wobei die Flint Pant bei fast allen Aktivitäten hervorragend gepasst hat.

Im Winter trage ich einen langen Baselayer drunter, das passt gut, ohne dass man sich eingeengt fühlt. Die Beweglichkeit in der Hose wird überhaupt nicht eingeschränkt. Von der Wärme her habe ich bisher nie mehr gebraucht, nur bei wirklich scharfem Schneesturm im Winter gerät diese Kombination an ihre Grenzen.

Ansonsten zeigt sich die Hose sehr wind- und wasserabweisend. Leichter Regen macht ihr nichts aus, der perlt am Softshell-Material ab. Auch jetzt noch, nach mehreren Jahren Nutzung und diversen Wäschen! Am Sylvensteinsee hat die Hose ihren Test mit Extremmatsch bestanden. Starker Regen geht durch die Hose, genau, wie man es von Softshell-Jacken auch kennt. Allerdings trocknet die Hose auch sehr schnell wieder.

Härtetest im Schlamm des Sylvenstein-Sees. Die Hose ist wieder sauber geworden!

Härtetest im Schlamm des Sylvenstein-Sees. Die Hose ist wieder sauber geworden!

Ich trage die Hose im Winter immer bei Wanderungen und Schneeschuhtouren. Als Nicht-Skifahrer kann ich aber nichts zur Tauglichkeit bei Skitouren sagen. Zumindest im Aufstieg dürfte es aber einer Schneeschuhwanderung sehr ähnlich sein, wo mir die Hose sehr gut gefällt.

In der Übrgangszeit, Frühjahr oder Herbst, bleibt einfach die lange Unterhose weg und die Flint Pant ist wieder die ideale Tourenhose für die ersten Wanderungen des Jahres oder auch ausgedehnte Herbsttouren. Da nutzt man die Wärme, die die Sonne auf dem schwarzen Stoff erzeugt, sehr gerne. Da ist die Hose auch an Sonnentagen nicht zu warm, hält Wind und leichten Regen zuverlässig ab und transportiert Schweiß recht zuverlässig nach aussen ab.

Hier sieht man die Gamaschen mit Zugseil und den Reißverschluß mt der Weitenverstellung am Bein

Hier sieht man die Gamaschen mit Zugseil und den Reißverschluß mt der Weitenverstellung am Bein

Zusätzlich trage ich die Hose auch ganz gerne beim Radfahren. Durch die relativ nah anliegenden Hosenbeine und die verstärkten Innenseiten der Knöchel passt sie sehr gut, ohne dass ich mir Sorgen machen müsste, dass die Hose sich in der Kette verfängt. Eine spezialisierte Radhose ist die Hagöfs Flint Pant natürlich nicht, aber für eine normale Tour ist sie sehr gut geeignet.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen die Flint Pant nicht die richtige Wahl ist. Ich habe für mich zwei Einsatzbereiche gefunden, in denen ich eine andere Hose bevorzuge. Einmal an wirklich warmen oder heißen Tagen. Als Softshellhose mit Stretch-Eigenschaften sind die Beine nicht abzippbar und durch die schwarze Farbe nimmt die Hose Wärme sehr schnell auf. Selbst im Frühjahr am Gardasee war sie mir daher schon zu warm, sobald die Sonne wirklich stark schien. Da half es auch nicht mehr, sämtliche Reißverschlüsse zu öffnen. Bei sehr warmem Wetter greife ich lieber auf eine dünnere, abzippbare Hose zurück.

Bergsteigen mit Bergfreunde.de

Im Winter ist sie, wie beschrieben, hervorragend. Nur beim Schlittenfahren, wenn über längere Zeit der Schnee hochspritzt, nässt die Hose durch. Bei winterliche Temperaturen hat sie dann auch keine Chance mehr, schnell zu trocknen. Das ist ganz klar nicht der richtige Einsatzbereich für die Hose, da braucht man eine wirklich wasserdichte Hose.

Tourenhose Haglöfs Flint Pant

Positiv:

  • Sehr guter Tragekomfort
  • Angenehme Passform
  • Gute Wärmeeigenschaften
  • Wind- und wasserabweisend
  • Alle Taschen mit Reißverschlüssen
  • Integrierte Gamaschen
  • Aus bluesign zertifizierten Materialien hergestellt

Negativ:

  • Gürtel ist etwas fummelig
  • An heißen Tagen zu warm
  • Hoher Preis

Haglöfs Flint Pant Softshell Tourenhose:

  • Grundmaterial: Flexable (90% Polyamid, 10% Elastan)
  • Einsätze: 88% Polyamid, 12% Elastan
  • Farbe: Schwarz
  • Größen: XS – XXL
  • 5 Reißverschlußtaschen
  • Gewichtsangabe: ca. 550g, mittlere Größe
  • Gewicht nachgewogen: 598g, Größe XL
  • Hergestellt in Vietnam
  • Preisempfehlung: ca. 190 Euro

Mein Fazit:

Die Überschrift des Artikels deutet es schon ganz dezent an: Die Haglöfs Flint Pant ist einer meiner absoluten Lieblings-Ausrüstungsgegenstände. Für Winterwanderungen und Schneeschuhtouren gibt es zu der Hose keine Alternative für mich. Klettersteige mit reichlich Felskontakt hat sie bisher klaglos mitgemacht. Auch im Herbst und Frühjahr, wenn die Sonne nicht vom Himmel brennt, ist sie für mich die erste Wahl bei meinen Touren. Die Hose trägt sich ausgesprochen bequem, ist robust und hat sehr gute Wärmeeigenschaften. Dazu hält sie Wind und leichten Regen zuverlässig ab und trocknet nach starkem Regen schnell wieder. Bei wirklich heißem Wetter greife ich aber auf dünnere, abzippbare Hosen zurück.
Die Haglöfs Flint Pant ist für mich eine ganz klare Empfehlung.

Die Haglöfs Flint Pant wurde mir vom Outdoor-Shop Bergfreunde.de zur Verfügung gestellt.

Hast Du auch diese Artikel schon gelesen?

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den tollen Artikel. Die Details der Bilder tragen sehr zum Verständnis bei.

    Weiter so 🙂

Schreibe einen Kommentar