11 Tipps für Deine nächste Frühlingswanderung

Tipps für die Planung von Frühlingswanderungen in den bayerischen Alpen

Der Winter ist vorbei, die Sonne scheint, der Schnee schmilzt und langsam werden die Bäume wieder grün und die Wiesen bunt. Und wir scharren schon mit den Wanderstiefeln, weil wie nach einem langen Winter wieder raus in die Berge wollen. Gerade zu Beginn der Wandersaison sollten wir aber bei der Tourenplanung ein paar Dinge beachten. Und vor allem auch die eigene Fitness nach dem Winter im Auge behalten.

Frühling bei Lenggries, auf dem Weg zur Denkalm

Frühling bei Lenggries, auf dem Weg zur Denkalm

Einige der Tipps für Frühlingswanderungen gleichen denen für Herbstwanderungen. Kein Wunder, beide Jahreszeiten sind Phasen des Übergangs zwischen Sommer- und Winterzeit, da gibt es vergleichbare Herausforderungen und Dinge zu beachten.

Was sollte ich bei Frühlingswanderungen in den Alpen beachten?

  1. Wie sieht es mit der Fitness aus?
  2. Die Tage sind noch kurz
  3. Der Süden lockt
  4. Unten grün, oben weiß
  5. Bergwetter und Lawinenlage
  6. Sei eine Zwiebel
  7. Nimm Stirnlampe und Grödel mit
  8. Hütten und Almen
  9. Seilbahnen und Mautstraßen
  10. Bus, Bahn und Schiff
  11. Vorteile für Wanderungen mit Hund

Du kannst hier auch gleich zu den Frühlingswanderungen springen.

1. Wie sieht es mit der Fitness aus?

Gleich zu Beginn eine heikle Frage: Wie sieht es mit der aktuellen Fitness aus? Hat sie über den Winter gelitten? Entsprechend defensiv sollte man die ersten Wanderungen der Saison planen. Nicht zu lang, nicht zu viele Höhenmeter. Erst einmal testen, wie viel man sich zu Saisonbeginn zutrauen kann und will.

2. Die Tage sind noch kurz

Noch sind die Tage kurz, gerade vor dem letzten Märzwochenende geht die Sonne noch früh unter. Mit der Zeitumstellung gewinnen wir eine Stunde, aber dennoch sollten die ersten Touren noch kürzer sein als Sommerwanderungen.

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3. Der Süden lockt

Der Süden lockt. Und damit meine ich jetzt gar nicht unbedingt die Alpensüdseite oder den Gardasee. Das sind natürlich auch tolle Ziele, aber für eine Tagestour doch zu weit weg.

Bei der Tourenplanung solltest Du auf die Ausrichtung der Wanderung achten. Sind Auf- und Abstiegsweg eher auf der Nord- oder Südseite eines Berges?

Bei eher nordseitiger Ausrichtung musst Du viel länger mit Schatten, Kälte und Schneeresten rechnen als bei Wanderungen an südseitig ausgerichteten Hängen, die schon mehr Sonne abbekommen. Südseitige Wanderungen auf Wegen, die viel Sonne abbekommen, bieten sich im Frühjahr auf jeden Fall an.

Frühling bei Lenggries, auf dem Weg zur Denkalm

Frühling bei Lenggries, auf dem Weg zur Denkalm

4. Unten grün, oben weiß

Neben der südseitigen Ausrichtung der Tour spielt auch die Höhe eine große Rolle. Wenn im Tal die Leute schon im Eiscafé sitzen, kann es ein paar hundert Meter höher am Berg noch sehr winterlich zugehen. Denk daran, dass man in wirklich großen Höhen noch bis in den Sommer hinein mit Altschnee rechnen muss.

Eine gute Hilfe bei der Tourenplanung sind Webcams. Mit aktuellen Bildern lässt sich ganz gut abschätzen, ob man am Berg noch mit größeren Schneemengen rechnen muss.

Vielleicht muss es für die ersten Wanderungen auch noch gar kein „richtiger“ Berg sein? Für erste Touren bietet sich das Voralpenland immer an. Mit Blick auf die verschneiten Berge.

5. Bergwetter und Lawinenlage

Vor der Wanderung solltest Du immer den Bergwetterbericht des DAV lesen. Jetzt, in der Übergangszeit, bietet es sich noch einmal mehr an. Auf den Webcams des Gebietes siehst Du, ob noch mit gößeren Schneemengen zu rechnen ist.

Wenn Du eine Bergwanderung planst, prüfe zusätzlich die Lawinenlage auf https://lawinenwarndienst.bayern.de/. Für den gesamten Alpenraum findest Du Lawinen-Informationen unter https://lawinen.report/.

Frühling am Hochfelln

Frühling am Hochfelln

6. Sei eine Zwiebel

Bei Frühlingswanderungen muss man mit größeren Temperaturwechseln rechnen. Während Du in der Sonne schon ins Schwitzen kommen kannst, ist es um die Ecke im Wald vielleicht noch deutlich kälter oder Du musst sogar durch harten Schnee stapfen.

Gut, wenn Du jetzt schnell eine wärmende Fleecejacke zwischen T-Shirt und Jacke ziehen kannst. Nimm zusätzlich sollten auch eine warme Mütze, Handschuhe und ein dickeres Schlauchtuch mit. Stöcke helfen sowieso.

7. Nimm Stirnlampe und Grödel mit

Eine Stirnlampe gehört in den Rucksack, auch wenn Du sie wahrscheinlich nicht brauchen wirst. Aber sie ist eine wichtige Sicherheitsreserve, wenn Du doch einmal in die Dunkelheit gerätst.

Ebenfalls soltest Du Grödel oder Schneeketten in den Rucksack packen. Im Frühjahr kann man, besonders an nordseitigen Hängen oder auf Waldwegen, noch auf vereiste Wegstücke stoßen. Mit Schneeketten sind diese gut und sicher begehbar. Ohne kann es schnell gefährlich werden oder zum Abbruch der Wanderung führen.

8. Hütten und Almen

Der Wanderführer verspricht eine Einkehr auf der Alm oder einer Berghütte? Schau vor der Tour nach, ob die Hütte schon geöffnet ist. Faustregel: Je höher und abgelegener die Hütte liegt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie noch in der Winterpause ist.

Hütten in Ausflugsgebieten, etwa in den bayerische Voralpen, haben oft das ganze Jahr über geöffnet. Echte Almen sind erst dann wieder bewirtschaftet, wenn auch das Weidevieh wieder am Berg ist.

Bei Berggaststätten stehen die Chancen meist gut, dass sie das ganze Jahr über bewirtschaftet sind. Aber auch hier können die Öffnungszeiten im Vergleich zum Sommer eingeschränkt sein. Ein Blick auf die Homepage schafft Klarheit, ob man mit einer Einkehr rechnen kann oder nicht.

Am Leonhardstein. Geringe Höhe, weiter Ausblick

Am Leonhardstein. Geringe Höhe, weiter Ausblick

9. Seilbahnen und Mautstraßen

Ebenso wie Hütten oder Almen sind auch manche Bergbahnen noch im Winterschlaf oder haben für Revisionsarbeiten Pause. Hoch gelegene Mautstraßen und Alpenpässe sind im Frühjahr üblicherweise noch geschlossen. Auch hier empfiehlt es sich, die Homepages für aktuelle Informationen zu prüfen.

10. Bus, Bahn und Schiff

Wenn Du für die Wanderung eine Schifffahrt einplanst oder mit einem Bergbus fahren willst, prüfe ebenfalls, ob und wie oft sie fahren. Einige Bergbusse, zum Beispiel der Bergsteigerbus in die Eng im Karwendel, fahren nur im Sommer.

Die Schifffahrt auf vielen bayerischen Seen wird über die Wintersaison meistens ebenfalls eingeschränkt oder ganz eingestellt. Wen die Schiffe schon fahren, achte besonders auf die letzten Fahrten des Tages. Teilweise finden diese aufgrund der früheren Dunkelheit noch früher statt als im Sommer.

Der Ganzjahres-Klaasiker: Auf die NEureuth, geht auch im Frühjahr gut

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11. Vorteile für Wanderungen mit Hund

Nach allem, auf das man bei Frühlingswanderungen achten muss, kommt hier zum Schluss noch eine gute Nachricht für Wanderer mit Hund: Nutze die Zeit, bevor das Weidevieh wieder auf den Almwiesen steht, für Almwanderungen.

Auch wenn Du noch nicht auf Almen einkehren kannst, das Wandern mit Hund ist zu dieser Jahreszeit viel entspannter, solange die Kühe noch im Tal sind und nicht auf und neben dem Weg stehen.

Frühlingswanderungen

In dieser Liste findest Du einige Wanderungen, die wir im Frühjahr gemacht haben, bei unterschiedlichen Wetterbedingungen und Bodenverhältnissen. Oder auch Wanderungen, die wir vielleicht im Sommer oder Herbst gemacht haben, die sich aber dennoch auch als Frühlingstouren anbieten.

Die Liste bedeutet natürlich nicht, dass man diese Wanderungen im Frühling auf jeden Fall machen kann, es kommt immer auf die aktuellen Bedingungen an.

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Viel Spaß bei Deiner nächsten Frühlingswanderung!

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